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In der Winternacht

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In der Winternacht 

Es wächst viel Brot in der Winternacht, 
weil unter dem Schnee frisch grünet die Saat; 
erst wenn im Lenze die Sonne lacht, 
spürst du, was Gutes der Winter tat. 

Und deucht die Welt dir öd und leer, 
und sind die Tage dir rauh und schwer: 
Sei still und habe des Wandels acht - 
es wächst viel Brot in der Winternacht.





Friedrich Wilhelm Weber, 1813 - 1894










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Vom Honigkuchenmann

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Keine Puppe will ich haben -
Puppen gehn mich gar nichts an.
Was erfreu’n mich kann und laben
Ist ein Honigkuchenmann.
So ein Mann mit Leib und Kleid
durch und durch an Süßigkeit.

Stattlicher als eine Puppe
Sieht ein Honigkerl sich an,
Eine ganze Puppengruppe
Mich nicht so erfreuen kann.
Aber seh ich recht dich an,
Dauerst du mich, lieber Mann.

Denn du bist zum Tod erkoren -
Bin ich dir auch noch so gut,
Ob du hast ein Bein verloren.
Ob das andre weh dir tut:
Armer Honigkuchenmann,
Hilft dir nicht, du mußt doch ran.



August Heinrich Hoffmann von Fallersleben










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Glitzer, Glimmer, Weihnachtsschimmer





Glitzer, Glimmer, Weihnachtsschimmer
Tannengrün, Bratapfelduft,
Kerzenglanz in jedem Zimmer,
Weihnachtszeit liegt in der Luft.


Draußen knirscht der Schnee ganz leise,
drinnen warm der Ofen prasselt.
Christkind geht auf seine Reise.
Wintersturm am Fenster rasselt.


Keksbackdüfte ziehn durchs Haus,
jedermann summt Weihnachtslieder.
Was gibt's wohl zum Festtagsschmaus?
Kindheitsszenen kehren wieder.


Weihnachtsmärchen alter Dichter,
Glockenklänge in der Nacht.
Glücklich lächelnde Gesichter,
Gabentische voller Pracht.


Weihnachtsträume werden wahr,
Frieden kehrt im Herzen ein,
Weihnachtszeit ist wunderbar.
Könnt doch immer Weihnacht sein!




veredit©isabella.kramer 2007





Bitte beachten Sie das Urheberrecht: Copyright Texte, Fotos und Graphiken = Isabella Kramer, veredit - wenn nicht anders erwähnt. Auch für private Homepages dürfen diese Texte, Fotos und Graphiken nicht ohne ausdrückliche schriftliche Erlaubnis verwendet werden! Wenn Sie meine Gedichte oder Bilder verwenden wollen, fragen sie mich bitte. 
Kontakt über email: vere_dit@yahoo.de




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24 lange Tage

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24 lange Tage

Wenn die erste Fröste knistern
in dem Wald bei Bayrisch-Moos,
geht ein Wispern und ein Flüstern
in den Tannenbäumen los-
ein Gekicher und Gesumm ringsherum.
Eine Tanne lernt Gedichte,
eine Lerche hört ihr zu.
Eine dicke, alte Fichte
sagt verdrießlich: Gebt doch Ruh`!
Kerzenlicht und Weihnachtszeit sind noch weit!
Vierundzwanzig lange Tage
wird gekräuselt und gestutzt
und das Wäldchen ohne Frage
wunderschön herausgeputzt.
Wer noch fragt: Wieso? Warum? -
der ist dumm!
Was das Flüstern hier bedeutet,
weiß man selbst im Spatzennest:
Jeder Tannenbaum bereitet
sich nun vor aufs Weihnachtsfest.
Denn ein Weihnachtsbaum zu sein,
das ist fein!





James Krüss, 1926-1997








Aquarell von Isabella Kramer - veredit 




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Flocken tanzen







Flocken tanzen

Flocken fallen nicht, sie tanzen,
trudeln, trödeln, schwieschwuschwieren,
heben sich empor, sind Lanzen,
weiche Watte. Oft verlieren
sie den Auftrag, der sie ruft
und zerschmelzen in der Luft.

Flocken sind die Harlekine
unter allen Niederschlägen.
Nasen treffen sie, Sabine
necken sie und legen
sich an ihrem Nacken an,
spielen vorher Hampelmann.

Flocken häufen sich mit Schwestern
auf den Wegen, Häusern, Bäumen,
tünchen weiß, was grad noch gestern
farbig war. In Kinderträumen
tragen sie auch Namen wie
Cheristane, Weißmarie.




©Ingo Baumgartner


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Ausfahrt

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Ausfahrt

Schlitten vorm Haus,
Steig ein, kleine Maus,
Zwei Kätzchen davor,
So gehts durchs Tor,
Zwei Kätzchen dahinter,
So gehts durch den Winter.

Hinein ins Feld,
Wie weiß ist die Welt.
Auf einmal, o weh,
Kleine Maus liegt im Schnee,
Kleine Maus liegt im Graben,
Wer will sie haben?

Schlitten vorm Haus,
Wo blieb kleine Maus?
Die Kätzchen, miau,
Die wissens genau:
Hat nicht still gesessen,
Da haben wir sie gefressen.





Gustav Falke










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