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Der brave Karo

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Der brave Karo

Die Mutter ging, das Kind schläft gut;
Es bleibt zurück in Karo's Hut.

Doch bald – wer hätte das gedacht! –
Das Kindlein in der Wieg' erwacht.

Schon schreit das kleine Ännchen laut,
Der Karo sehr bekümmert schaut.

Der kluge Hund ans Fenster springt:
"Kommt niemand, der mir Hilfe bringt?"

Umsonst, es kommt kein Mensch heran!
Laut fängt der Hund zu bellen an.

Das Kindlein immer lauter schreit,
Nun ist Bewegung an der Zeit.

Der Karo schaukelt hin und her,
Die Wiege schwingt sich immer mehr.

Erschrocken schaut jetzt Karo stumm;
Es scheint, als schlüg' die Wiege um.

Da richtig liegt die Kleine schon
Heraußen! Seht, das kommt davon!

Es setzt sich Ännchen auf und weint;
Die Tränen leckt ihm ab der Freund.

Und wie gerade steht das Kind,
Der Karo gleich sein Spiel beginnt.

Vom Fenster jetzt zu seinem Glück
Zieht Karo Ännchen rasch zurück.

Und weil’s darob verdrießlich ist,
Sorgt Karo, daß es dies vergißt.

Er bringt ihm, zu des Kind's Behagen,
Das kleine Püppchen und den Wagen.
 
Nun zieht – für einen Hund nicht dumm –
Er das Gespann im Kreis herum,

Bis Ännchen jetzt zu Boden fällt,
Was ihm die Freude sehr vergällt.

Aufs neu' das Weinen nun beginnt:
"Beruhige dich, du liebes Kind!"

Nun denken Kind und Karo bang:
"Wo bleibt die Mutter denn so lang?"

Als sie die Mutter endlich seh'n,
Da heißt es schnell zu Bette geh'n.
 
Die Mutter kommt – ihr Aug' und Ohr
Das findet alles wie zuvor.



Franz Bonn, 1830 - 1894 

 

 


Gemälde copyright: 
Isabella Kramer

 

 

 

Fünf Freunde

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Zähl die Freunde, die ich habe:

Kiefer, Bambus, Stein und Wasser.

Mond, auch du bist mein Gefährte,

leuchtend überm Ostgebirg.

Sag, wie sollt ich mehr mir wünschen,

sind nicht diese fünf genug?



Yun Son-Do, 1587 - 1671





Photo copyright: Isabella Kramer

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Zauberer Geständnis

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Zauberer Geständnis

Schreibzaubern wäre wunderbar
und wahrlich mehr als nützlich.
Man nähm' nen Stift und siehe da,
was aufgeschrieben wäre wahr
und würd' sofort erscheinen.

Mit einem Strich und Kringel gar,
könnte man sich ganz Li, ganz La
die Laune selbst aufhellen
und bräuchte man ein großes Eis
oder 'nen neuen Freundeskreis,
schrieb man es hin und welches Glück,
das so Gewünschte man erblickt.

Auch Schulprobleme kein Problem,
denn schreibgezaubert und bequem,
man ohne Lernen viel erreicht.
Vielleicht das Hirn ganz leicht aufweicht,
doch andere haben schon bewiesen,
das hindert nicht im La, im Liesen,
im Leben kommt man trotzdem weiter.

Drum munter auf!
Schreibzaubert weiter!
Ihr glaubt das könnte nicht gelingen?
Mag sein, ich schreib ja nur von Dingen,
von denen ich nicht viel verstehe.
Es ist gezaubert, ich gestehe.

 

 

 

veredit©isabella.kramer22

 

Gemälde copyright: Isabella Kramer 


auch enthalten im neuen Gedichteband "Kinder-Gedichte-Welt" erhältlich über mich oder via blurb.de 


Bitte beachten Sie das Urheberrecht: Copyright Texte, Fotos und Grafiken = Isabella Kramer, veredit - wenn nicht anders erwähnt. Auch für private Homepages dürfen diese Texte, Fotos und Grafiken nicht ohne ausdrückliche schriftliche Erlaubnis verwendet werden! Wenn Sie meine Gedichte oder Bilder verwenden möchten, fragen Sie mich bitte. 
Kontakt über E-Mail: vere_dit@yahoo.de

  

  

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Don Quixote

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Don Quixote

Noch ein Abenteuer,
Welches Ruhm verspricht;
Siehst du auf dem Hügel
Dort die Riesen nicht?
Turmhoch, mißgeschaffen,
Drohend in den Wind,
Welche anzuschauen
Fast wie Mühlen sind?
Mit Vergunst, Herr Ritter,
Kann ich da nur sehn
Mühlen, die im Winde
Ihre Flügel drehn.

