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Mai

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Nun aber hebt zu singen an
Der Mai mit seinen Winden.
Wohl dem, der suchen gehen kann
Und bunte Blumen finden!

Die Schönheit steigt millionenfach
Empor aus schwarzer Erden;
Manch eingekümmert Weh und Ach
Mag nun vergessen werden.

Denn dazu ist der Mai gemacht,
Daß er uns lachen lehre.
Die Herzen hoch! Und fortgelacht
Des Grames Miserere!








von Otto Julius Bierbaum




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Der Storch

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Der Storch kommt aus Egypterland,
Weil Frühlingslüfte riefen.
Er steht auf seinem alten Stand
Und klappert Hieroglyphen.

Da nun Poeten überall
Der Vogelsprache kundig,
So auch den ganzen Klapperschwall
Des braven Storchs verstund ich.

Da er zurück von Pyramid,
Von Nil und Krokodil kam,
So war's ein gar vergnüglich Lied
Vom wunderschönen Nilschlamm.

Ein jeder Storch am Nilschlamm hängt
Und klapprig ihm zu Muth wird,
Wenn er an seinen Nilschlamm denkt,
Und wie's dem Storch da gut wird!

Da krabbelt's hin, da krabbelt's her,
Und allerwegen hüpft es! -
Man geht umher und schmauset sehr,
So glatt hernieder schlüpft es.

Auch weiß der Störche Tradition
Aus grauer Zeit zu sagen:
Die wundervolle Mähre von
Egyptens sieben Plagen.

Die Frösche millionenweis'!
Das war ein Morden schmausend! -
O Zeit, du aller Zeiten Preis,
Du schwandest manch Jahrtausend!

Doch ward erzählt von Ahn zu Ahn
Die Sage so vorzüglich -
Jetzt denkt auch dieser Storch daran
Und klappert so vergnüglich.





von Heinrich Seidel, 1842 - 1906



 Foto von mit freundlicher Genehmigung von Smilla




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Frühlingserwachen

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Nie vergißt der Frühling wiederzukommen;
Wenn Störche ziehn, wenn Schwalben auf der Wiese sind,
Kaum ist dem Winter die Herrschaft genommen,
So erwacht und lächelt das goldene Kind.

Dann sucht er sein Spielzeug wieder zusammen,
Das der alte Winter verlegt und verstört,
Er putzt den Wald mit grünen Flammen,
Die Nachtigall er die Lieder lehrt.

Er rührt den Obstbaum mit rötlicher Hand,
Er klettert hinauf die Aprikosenwand,
Wie Schnee die Blüte noch vor dem Blatt ausdringt,
Er schüttelt froh das Köpfchen, daß ihm die Arbeit gelingt.

Dann geht er und schläft im waldigen Grund
Und haucht den Atem aus, den süßen;
Um seinen zarten, roten Mund
Im Grase Viol' und Erdbeer' sprießen.
Wie rötlich und bläulich lacht
Das Tal, wenn er erwacht!

In den verschloss'nen Garten
Steigt er über's Gitter in Eil',
Mag auf den Schlüssel nicht warten,
Ihm ist keine Wand zu steil.

Er räumt den Schnee aus dem Wege,
Er schneidet das Buchsbaumgehege,
Und feiert auch am Abend nicht,
Er schaufelt und arbeitet im Mondenlicht.

Dann ruft er: Wo säumen die Spielkameraden,
Daß sie so lang in der Erde bleiben?
Ich habe sie alle eingeladen,
Mit ihnen die fröhliche Zeit zu vertreiben.

Die Lilie kommt und reicht die weißen Finger,
Die Tulpe steht mit dickem Kopfputz da,
Die Rose tritt bescheiden nah,
Aurikelchen und alle Blumen, vornehm und geringer.

Dann küßt der Frühling die zarten Blumenwangen
Und scheidet und sagt: Ich muß nun gehn.
Da sterben sie alle an süßem Verlangen,
Daß sie mit welken Häuptern stehn.

Der Frühling spricht: "Vollendet ist mein Tun,
Ich habe schon die Schwalben herbestellt,
Sie tragen mich in eine and're Welt,
Ich will in Indiens duftenden Gefilden ruhn.

Ich bin zu klein, das Obst zu pflücken,
Den Stock der schweren Traube zu entkleiden;
Mit der Sense das goldne Korn zu schneiden;
Dazu will ich den Herbst euch schicken.

