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Aus der Ferne ...

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Aus der Ferne …



Und wenn du groß bist – nein, du wirst's nicht wissen,
Wie ich's so gut, so gut mit dir gemeint,
Wie dieses stolze Aug' in heiße Kissen
So oft in Sehnsucht hat um dich geweint.
Ich möcht' die Ruh' nicht deines Herzens stören –
Ich bin ja tot … verreist … ich weiß es nicht!
Könnt' ich nur einmal noch dein Stimmchen hören:
"Papa, Papa!" … O Gott, ein andrer flicht
Dir nun den Frühlingskranz von Anemonen,
Erzählt dir Märchen vom kristallnen Berg,
Vom groben Riesen und vom schlauen Zwerg
Und von dem Schloß, darin die Elfen wohnen …
Ach, könnt' ich dann nur still durchs Zimmer gehn,
Den Märchenglanz in deinen Kinderblicken,
Die heißerglühten Bäckchen nur zu sehn,
Und leis den Mund auf deinen Scheitel drücken …
Ich schlich' mich heimlich, wie ein böser Dieb,
An dir vorbei, dir keinen Traum zu trüben –
Weißt du's denn noch, ich hatt' dich einst so lieb …
Fühlst du's denn nicht: ich werd' dich immer lieben!





Rudolf Presber, 1868 - 1935





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