Seien, feiger Knappe,
Deinem stumpfen Sinn
Diese Ungeheuer
Mühlen immerhin;
Hülle sich mit Trugschein
Zauberhaft der Graus,
Findet doch der Ritter
Sich die Riesen aus.
Mit Vergunst, Herr Ritter,
Glaubt's mir, auf mein Wort,
Das sind echte Mühlen,
Auf dem Hügel dort.

Dürft ihr's euch erfrechen,
Haltet mir nur Stand,
Strauß mit euresgleichen
Ist mir Kindertand.
Einer gegen alle,
Falsche Höllenbrut,
Und die Erde trinkt bald
Eures Herzens Blut.
Mit Vergunst, Herr Ritter,
Hört mich doch nur an,
Mühlen sind's, nur Mühlen,
Wie ich schwören kann.

Süße Dulcinea,
Blick auf mich herab!
So der wackre Ritter,
Spornt den Gaul in Trab;
Treibet auf den ersten,
Der da seiner harrt –
Und geschleudert stürzt er
Auf die Erde hart.
Lebt Ihr, guter Ritter,
Oder seid Ihr tot?
Aber tat's mit Mühlen
Euch zu raufen Not?

Sollte wer mich fragen,
Wie man vieles fragt,
Ob es Riesen waren,
Wie der Herr es sagt,
Oder bloße Mühlen,
Wie es meint der Knecht;
Geb ich unbedenklich
Unserm Ritter Recht.
Mit den Herrn es halten,
Bleibt das Klügste noch;
Was von solchen Dingen
Wissen Knechte doch!


Adelbert von Chamisso, 1781 - 1838



Photo copyright: Isabella Kramer

Mal mir eine Note ... bittet der Kl. Prinz



Mal mir eine Note ... bittet der Kl. Prinz

Mal mir eine Note
eine richtig schöne Note
eine ausgefüllte dicke fette
eine mit 1 Fähnchen,
nein, lieber mit 2 Fähnchen dran

eine, die sich festhalten kann,
die nicht umfällt,
weil sie ja so rund ist
die Halt und Geborgenheit hat,
eine, deren Klang die Herzen
aller Menschen anrührt

mal ihr einen Zaun,
worauf sie Platz nehmen kann –
und lass sie unausgefüllt,
wenn sie sich ausruhen möchte

mal ihr auch so ein Ding
auf das Schild vor dem Anfang des Zaunes
damit sie weiß, wie sie klingen soll

dann mal ihr noch Freunde,
die auch an verschiedenen Stellen
auf dem Zaun hocken
damit sie miteinander
zu einem Lied werden können

Mal mir eine Note
Eine richtig schöne Note
Eine ausgefüllte dicke fette
Eine mit 1 Fähnchen,
nein lieber mit 2 Fähnchen dran ...

Mit freundlicher Genehmigung von (c) Ingrid Hassmann



"...analog zu „Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint – Exupéry (vor vielen Jahren zu einem Musikprojekt entstanden)."



Photo by Dayne Topkin on Unsplash



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Darum

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Darum

Was freut dich so? Möcht's wissen, mein Herz.
Ach, meint das Herz, das kann ich nicht sagen.
Vielleicht ist's nur allein der März,
Und daß die Bäume nun Knospen tragen,

Und daß die Buben so fröhlich sind
Auf den wiederbesonnten Gassen,
Und daß die Mädel im Frühlingswind
Ihre Zöpfe fliegen lassen,

Und daß die eine dir gestern die Hand
So herzlich gedrückt. Wer will es sagen?
Im Frühling ist alles aus Rand und Band.
Warum? Darum! Nun laß dein Fragen.


Gustav Falke, 1853 -  1916 



Photo copyright: Isabella Kramer
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Die Gnomen und das Kartenhaus

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Die Gnomen und das Kartenhaus.

Zwei Gnomen namens Frosch und Frisch
Erblicken Karten auf dem Tisch.

Gar bald vergnügt die beiden sehen:
Die Blätter bleiben aufrecht stehen,

Wenn man sie so zusammenstellt,
Daß eins das andre stützt und hält.

