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Ein Lied hinter dem Ofen zu singen

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Ein Lied
hinterm Ofen zu singen.

Der Winter ist ein rechter Mann,
Kernfest und auf die Dauer;
Sein Fleisch fühlt sich wie Eisen an,
Und scheut nicht Süß noch Sauer.

War je ein Mann gesund, ist er’s;
Er krankt und kränkelt nimmer,
Weiß nichts von Nachtschweiß noch Vapeurs,
Und schläft im kalten Zimmer.

Er zieht sein Hemd im Freien an,
Und läßt’s vorher nicht wärmen;
Und spottet über Fluß im Zahn
Und Kolik in Gedärmen.

Aus Blumen und aus Vogelsang
Weiß er sich nichts zu machen,
Haßt warmen Drang und warmen Klang
Und alle warme Sachen.

Doch wenn die Füchse bellen sehr,
Wenn’s Holz im Ofen knittert,
Und um den Ofen Knecht und Herr
Die Hände reibt und zittert;

Wenn Stein und Bein vor Frost zerbricht,
Und Teich’ und Seen krachen;
Das klingt ihm gut, das haßt er nicht,
Denn will er sich todt lachen. –

Sein Schloß von Eis liegt ganz hinaus
Beym Nordpol an dem Strande;
Doch hat er auch ein Sommerhaus
Im lieben Schweizerlande.

Da ist er denn bald dort bald hier,
Gut Regiment zu führen.
Und wenn er durchzieht, stehen wir
Und sehn ihn an und frieren.


Matthias Claudius, Erstdruck 1782 



Gemälde Copyright: 
Isabella Kramer 


Bitte beachten Sie das Urheberrecht: Copyright Texte, Fotos und Grafiken = Isabella Kramer, veredit – wenn nicht anders erwähnt. Auch für private Homepages dürfen diese Texte, Fotos und Grafiken nicht ohne ausdrückliche schriftliche Erlaubnis verwendet werden! Wenn Sie meine Gedichte oder Bilder verwenden wollen, fragen Sie mich bitte. 
Kontakt über E-Mail: vere_dit@yahoo.de

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Wintermärchen

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Wintermärchen

Auf dem Baum vor meinem Fenster
Saß im rauhen Winterhauch
Eine Drossel, und ich fragte:
»Warum wanderst du nicht auch?

Warum bleibst du, wenn die Stürme
Brausen über Flur und Feld,
Da dir winkt im fernen Süden
Eine sonnenschöne Welt?«

Antwort gab sie leisen Tones:
»Weil ich nicht wie andre bin, 
die mit Zeiten und Geschicken
Wechseln ihren leichten Sinn.

Die da wandern nach der Sonne
Ruhelos von Land zu Land,
Haben nie das stille Leuchten
In der eignen Brust gekannt.

Mir erglüht's mit ew'gem Strahle
– Ob auch Nacht auf Erden zieht –,
sing' ich unter Flockenschauern
Einsam ein erträumtes Lied.

Wundersamer Trost der Schmerzen!
Doch nur jene kennen ihn,
Die in Nacht und Sturm beharren
Und vor keinem Winter fliehn.

Dir auch leuchtet hell das Auge;
Deine Wange zwar ist bleich;
Doch es schaut der Blick nach innen
In das ew'ge Sonnenreich.

Laß uns hier gemeinsam wohnen,
Und ein Lied von Zeit zu Zeit
Singen wir von dürrem Aste
Jenem Glanz der Ewigkeit.«


Otto Ernst, 1862 - 1926




Photo copyright: Isabella Kramer

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Der kleine Ritter

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Der kleine Ritter

Hurra, mein neues Steckenpferd
hat feine flinke Beine!
Nun kauf ich mir ein großes Schwert
und reite ganz alleine.

Und reite, wie der Sturmwind weht,
rund dreimal um den Garten,
und wo der große Schneemann steht,
da muss mein Rösslein warten.

Nun komm mal her aus deiner Burg!
Dein Besen macht mich lachen.
Ich hau dich einfach mitten durch;
dann kannst du nichts mehr machen.

