Kindergedichte für kleine und große Kinder - Wunschthema einfach anklicken!

A. Grün ab nach draußen ABC-Reihe für Kinder Abenteuer Abzählreime Advent Akrobaten Apfel Aquarelle Bach Balladen bäume Birnen Blumengedichte Brot Bücher Burgen Christkind Dezember Drachen Eichhorn Eis Eisenbahn Erinnerung Ernte Esel fantasie Fasching Februar Feder feen und elfen Feuer Fische Fledermaus Fliegen Frauenmantel Fremde Länder Freunde Froschgedichte Frost Frühling Garten Gäste Geburtstag Geheimnis Geister Geschenke Glocke Glück Großmutter Grusel Gute-Nacht-Gedichte Häschen Hasen Herbst Hexen Hörtexte Humor Hunde Hüte Igel Isabella Kramer Januar Kalender Karneval Karussell Katzen Käuzchen Kekse Kochen und Backen könige krank Krieg Krokodil Künstler Lachen Lamm Laterne Leckereien Lehrer Lied Maikäfer märchen Martinstag März Mäuse Meer Meise Modenschau Mond Moor Muscheln nachts natur Nebel Nikolaus Nilpferd nixen und meerjungfrauen November Ostergedichte Osterhase Ostern Otter Pantum Paris Parties und Feste Pfau Pferde Pflanzen Pflaumen Pinguine Piratengedicht Prinzen Raben Ranunkel Rätsel Regen Regenbogen Reisen Riesen Ritter Schabernack Schätze Schaukel Schiffe schlafen Schlaflied Schlaraffenland Schlitten Schmetterlinge Schnecken Schnee Schneeglöckchen Schnupfen Schuhschnabel Schule See Seefahrer und Piraten Segelschiffe sommer Sonne Sorgen Spatz spielen Spinnen Sterne Storch Tannenbaum Tiergedichte Traum traurig Trost Tulpen über Dichter Uhu Veilchen veredit Vögel Volksgut Wald Wale Wasser Weidenkätzchen Weihnachten Weihnachtsmann Weisheit wenn zwei sich finden Wetter wettkampf Wichtel Wiegenlieder Wind Winter Wintergedichte Wolf Wolken Wünsche Zauber Zitate zu Hause Zwerge
Kindergedichte für kleine und große Kinder - Thema oder Rubrik können in der obigen Wortwolke gesucht werden, Autoren lassen sich am besten über die untere Suchfunktion herausfiltern.

sie suchen einen Autor, Titel oder Thema ... ?

Der goldene Tod

.



Der goldene Tod


Kein Wind im Segel, die See liegt still –
kein Fisch doch, der sich fangen will!
So ziehen die Netze sie wieder herein
und murren, schelten und fluchen drein.
Da neben dem Kutter wird's heller und licht
wie weißliches Haar, wie ein Greisengesicht,
und ein triefendes Haupt taucht auf aus der Flut:
»Ei, drollige Menschlein, ich mein's mit euch gut –

Ich gönn' euch von meiner Herde ja viel,
doch heut ist mein Jüngster als Fisch beim Spiel,
den mußt' ich doch hüten, ich alter Neck,
drum jagt ich sie all miteinander weg –
doch schickt ihr den Jungen mir wieder nach Haus,
so werft nur noch einmal das Fangzeug aus:
Der schönste ist mein Söhnchen klein,
das übrige mag euer eigen sein!«

Hei, flogen die Netze jetzt wieder in See!
Ho, kaum, daß ihr' Lasten sie brachten zur Höh'!
Wie lebende Wellen, so fort und fort
von köstlichen Fischen, so quoll's über Bord.
Und patscht und schnappt und zappelt und springt –
und bei den Fischern, da tollt's und singt.
Nun plötzlich blitzt es – seht: es rollt
ein Fisch über Bord von lauterem Gold!

Eine jede Schuppe ein Geldesstück!
Wie edelsteinen, so funkelt's im Blick!
Die Kiemen sind aus rotem Rubin,
Perlen die Flossen überziehn,
mit eitel Demanten besetzt, so ruht
auf seinem Häuptlein ein Krönchen gut,
und fürnehm wispert's vom Schnäuzlein her:
»Ich bin Prinz Neck, laßt mich ins Meer!«

Den Fang ins Meer? Sie rühren ihn an,
die Fischer, und tasten und stieren ihn an.
»Laßt mich ins Meer!« Sie hören nicht drauf.
»Laßt mich ins Meer!« Sie lachen nur auf.
Sie wägen das goldene Prinzlein ab,
sie schätzen's und klauben ihm Münzlein ab –
Wie wiegt das voll, wie gleißt das hold!
Sie denken nichts weiter, – sie denken nur Gold.

Und seht: ein Goldschein überfliegt
jetzt alles, was von Fisch da liegt,
und wandelt's, daß es klirrt und rollt:
Seht all die Fische werden Gold!
Sinkt das Schiff von blitzender Last?
»Schaufelt, was die Schaufel faßt!«...
Wie lustiges Feuerwerk sprüht das umher –
dann rauscht über alles zusammen das Meer.



Ferdinand Avenarius, 1856 - 1923 




.
Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...