Daß dies gelang, erfreut sie sehr,
Drum rasch zwei neue Karten her!

Die lehnen link und rechts sie bei,
Daß fester steh'n die ersten zwei.

Frisch ist zufrieden nicht damit,
Er will noch weiter einen Schritt.

Da warnt ihn Frosch: "Sei nicht so dumm,
Du wirfst damit die andern um!"

Doch sieh', es geht! Der Frisch ist froh,
Nun macht es Frosch gerade so.

Der Appetit kommt oft bei Tisch,
So geht’s den Gnomen Frosch und Frisch.

Ob des Gelingens froh und heiter
Bau'n beide an dem Häuslein weiter.

Sie lehnen, wie sie's erst getan,
Die beiden Seitenblätter an.

Und wiederholen so genau
Im zweiten Stock den untern Bau.

Weil nun der Arm so weit nicht reicht,
Steigt Frisch hinauf – so geht's vielleicht!

Es geht! Noch nicht der Arbeit satt,
Schleppt Frosch herbei ein neues Blatt.

Doch endlich geh'n die Blätter aus
Und fertig ist das Kartenhaus.

Voll Freude, weil das Werk geglückt,
Jetzt beide tanzen wie verrückt;

Doch eh' sie's denken, – eins – zwei – drei –
Da ist der ganze Spaß vorbei!


Franz Bonn, 1830 - 1894




Foto copyright: wiki commons eflen 
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Unter Fischen

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Unter Fischen


Schau, da kommen sie geschossen,
pfeilschnell durch das weite Meer!
Rudern eifrig mit den Flossen,
schwimmen dicht an dicht umher.

Ändern blitzgeschwind die Richtung
(auf Kommando? Doch von wem!?)
bei der kleinsten Feindessichtung - 
Anführer sind nicht zu sehn. 

Von der Flosse bis zum Kopf
gleicht ein Fischchen hier dem andern.
Drum ist keins ein eitler Tropf.
Sieh sie mit der Strömung wandern!

Doch – Moment! - hast du verglichen?
Sind sie wirklich alle gleich?
Einer hat sich eingeschlichen
mitten in des Schwarmes Reich!

Leuchtet fröhlich rot hervor,
ist nun nicht mehr so allein.
Singt gern mit im Blubber-Chor.
Will einer von vielen sein!



mit freundlicher Genehmigung von ©die amelie/claudia neubacher




Photo copyright: Isabella Kramer
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Ohne Feindschaft

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Ohne Feindschaft

Meinem Hunde rief ich zu,
Höre: gut sei und gescheit,
Kätzchen ist ein Tier wie du,
Also tue ihm kein Leid.

Und dem Kätzchen rief ich zu,
Höre: gut sei und gescheit,
Mäuschen ist ein Tier wie du,
Also tue ihm kein Leid.

Und so leben wir im Haus
Friedlich teilend manch Gericht,
Ich, mein Hund, und Katz' und Maus,
Nur die Menschen lernen's nicht!

Finken auch dem Fenster nahn,
Speisen mit in Sang und Sing,
Nachbarn freilich, die es sahn,
Nennen mich den Sonderling.



Emil Claar, 1842 - 1930




Gemälde copyright: Isabella Kramer


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Das Flüchtigste

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Das Flüchtigste

Tadle nicht der Nachtigallen
Bald verhallend süßes Lied;
Sieh, wie unter allen, allen
Lebensfreuden, die entfallen,
Stets zuerst die schönste flieht.

Sieh, wie dort im Tanz der Horen
Lenz und Morgen schnell entweicht;
Wie die Rose, mit Auroren
Jetzt im Silberthau geboren,
Jetzt Auroren gleich erbleicht.

Höre, wie im Chor der Triebe
Bald der zarte Ton verklingt.
Sanftes Mitleid, Wahn der Liebe,
Ach, daß er uns ewig bliebe!
Aber ach, sein Zauber sinkt.

Und die Frische dieser Wangen,
Deines Herzens rege Gluth,
Und die ahnenden Verlangen,
Die am Wink der Hoffnung hangen -
Ach, ein fliehend, fliehend Gut!

Selbst die Blüthe Deines Strebens,
Aller Musen schönste Gunst,
Jede höchste Kunst des Lebens,
Freund, Du fesselst sie vergebens;
Sie entschlüpft, die Zauberkunst.