Ich liebe das Spielen, bin nur ein Kind
Und nicht zur ernsten Arbeit gesinnt;
Doch wenn ihr des Winters überdrüssig seid,
Dann komm' ich zurück zu eurer Freud'.










 Ludwig Tieck, 1773-1853




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Morgenlied - oder Wecker Wind

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Wer schlägt so rasch an die Fenster mir
Mit schwanken grünen Zweigen?
Der junge Morgenwind ist hier
Und will sich lustig zeigen.

Heraus, heraus, du Menschensohn,
So ruft der kecke Geselle,
Es schwärmt von Frühlingswonnen schon
Vor deiner Kammerschwelle.

Hörst du die Käfer summen nicht?
Hörst du das Glas nicht klirren,
Wenn sie, betäubt von Duft und Licht,
Hart an die Scheiben schwirren?

Die Sonnenstrahlen stehlen sich
Behende durch Blätter und Ranken,
Und necken auf deinem Lager dich
Mit blendendem Schweben und Schwanken.

Die Nachtigall ist heiser fast,
So lang hat sie gesungen,
Und weil du sie gehört nicht hast,
Ist sie vom Baum gesprungen.

Da schlug ich mit dem leeren Zweig
An deine Fensterscheiben.
Heraus, heraus in des Frühlings Reich!
Er wird nicht lange mehr bleiben.





von Wilhelm Müller, 1794 – 1827




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Frühlings-Erwachen

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Schneeglöckchen, wunderliches Ding,
Erwachst und läuterst: Kling, ling, ling,
"Auf, auf ihr Schläfer, es ist Zeit,
Vom Winterschlafe euch befreit!"

Den Krokus es nicht länger hält,
Neugierig schaut er in die Welt,
Dem Sonnenstrahl, der ihn umfließt,
Er lächelnd seinen Kelch erschließt.

Marienblümchen guckt hervor,
Hebt dann das Köpfchen keck empor,
Doch fehlet ihm der Sonnenschein,
So nickt es noch zuweilen ein.

Auch Veilchen, das die Mahnung traf,
Wischt aus den Aeuglein sich den Schlaf,
Und wie es nun so schläfrig schaut,
Die andern Blümchen kichern laut.

Die Primel auch vom Traum erwacht
Und mit den andern scherzt und lacht,
Sie zupfen hinten, zupfen vorn,
Den alten, guten Hagedorn.

Wie der sich dehnt, wie der sich streckt,
Als sie ihn aus dem Schlaf erweckt,
Er hätte gar zu gern gegrollt
Dem jungen Volke und geschmollt.

Wenn's ihn dazu nur kommen ließ',
Das Veilchen duftet gar zu süß,
Marienblümchen schaut ihn an
Daß er nicht böse werden kann.

Nun fängt er sich zu putzen an -
O weh' dem armen, alten Mann!
Da steht er nun, so recht ein Greis,
Geschmückt mit Blüthen silberweiß.

Maiglöckchen klingt und rufet laut
Zu allen Bäumen: "Aufgeschaut!"
Und tausend Augen springen auf
Und frohes Leben regt sich drauf.

Und alle Bäume, weit und breit
Die ziehen an ein neues Kleid,
Und wenn sie sich recht schön belaubt,
So schlingen Blüthen sie um's Haupt.

Die Birke ist so blank, so nett,
Sie schaut so eitel und kokett,
Nickt in dem Bach, der lustig quillt,
Entgegen ihrem Spiegelbild.

Und schaut die Trauerweide gar!
Es wallt ihr langes, grünes Haar
Und in den See, der freundlich blaut,
Sie wie ein schelmisch Nixchen schaut.

Der Eichbaum steht, ein Großpapa,
Im Kreis der andern Bäume da,
Es klettert, wie ein Engelchor,
Der Epheu wild an ihm empor.

Und wie nun Alles grünt und blüht
Am Hag die Rose auch erglüht -
Ein jedes Herz fliegt zu ihr hin,
Sie ist des Frühlings Königin.

Die Rebe blüht nun endlich auch
Und jeder Baum und jeder Strauch,
Und Liebe jede Blüth' durchdringt,
Daß sie im Herbste Segen bringt.








Emilie Emma von Hallberg, 1826-1862


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