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Das Glück

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Das Glück

Hat wer von Glück gesprochen?
Ist gar ein schönes Wort,
Dem Ohr ist es verklungen,
Dem Herzen hallt es fort.

Wie eine holde Sage,
Vom Glauben fromm geweiht,
So wie ein reizend Märchen
Aus längst vergangner Zeit.

Es weckt so süße Ahnung
Wo es die Herzen traf,
Und wiegt auch große Kinder
Zuweilen noch in Schlaf.






Auguste Kurs, 1815 - 1892




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Weihnachtsglocken

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Weihnachtsglocken


O Winterwaldnacht, stumm und her,
mit deinen eisumglänzten Zweigen,
lautlos und pfadlos, schneelastschwer,-
wie ist das groß, dein stolzes Schweigen!

Es blinkt der Vollmond klar und kalt;
in tausend funkelharten Ketten
sind festgeschmiedet Berg und Wald,
nichts kann von diesem Baum erretten.

Der Vogel fällt, das Wild bricht ein,
der Quell erstarrt, die Fichten beben;
so ringt den großen Kampf ums Sein
ein tausendfaches banges Leben.

Doch in den Dörfern traut und sacht,
da läuten heut` zur Welt hinieden
die Weihnachtsglocken durch die Nacht
ihr Wunderlied - vom ew`gen Frieden. 




Karl Stieler, 1842-1885





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Weihnachten

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Und wieder nun läßt aus dem Dunkeln
Die Weihnacht ihre Sterne funkeln!
Die Engel im Himmel hört man sich küssen
Und die ganze Welt riecht nach Pfeffernüssen ...

So heimlich war es die letzten Wochen,
Die Häuser nach Mehl und Honig rochen,
Die Dächer lagen dick verschneit
Und fern, noch fern schien die schöne Zeit.
Man dachte an sie kaum dann und wann.
Mutter teigte die Kuchen an
Und Vater, dem mehr der Lehnstuhl taugte,
Saß daneben und las und rauchte.
Da plötzlich, eh man sich's versah,
Mit einem Mal war sie wieder da.

Mitten im Zimmer steht nun der Baum!

Man reibt sich die Augen und glaubt es kaum ...
Die Ketten schaukeln, die Lichter wehn,
Herrgott, was giebt's da nicht alles zu sehn!
Die kleinen Kügelchen und hier
Die niedlichen Krönchen aus Goldpapier!
Und an all den grünen, glitzernden Schnürchen
All die unzähligen, kleinen Figürchen:
Mohren, Schlittschuhläufer und Schwälbchen,
Elephanten und kleine Kälbchen,
Schornsteinfeger und trommelnde Hasen,
Dicke Kerle mit rothen Nasen,
Reiche Hunde und arme Schlucker
Und Alles, Alles aus purem Zucker!

Ein alter Herr mit weißen Bäffchen
Hängt grade unter einem Äffchen.
Und hier gar schält sich aus seinem Ei
Ein kleiner, geflügelter Nackedei.
Und oben, oben erst in der Krone!!
Da hängt eine wirkliche, gelbe Kanone
Und ein Husarenleutnant mit silbernen Tressen –
Ich glaube wahrhaftig, man kann ihn essen!

In den offenen Mäulerchen ihre Finger,
Stehn um den Tisch die kleinen Dinger,
Und um die Wette mit den Kerzen
Puppern vor Freuden ihre Herzen.
Ihre großen, blauen Augen leuchten,
Indess die unsern sich leise feuchten.
Wir sind ja leider schon längst »erwachsen«,
Uns dreht sich die Welt um andre Achsen

Und zwar zumeist um unser Bureau.
Ach, nicht wie früher mehr macht uns froh
Aus Zinkblech eine Eisenbahn,
Ein kleines Schweinchen aus Marzipan.
Eine Blechtrompete gefiel uns einst sehr,
Der Reichstag interessiert uns heut mehr;
Auch sind wir verliebt in die Regeldetri
Und spielen natürlich auch Lotterie.
Uns quälen tausend Siebensachen.
Mit einem Wort, um es kurz zu machen,
Wir sind große, verständige, vernünftige Leute!

Nur eben heute nicht, heute, heute!

Über uns kommt es wie ein Traum,
Ist nicht die Welt heut ein einziger Baum,
An dem Millionen Kerzen schaukeln?
Alte Erinnerungen gaukeln
Aus fernen Zeiten an uns vorüber
Und jede klagt: Hinüber, hinüber!
Und ein altes Lied fällt uns wieder ein:
O selig, o selig, ein Kind noch zu sein!





Hermann Oscar Arno Alfred Holz, 1863 - 1929






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Weihnachtslied

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Weihnachtslied


Vom Himmel in die tiefsten Klüfte 
Ein milder Stern herniederlacht. 
Vom Tannenwalde steigen Düfte 
Und hauchen durch die Winterlüfte, 
Und kerzenhelle wird die Nacht. 

Mir ist das Herz so froh erschrocken, 
Das ist die liebe Weihnachtszeit! 
Ich höre fernher Kirchenglocken 
Mich lieblich heimatlich verlocken 
In märchenstille Herrlichkeit. 

Ein frommer Zauber hält mich wieder, 
Anbetend, staunend muß ich stehn; 
Es sinkt auf meine Augenlider 
Ein goldner Kindertraum hernieder, 
Ich fühl’s, ein Wunder ist gescheh’n.



Theodor Storm 






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Wenn die Weihnacht kommt

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Wenn die Weihnacht kommt,
da werden Kinderaugen strahlen,
wird im Lichterglanz
der Christbaum stehen,
wird sich Freude in den Augen malen,
die sonst keine Freude sehn.

Wenn die Weihnacht kommt,
wird Glück und Eintracht walten,
auch in Häusern, die
kein Leid verschont,
wird der Friede seinen Einzug halten,
wo sonst Kampf und Sorge wohnt.

Wenn die Weihnacht kommt,
wird man vom Kind erzählen,
das in Bethlehem geboren ward.
Wenn die Weihnacht kommt,
wird mancher fehlen,
der durch Krieg und Tod verloren ward.

Wenn die Weihnacht kommt,
soll man sich fragen,
ob's nicht besser wär'
und nicht so schwer,
wenn der Friede nicht nur
an den Feiertagen,
sondern allezeit auf Erden wär'.

Wenn die Weihnacht kommt,
soll man gut hören
in sich selbst hinein wie im Gebet.
Wenn die Weihnacht kommt,
soll man sich schwören,
dass nie wieder Krieg und Hass aufsteht.


Max Dauthendey






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In den Bergen

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In den Bergen

Felsen in den Lüften oben,
Freut euch, daß ihr hoch erhoben
Über dieser Erde steht!
Daß vom lärmenden Getöse
Dieser nicht'gen Weltengröße
Kaum ein Nachhall zu euch weht.

Ferne von des Tages Mühen
Ragt ihr auf in reinem Glühen,
Wenn schon Nacht das Thal verhüllt.
Noch ist uns das Licht verborgen,
Wenn der Sonne Glanz am Morgen
Eurer Rosen Kelch erfüllt.

Stumm von Ewigkeit gethürmte,
Schnee- und wieder föhnumstürmte
Reicht ihr in den Äther hin! 
Eure Gipfel sind im Blauen,
Wenn zu Füßen auch die grauen
Dunkeln Wetterwolken zieh'n.




Martin Greif, 1839 - 1911






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