Aus dem Meer der Götterfreuden
Ward ein Tropfen uns geschenkt,
Ward gemischt mit manchem Leiden,
Leerer Ahnung, falschen Freuden,
Ward im Nebelmeer ertränkt.

Aber auch im Nebelmeere
Ist der Tropfen Seligkeit;
Einen Augenblick ihn trinken,
Rein ihn trinken und versinken,
Ist Genuß der Ewigkeit.

Johann Gottfried von Herder




Photo copyright: Isabella Kramer
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Fahrt mit Daddeldu

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Rumba

Alle Mann an Deck!
Unser Schiff ist leck –
Neunzehnhundertzweiundreißig – Rumba!
Eh wir untergehn,
Wolln wir uns noch drehn
Im Orkan – Windstärke 12 – im Rumba.

Kuttel Daddeldu
Klebt das Schiffsleck zu
Und steigt in den Mastkorb mit der Buttel.
Alles jubelt laut.
Durch die Buttel schaut
Nach dem Kap der Hoffnung unser Kuttel.

Und das Schifflein rollt.
Alles tanzt und tollt.
Schöne Nixen knicksen auf und nieder,
Und der Kapitän
Schmunzelt souverän.
Daddeldu singt furchtbar laute Lieder.


Joachim Ringelnatz, 1883 - 1934





[Ringelnatz: Verstreut Gedrucktes. Joachim Ringelnatz: Das Gesamtwerk, S. 1312 (vgl. Ringelnatz-GW Bd. 2, S. 235)


Foto Copyright: Isabella Kramer




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Unter der Kastanie

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Unter der Kastanie


Einst in einem Märchenwald
stand ganz knorrig, groß und mächtig
ein Kastanienbaum gar alt,
seine Krone weit und prächtig.

Vieles schon hat er gesehen
und so manches auch erlebt.
Musst schon hundert Jahr dort stehen.
Hat kein einz'ges Mal gebebt.

Unter seiner breiten Krone
schützend grünem Blätterdach
schirmt vor Regen er und Sonne.
Nah tönt rauschend kühl ein Bach.

Dieses war der liebste Ort
der Prinzessin Ann-Kathrein.
Oft lief aus dem Schloss sie fort
um ein Weilchen hier zu sein.

Und obwohl sie einst verlor
hier ein Kästchen voller Schätze,
steigt noch immer sie empor
zu dem schönsten aller Plätze.

Denn wenn lang genug sie schwieg
und dem Bächleinglucksen lauschte,
kam es vor, dass Nebel stieg,
welcher sacht und weich sich bauschte.

Heute hält sie plötzlich still,
denn auf einmal kann sie sehen,
wie gehüllt in Nebeltüll
sich hervorwagen die Feen.

Langsam erst und noch verzagt,
doch als klar, dass nichts gefährlich,
bald von Übermut geplagt
tanzen, singen sie gar herrlich.

Wunderhübsch, so sieht das aus,
wie in ihren Glitzerkleidern
sie sich drehn in Saus und Braus.
„Wer mag solche Roben schneidern?“

frägt sich Ann-Kathrein und schweigt,
hält ganz still um nicht zu stören.
Ihren Kopf sacht schief geneigt
um die Melodie zu hören,

die zum Plätschergluckerklang
fein in Bächleins Lied verwoben
nun ertönt wie Vogelsang.
Da! Ein „Knack!“ - schon sind zerstoben

alle tief ins Unterholz,
die doch eben noch getanzt
und gesungen voller Stolz.
Leer liegt nun die Lichtung ganz.

Ann-Kathrein reibt sich die Augen.
Viel zu rasch ist das geschehn.
Ist nicht sicher, ob sie glauben
kann, was sie grad noch gesehn.

Sehnt zurück so sehr den Reigen
all der zarten Elfenwesen.
Tränchen in die Augen steigen,
weil es gar so schön gewesen.

Doch da tritt in dem Moment
aus dem Unterholz ein Fuchs.
Humpelt, wie sie gleich erkennt,
hat wohl Schmerzen vorn am Fuß.

Direkt kommt er auf sie zu,
Ann-Kathrein wagt kaum zu atmen,
mustert sie in aller Ruh,
scheint auf Reaktion zu warten.

„Du warst das im Unterholz,
der die Feen hat verscheucht!“
spricht sie voller Mut und Stolz
„und hast Schmerzen, wie mich deucht.“

Langsam, um ihn nicht zu schrecken,
hebt den Finger sie und zeigt
auf die Pfote, in der stecken
Dornen, wohl vom Rosenzweig.

