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Der Fischer von Gotin



Der Fischer von Gotin

Was regt sich dort um Mitternacht?
Elz hat das Netz zu Strand gebracht,
Die Havel hegt viel Fische.

Da rufts von drüben mit fremdem Laut:
"Hol über!" so wüst daß Eulen graut,
Elz aber frägt: "Wer ruft da?"

"Hol über!" rufts mit grimmem Ton;
Ein andrer wär da bald entflohn,
Elz aber ruft: "Wer seid ihr?"

"Hol über!" rufts mit solcher Wut,
Daß her zum Nachen rauscht die Flut,
Elz aber nimmt das Ruder,

Kennt keine Furcht und keinen Schreck,
Er springt ins Schiff und rudert keck,
Bis er gelangt zum Strande.

Da schleppt sich herab aus wildem Wald
Eine riesig dunkle Graungestalt
Ins Schiff wie mit bleiernen Füßen,

So schwer, daß fast es niedergeht.
Doch Elz stößt ab das Boot und steht
Hochschwebend am andern Ende.

Wie auch das schwanke Holz erkracht,
Elz stehet fest und lenkts mit Macht
Hin durch den Strom der Havel.

Der Fremde blickt ihn furchtbar an,
Elz wieder ihn, als echter Mann,
Und schwingt gemach das Ruder.

Und wie er kommt zum andern Strand
Steigt schweren Tritts der Gast ans Land,
Elz aber heischt das Fährgeld.

"Es liegt im Schiff worin ich saß,
Den keiner zu fahren sich je vermaß
Als du allein, du Kühner!

Denn wisse, daß der Tod ich bin:
Ich ziehe vor Tage nach Gotin
Und alles wird da sterben.

Nur du sollst spät mich sonder Graun
Mit leichten Flügeln wiederschaun
Als sanften Seelenlöser."

So sprache der Riese und verschwand,
Elz aber sah ins Schiff und fand
Es strahlend voll von Golde.

August Kopisch, 1799 - 1853




Photo copyright: Isabella Kramer
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Das ist nicht Sommer mehr

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Das ist nicht Sommer mehr

Das ist nicht Sommer mehr, das ist September ... Herbst:
diese großen weichen Wolken am Himmel,
diese feinen weißen Spinnwebschleier in der Ferne
und hinter den Gärten mit den Sonnenblumen
der ringelnde Rauch aufglimmender Krautfeuer ...
und diese süße weiche Müdigkeit und diese
frohe ruhige Stille überall und trotzdem wieder
diese frische, satte, erntefreudige, herbe Kraft ...
das ist nicht Sommer ... das ist Herbst.


Cäsar Otto Hugo Flaischlen 



Gemälde copyright: Isabella Kramer


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Der Blätterretter

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Der Blätterretter

Winfried Windig,
Blätterretter und dazu
auch noch ein netter
Gartenkobold seines Zeichens,
hat zur Zeit gar viel zu tun.

Denn mit dem Herbst kommt
jenes Wetter, das Blätter reißt 
von Ast und Baum, es kommt 
die Hochsaison der Retter
von bunten, großen, kleinen Blättern,
die gelben, roten und die braunen,
ganz zart und transparent 
zum Staunen, so schön,
die muss man doch bewahren.

Wie, wirst du gleich erfahren, 
denn dies Gedicht wird offenlegen,
warum sich Blätter stets bewegen, 
auch wenn sie längst schon sind 
gefallen, es ist der Winfried, 
der uns allen mit ihnen will ein 
Zeichen geben. 

Sein Einsatz ist schier überall,
wo Bäume Blätter regnen lassen,
im kleinsten Wald,
im größten Park, im Gärtchen
von der Oma Krause,
der Winfried will sie alle fassen
und retten, was er retten kann,
man sieht ihm seine Freude an, 
wenn Tausende von
ihm bewahrt, in seinem
Blattschutzkorb gebettet
und so gut aufgehoben sind.

Denn, das weiß heute jedes Kind,
die Blätter sind der Bäume Lieder,
die voller Zauberkraft und wieder
im nächsten Jahr von Nöten sind,
um Frühling Frühling sein zu lassen,
drum
muss der Winfried alle fassen
  sie retten vorm Verlorengehen.



veredit©isabella.kramer2020





Photo copyright: Isabella Kramer



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Kontakt über email: vere_dit@yahoo.de


Eitelkeit

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Eitelkeit

Ein Töpfchen stand im Dunkeln
An stillverborgener Stelle.
Ha, rief es, wie wollt ich funkeln,
Käm ich nur mal ins Helle.

Ihm geht es wie vielen Narren.
Säß einer auch hinten im Winkel,
So hat er doch seinen Sparren
Und seinen aparten Dünkel.


Wilhelm Busch (1832 - 1908)





Photo by Kelly Sikkema on Unsplash
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Atemloser August

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Atemloser August

Sommermonde machen Stroh aus Erde,
Die Kastanienblätter wurden ungeheuer von Gebärde,
Und die kühnen Bäume stehen nicht mehr auf dem Boden,
Drehen sich in Lüften her gleich den grünen Drachen.
Blumen nahen sich mit großen Köpfen und scharlachen,
Blau und grün und gelb ist das Gartenbeet, hell zum Greifen,
Als ob grell mit Pfauenschweifen ein Komet vorüberweht.
Und mein Blut, das atemlos bei den sieben Farbenstreifen stille steht,
Fragt sich: wenn die Blum', Baum und Felder sich verschieben,
Ob zwei Menschen, wenn die Welt vergeht,
Zweie, die sich lieben, nicht von allen Wundern übrig blieben.



Max Dauthendey, 1867 - 1918






Photo copyright: Isabella Kramer
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