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Das ist nicht Sommer mehr

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Das ist nicht Sommer mehr

Das ist nicht Sommer mehr, das ist September ... Herbst:
diese großen weichen Wolken am Himmel,
diese feinen weißen Spinnwebschleier in der Ferne
und hinter den Gärten mit den Sonnenblumen
der ringelnde Rauch aufglimmender Krautfeuer ...
und diese süße weiche Müdigkeit und diese
frohe ruhige Stille überall und trotzdem wieder
diese frische, satte, erntefreudige, herbe Kraft ...
das ist nicht Sommer ... das ist Herbst.


Cäsar Otto Hugo Flaischlen 



Gemälde copyright: Isabella Kramer


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Der Blätterretter

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Der Blätterretter

Winfried Windig,
Blätterretter und dazu
auch noch ein netter
Gartenkobold seines Zeichens,
hat zur Zeit gar viel zu tun.

Denn mit dem Herbst kommt
jenes Wetter, das Blätter reißt 
von Ast und Baum, es kommt 
die Hochsaison der Retter
von bunten, großen, kleinen Blättern,
die gelben, roten und die braunen,
ganz zart und transparent 
zum Staunen, so schön,
die muss man doch bewahren.

Wie, wirst du gleich erfahren, 
denn dies Gedicht wird offenlegen,
warum sich Blätter stets bewegen, 
auch wenn sie längst schon sind 
gefallen, es ist der Winfried, 
der uns allen mit ihnen will ein 
Zeichen geben. 

Sein Einsatz ist schier überall,
wo Bäume Blätter regnen lassen,
im kleinsten Wald,
im größten Park, im Gärtchen
von der Oma Krause,
der Winfried will sie alle fassen
und retten, was er retten kann,
man sieht ihm seine Freude an, 
wenn Tausende von
ihm bewahrt, in seinem
Blattschutzkorb gebettet
und so gut aufgehoben sind.

Denn, das weiß heute jedes Kind,
die Blätter sind der Bäume Lieder,
die voller Zauberkraft und wieder
im nächsten Jahr von Nöten sind,
um Frühling Frühling sein zu lassen,
drum
muss der Winfried alle fassen
  sie retten vorm Verlorengehen.



veredit©isabella.kramer2020





Photo copyright: Isabella Kramer



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Kontakt über email: vere_dit@yahoo.de


Eitelkeit

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Eitelkeit

Ein Töpfchen stand im Dunkeln
An stillverborgener Stelle.
Ha, rief es, wie wollt ich funkeln,
Käm ich nur mal ins Helle.

Ihm geht es wie vielen Narren.
Säß einer auch hinten im Winkel,
So hat er doch seinen Sparren
Und seinen aparten Dünkel.


Wilhelm Busch (1832 - 1908)





Photo by Kelly Sikkema on Unsplash
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Atemloser August

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Atemloser August

Sommermonde machen Stroh aus Erde,
Die Kastanienblätter wurden ungeheuer von Gebärde,
Und die kühnen Bäume stehen nicht mehr auf dem Boden,
Drehen sich in Lüften her gleich den grünen Drachen.
Blumen nahen sich mit großen Köpfen und scharlachen,
Blau und grün und gelb ist das Gartenbeet, hell zum Greifen,
Als ob grell mit Pfauenschweifen ein Komet vorüberweht.
Und mein Blut, das atemlos bei den sieben Farbenstreifen stille steht,
Fragt sich: wenn die Blum', Baum und Felder sich verschieben,
Ob zwei Menschen, wenn die Welt vergeht,
Zweie, die sich lieben, nicht von allen Wundern übrig blieben.



Max Dauthendey, 1867 - 1918






Photo copyright: Isabella Kramer
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Inserat im August

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Inserat im August

Die verehrlichen Jungen, welche heuer
Meine Äpfel und Birnen zu stehlen gedenken,
Ersuche ich höflichst, bei diesem Vergnügen
Womöglichst insoweit sich zu beschränken,
Daß sie daneben auf den Beeten
Mir die Wurzeln und Erbsen nicht zertreten.



Theodor Storm, 1817 - 1888






Photo copyright: Isabella Kramer

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