„Ach, du armer, lass mich helfen!“
bittet sie ganz leis und sacht.
Längst vergessen sind die Elfen.
Kurz darauf ist es vollbracht:

dicke Stacheln, gleich drei Stück!,
hat behutsam sie gezogen
zu des Fuchses großem Glück,
welcher ihr nun sehr gewogen.

„Holde Maid, ich danke dir!“
wispert rau und leis der Fuchs.
„Sei so lieb und warte hier“
spricht er und entschwindet flugs.

Ann-Kathrein kann's gar nicht fassen,
was ihr hier grad widerfährt.
Will sich überraschen lassen,
wartet nun, wie sich's gehört.

Bald schon ist der Fuchs zurück,
zerrt ein Säcklein hinterher.
Legt es nur ein kleines Stück
weg von ihr hin: „bitte sehr!“

Fragend sieht den Fuchs sie an,
dieser stupst sie sanft und nickt.
Als der erste Blick getan
lachen beide ganz entzückt.

Eine winzig kleine Kiste
voller Schätze und Geschmeide.
Jene, die sie so vermisste!
Reich beschenkt fühl'n sich nun beide.

Nicht nur, weil der Schmerz vorbei
und zurück, was einst verlor'n.
Sondern weil soeben zwei
Freundschaft haben sich geschwor'n.







mit freundlicher Genehmigung von: die amelie ´ 08
Gemälde John Bauer, 1882-1918

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Die Büsumer

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Die Büsumer

Die Büsumer wohnen am Meeresstrand
Und sind für kluge Leute bekannt,
Nur treiben sie die Bescheidenheit
In manchem Stücke gar zu weit.
Des einen Sonntags ihrer neun
Schwimmen sie weit in die See hinein.
Auf einmal, wie das Meer so schwankst,
Wird einem um die andern Angst,
Und zählt sie alle: Eins, zwei, drei,
Bis acht - und läßt sich aus dabei,
Denn er ist echtes Büsumer Kind,
Die immer so bescheiden sind.
Ein zweiter probierts, zählt: Eins, zwei, drei,
Bis acht - und vergißt sich auch dabei.
Da schwimmen sie alle bestürzt ans Land,
Wo eben ein kluger Fremder stand.
Dem klagten sie jammernd ihre Not
Und sagten: Von uns ist einer tot!
Und wußten nicht, welcher ertrunken sei!
Und jammern und zählen immer aufs neu,
Und finden immer nur wieder acht,
Weil jeder bescheiden an sich nicht gedacht.
Der Fremde sprach: Bescheidenheit
Führt euch, ihr guten Leute, zu weit,
Steck jeder die Nas in den Sand einmal,
Und zählt die Tupfen, so habt ihr die Zahl.
Sie folgten dem Fremden, da zählten sie - neun!
Und luden vor Freud ihn zum Frühstück ein.



August Kopisch, 1799 - 1853




Photo copyright: Isabella Kramer


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Zwei Könige

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Einst in einer Sternennacht,
tief in einem Märchenwald,
trafen sich in Prunk und Pracht
König Knuth und Theobald.

Beide suchten nach dem Stein,
welcher Weisheit soll verleihen.
's hieß, er würd zu finden sein
"dort, wo man sich kann verzeihen".

Lange hielt man für Legende,
was man von dem Ort erzählt.
Kunde war's, dass man ihn fände
nicht in der bekannten Welt.

Winzig zwar, doch in sich ganz,
wär zu finden er allein
wo nicht zählten Ruhm und Glanz,
sondern Herzen, gut und rein.

Beide Herrscher suchten lange,
sandten viele Ritter aus.
Wartend, grübelnd und auch bange
thronten sie allein zuhaus.

Was die Könige nicht wussten,
weshalb keiner ihn entdeckte,
dass sie selbst erst finden mussten,
was ganz tief in ihnen steckte.

Denn – das solltest du noch wissen -
beide war`n einander Freund,
bis der Neid sie einst zerrissen
mitsamt dem, was sie vereint.

Es gab Streit, manch böses Wort,
nur noch Zank und kein Verstehen.
Ewigwährend, immerfort,
wollten sich nie wiedersehen.

Keiner konnte es bekennen,
als den andern er schon misste,
längst nicht mehr den Grund benennen,
der die Freundschaft einst vermieste.