Da liegst du nun, du Goliath,
auf deiner weißen Nase,
und ich reit nach der nächsten Stadt,
reit vor das Tor und blase:

"Herr König, Euer Feind ist tot,
mit großem Grimme focht er,
mein gutes Schwert bracht ihn in Not,
nun gebt mir Eure Tochter."

"Herein, Herr Ritter, kommt herein
mit Trommeln und Parade,
und morgen soll die Hochzeit sein,
dann gibt es Schokolade."


Gustav Falke





Foto von Lanju Fotografie auf Unsplash

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Die Weihnachtsfee Ebony

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Vorweihnacht, das ist Feenzeit, 
nach Mitternacht zu hören;
das Wispern, Kichern, Glöckchenklingeln.
Du solltest sie nicht stören!

Jetzt üben sie den Weihnachtsreigen,
zaubern sich neue Roben;
mit Sternenfunkeln, goldbehaucht, 
die Vielfalt ist zu loben. 

Distellas Schwester Ebony,
mit Haar wie Sternennacht,
ist stets ein echter Wirbelwind
und die am hellsten lacht. 

Jongliert sogar mit Christbaumkugeln
und das auch noch kopfüber.
Man wird vom Zuschau'n schon ganz wirr. 
Dann singt sie auch noch Lieder, 

die Sterne selbst zum Strahlen bringen, 
melodisch, überirdisch schön.
Die Stimme perlt sanft durch die Nacht,
die Zeit bleibt einfach stehen. 

Sofort vergisst man allen Kummer
und Träume werden friedlich. 
Die Welt versinkt im Weihnachtsschlummer, 
das ist den Proben dienlich. 

So wird geübt, getanzt, gelacht,
bis dann, der Morgen graut.
Das Weihnachtszimmer liegt ganz still,
als du verdutzt reinschaust. 



veredit©isabella.kramer25



Mehr über Weihnachtsfeen findest du hier-> Weihnachtsfeen



Gemälde copyright: 
Isabella Kramer 



Bitte beachten Sie das Urheberrecht: Copyright Texte, Fotos und Grafiken = Isabella Kramer, veredit - wenn nicht anders erwähnt. Auch für private Homepages dürfen diese Texte, Fotos und Grafiken nicht ohne ausdrückliche schriftliche Erlaubnis verwendet werden! Wenn Sie meine Gedichte oder Bilder verwenden wollen, fragen Sie mich bitte. 

Kontakt über E-Mail: vere_dit@yahoo.de



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Der Weihnachtsbaum

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Der Weihnachtsbaum


Strahlend, wie ein schöner Traum,

steht vor uns der Weihnachtsbaum.

Seht nur, wie sich goldenes Licht

auf der zarten Kugeln bricht.

“Frohe Weihnacht” klingt es leise

und ein Stern geht auf die Reise.

Leuchtet hell vom Himmelszelt –

hinunter auf die ganze Welt.



Richard Dehmel, 1863-1920





Photo credit: Isabella Kramer

 

 

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Nußknacker

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Nußknacker


Nußknacker, du machst ein grimmig Gesicht -
Ich aber, ich fürchte vor dir mich nicht:
Ich weiß, du meinst es gut mit mir,
Drum bring ich meine Nüsse dir.

Ich weiß, du bist ein Meister im Knacken:
Du kannst mit deinen dicken Backen
Gar hübsch die harten Nüsse packen
Und weißt sie vortrefflich aufzuknacken.

Nußknacker, drum bitt ich dich, bitt ich dich,
Hast bessere Zähn als ich, Zähn als ich.
O knacke nur, knacke nur immerzu!
Ich will dir zu Ehren, die Kerne verzehren.

O knacke nur, knack knack knack! immerzu!
Ei, welch ein braver Kerl bist du!


August Heinrich Hoffmann von Fallersleben, 
bekannt als Hoffmann von Fallersleben, 1798 - 1874



Foto von Anna Spoljar auf Unsplash

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