Ritter kehrten heim verzagt,
konnten Misserfolg nur melden,
hatten alle viel gewagt,
keiner wurd zu einem Helden.

Jahre zogen so ins Land,
die zwei Könige ergrauten.
Immer noch lag unerkannt
jenes Land, das sie nicht schauten.

Leer war´n beider Königreiche,
einsam, kalt, trotz aller Pracht.
Dass die Hand man sich noch reiche,
dieser Wunsch war leis erwacht

nun in Knuth und Theobald.
Und sie trafen sich zur Nacht
mitten in dem finstren Wald,
sanft erhellt von Sternenpracht.

„Liebster Freund“ so sprachen beide
just im selben Augenblick
„dich zu sehn ist große Freude!
Komm, wir blicken nicht zurück!

Lass den Streit uns nun begraben,
welcher uns so lang entzweit.
Will deine Vergebung haben,
bin zur Buße gern bereit!“

Freunde finden sich im Blick.
doch als sie die Hände reichen,
funkelts hell wie Zauberstück
und es rauscht im Rund der Eichen.

Dort wo ihre Fingerspitzen
zur Versöhnung sich begegnen,
scheints wie Zauberkerzenspritzen
helles Sternenlicht zu regnen.

Und sie seh´n mit Staunen zu,
wie in ihrer beider Hände
wächst und klarer wird im Nu
Zauberminiaturgelände.

Dort, in winzig tiefer Schlucht
ruht ein Stein, umringt von Bäumen.
Jener, den sie so gesucht!
Beide bangen, dass sie träumen

bloß, was sie hier vor sich sehn.
Was sie glaubten nie zu finden,
konnte doch nur dort entstehn,
wo sich Freunde neu verbinden.



von: ©die amelie ´ 08 ... zu ihrer Gedichte Website 

illustration: Mikalojus Ciurlionis (1904-1905)

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Unter der Eiche (ein Hexe-Rosalind-Gedicht)

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Unter der Eiche 


Tief unter der hohlen Eiche
wohnt die Hexe Rosalind
tagunter im Wurzelreiche,
wo die Hexenhöhlen sind.

Oft schon gingst du dran vorbei,
hast den Eingang dort gesehen.
Fragtest stets dich, wie 's wohl sei
einfach mal hinein zu gehen...

Trittst ein in den morschen Stamm,
steigst die Wendeltreppe runter -
feuchtkalt, modrig, steil und klamm!
Gänsehaut kriecht's Bein hinunter.

Fern kannst du schon Klappern hören,
Blubbern, Knistern, Feuerknacken,
leises Murmelzauberschwören,
„Zack!“ vom Krötenbein-Abhacken.

Feuerschein tanzt über Wände,
Gläser drängeln in Regalen.
Flammenspiel vermag behände
Schattenreigens Bild zu malen.

Zögernd lugst du um die Ecken
bang vor dem, was dort könnt' lauern.
Wo mag nur die Hexe stecken?
Neugier kämpft gegen Erschauern.

„Tee und Kuchen?“ - ach, du Schreck!
rutscht das Herz dir in die Hose.
Keck lugt Rosalind ums Eck,
in der Hand die Zuckerdose.gr

„Gern..äh...danke...guten Tag“
stotterst du noch ganz erschrocken.
Dass 'ne Hexe Süßes mag,
haut dich nun doch aus den Socken.

Neugierig seht ihr euch an,
stumm erforscht man sich im Blick,
voneinander angetan
gibt es nun auch kein Zurück.

„Rosalind Moosmauer heiß' ich“
bricht die Hexe nun das Schweigen.
„und ich bin schon hundertdreißig!
Soll ich dir ein Kunststück zeigen?“

Emsig huscht sie auch schon los,
lässt dich dort verdattert stehen.
's scheint, als fänd sie ganz famos,
dich als Gast bei ihr zu sehen.

Schwupp – da ist sie schon zurück!
Seligst breites Zahnlochgrinsen.
Präsentiert ihr Zauberstück,
doch das geht glatt in die Binsen!

„Mist! Da muss ich wohl noch üben!“
Rosalind muss selber lachen.
„Dreimal Dreck und rote Rüben!
Huch, ich wollt ja Tee noch machen...“

Es ist nicht zu übersehen,
dass sie schrecklich schusslig ist.
Ach, ihr werdet euch verstehen,
weil du selbst genauso bist.

Doch der sicherste Beweis,
dass ihr füreinand gemacht,
ist, dass ihr beide habt leis
euch mit Zahnloch angelacht!

So viel gibt es zu entdecken,
voneinander zu erfahren!
Freundschaft, süßer als Zimtschnecken,
wert, sie ewig zu bewahren!

So hat sich dein Mut gelohnt,
Neuland tapfer zu erforschen:
eine neue Freundin wohnt
in der Eiche, der ganz morschen.



von: ©die amelie ´ 08 ... zu ihrer Gedichte Website


Photo copyright: 
Isabella Kramer

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Kind und Katze

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Kind und Katze

Wohl eigenen Gespielen hast du hier
Kind auserwählt in deinem Wiegenleben:
Die bunte Katze spielt mit deren Stäben
Alltäglich liegt ihr Tigerfell bei dir.

Schutzengel meines Kindes scheinst du mir,
In thierischer Gestalt ihm beigegeben,
Daß es erzittern nicht, noch möge beben
Vor dessen Glanz und dessen Strahlenzier.



Christian Wagner, 1835-1918





Photo copyright: Isabella Kramer

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Weißt du, dass die Bäume reden?

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Weißt du, dass die Bäume reden
wenn das Blattwerk leise rauscht
damals in dem Garten Eden
zweier Menschen Stimm’ gelauscht

sprechen von der Mutter Erde
die den Menschen Heimat gab
auf dass alles wuchs und werde
aus Natur das Leben ward

weißt du, dass der Wind erzählt
selt’ne Träume aus der Nacht
als ein Stern den Mond erwählt
und ihm seinen Glanz gebracht

seitdem strahlen uns für immer
hunderttausend Sternenkinder
und verbreiten ihren Glimmer
über staunend stille Münder

weißt du, dass die Meere klingen
aus den unergründlich Tiefen
dass sie uns die Lieder bringen
derer, die aus Lieb’ uns riefen

Wassertierchen, die sich tummeln
in des Meeres Fluten weit
ganz gemächlich dort verbummeln
ihre Wassertierchen-Zeit

weißt du, dass der Regen singet
eine Melodie gar fein
klein und große Tropfen klinget
in dem müden Blümelein

singt von einer langen Reise
kam vom weiten Ozean
seltsam traurig seine Weise
als im Boden er zerrann

weißt du, dass die Kinder ahnen
das, wovon ich euch erzählt
und dass jeden Tag sie mahnen
dass ihr klüger auserwählt
was euch die Natur beschert

und sie anhört, mit ihr redet
mit ihr weint und mit ihr lacht
denn, wer die Natur befehdet
sie zu seinem Feind sich macht



mit freundlicher Genehmigung der Autorin © Ingrid Hassmann , Voerde  




Photo copyright: Isabella Kramer
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Der kleine Vogelfänger





Der kleine Vogelfänger


Wart', Vöglein, wart'! Jetzt bist du mein,
Jetzt hab' ich dich gefangen,
In einem Käfig sollst du jetzt
An meinem Fenster hangen!

»Ach, lieber Bube, sag' mir doch,
Was hab' ich denn begangen,
Dass du mich armes Vögelein,
Dass du mich hast gefangen?« –

Ich bin der Herr, du bist der Knecht:
Die Tiere, die da leben,
Die sind dem Menschen allzumal
Und mir auch untergeben.

»Das, lieber Bube, glaub' ich nicht,
Das sollst du mir beweisen!« –
Schweig' still, schweig' still! sonst brat' ich dich
Und werde dich verspeisen! –

Der Knabe rannte schnell nach Haus,
Da fiel er von der Stiegen.
Das Vöglein flog zum Haus hinaus
Und ließ das Büblein liegen.




August Heinrich Hoffmann von Fallersleben, 1798-1874
 
 
 
 
Photo copyright: Isabella Kramer
 







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Die fünf Hühnerchen

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Die fünf Hühnerchen



Ich war mal in dem Dorfe,
Da gab es einen Sturm,
Da zankten sich fünf Hühnerchen
Um einen Regenwurm.
Und als kein Wurm mehr war zu sehn,
Da sagten alle: Piep!
Da hatten die fünf Hühnerchen
Einander wieder lieb.





Victor Blühten, 1844-1920






gemalt von Isabella Kramer nach dem entzückenden Bild auf Wikimedia,Commons


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Die Zwerge von Pinneberg

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»In Pinneberg eine Hochzeit ist, auf auf, ihr lustigen Geister!
Flink hin, wo's was zu essen gibt, wir sind Schnablierens Meister!«
»Ja!« rief das sämtliche Gezwerg,
»Nach Pinneberg - nach Pinneberg!«
Mit feinen Stimmchen: »Pinneberg!«
Mit gröberen - »Nach Pinneberg!
Ja Pinneberg!
Nach Pinneberg!«

Die Gäste sitzen schon am Tisch und denken nun zu schmausen;
Doch zwischen hockt das Geistervolk, und flink beginnt das Mausen.
Kehrt sich ein Gast zur Nachbarin,
Schlipp schlapp, ist seine Suppe hin!
Es fasst es kein Verstand und Sinn,
Er sieht sich um, wo ist sie hin?
Wo ist sie hin,
Wo ist sie hin?

Es sind die Zwerge nicht zu sehn, sie haben Nebelkappen,
Sie drehen, wenden, ducken sich, man kann sie schwer ertappen.
Sie höhlen aus den ganzen Fisch,
Sie ziehen aus der Gans den Wisch,
Sie langen das Konfekt vom Tisch,
Sie trinken aus den Gläsern frisch
Wein und Gemisch
Verschwenderisch!

Der Tanz beginnt, man steht nun auf, die Gäste sind noch nüchtern,
Es knurrt der Magen, und man war im Nehmen doch nicht schüchtern!
Doch, kam auch noch soviel herein,
Gleich war das Zwergvolk hinterdrein,
Weg war sogleich Bier, Met und Wein,
Im Nu auch jeder Teller rein
Von Leckerein Und Näscherein!

Die Gäste sind zum Tanz so leicht, als war' es vor dem Speisen.
Hei! wie gelang den Paaren es, im Saal herum zu kreisen!
Doch bald erhebt ein Stäuben sich
So mächtiglich und fürchterlich,
Als tanzte hier unsichtbarlich
Der Püsterich mit Alberich
Und Alberich
Mit Kalberich.

Und sieh! so war's; die Zwerge sind vom vielen Wein betrunken:
Da wird im Saal herumgeschleift, gehumpelt und gehunken!
Den einen juckt so weit die Haut,
Er küsst beherzt die schöne Braut,
Und was der eine sich getraut,
Getraut sich alles böse Kraut:
Es graut der Braut,
Die fühlt, nicht schaut.

Den Bräutigam verdrießt das Ding: er schlägt um sich im Zorne
Und trifft, da fliegt ein Käppchen ab dem einen Zwerg von vorne.
Das fängt der Bräutigam sodann
Und sieht nunmehr den kleinen Mann,
Der aber blickt ihn bittend an
Und weint, so sehr man weinen kann:
»Sei kein Tyrann!
Lass los den Bann!«

»Halt fest!« rief da ein Gast ihm zu, »dann kommen andre Zwerge,
Die bringen dir zum Lösegeld viel Schönes aus dem Berge.
So! kneif ihn recht! dann schreit er sehr,
Da kommen Zwerge mehr und mehr:
Sieh! keiner hat die Hände leer,
Und alle tragen Schätze schwer;
Sie keuchen sehr: Kneif ihn noch mehr!«

Wie mühsam kommt nun einer an mit einer goldnen Kette
Und fleht der schönen Braut, dass sie den Kameraden rette.
Die Braut, zufrieden mit dem Kauf,
Setzt nun dem Schelm sein Käppchen auf,
Gibt einen Kuss ihm obenauf
Und sagt: »Nun, armer Schelm, nun lauf.
Lauf Zwergehauf,
Den Berg hinauf!«

Da lief, so schnell es konnte, fort das ganze Volk der Zwerge
Und zankte sich noch lange Zeit, man hört es tief im Berge.
Sie sagten: »Nie nach Pinneberg -
Spricht einer noch von Pinneberg,
Den schicken wir nach Pinneberg,
Und lassen ihn in Pinneberg!
In Pinneberg,
In Pinneberg.«

Der Braut zu Füßen aber liegt der Saal gehäuft voll Schätze,
Und jeder Gast empfängt ein Stück, dass er sich dran ergötze.
Aufs neu' beginnt das ganze Fest;
Und da nun fort das Wespennest,
Ein jeder sich's auch schmecken lässt,
Was man ihm bringt aus Ost und West,
Und hält es fest
Bis auf den Rest.





August Kopisch, 1799-1853










 Bild: Burleskes Fest von Jan Mandijn - 1550




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