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Siehe, auch ich - lebe!

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Siehe, auch ich – lebe


Also ihr lebt noch, alle, alle, ihr,

am Bach ihr Weiden und am Hang ihr Birken,

und fangt von neuem an, euch auszuwirken,

und wart so lang nur Schlummernde, gleich – mir.


Siehe, du Blume hier, du Vogel dort,

sieh, wie auch ich von neuem mich erhebe...

Voll innern Jubels treib ich Wort auf Wort...

Siehe, auch ich, ich schien nur tot. Ich lebe!




Christian Morgenstern, 1871 - 1914




Foto copyright: Isabella Kramer


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Elfenlied

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Elfenlied

Bei Nacht im Dorf der Wächter rief: Elfe!
Ein ganz kleines Elfchen im Walde schlief
Wohl um die Elfe! -
Und meint, es rief ihm aus dem Tal
Bei seinem Namen die Nachtigall,
Oder Silpelit hätt' ihm gerufen.
Reibt sich der Elf die Augen aus,
Begibt sich vor sein Schneckenhaus,
Und ist als wie ein trunken Mann,
Sein Schläflein war nicht voll getan,
Und humpelt also tippe tapp
Durchs Haselholz ins Tal hinab
Schlupft an der Mauer hin so dicht,
Da sitzt der Glühwurm, Licht an Licht.
"Was sind das helle Fensterlein?
Da drin wird eine Hochzeit sein:
Die Kleinen sitzen beim Mahle,
Und treiben's in dem Saale.
Da guck ich wohl ein wenig 'nein!"
- Pfui, stößt den Kopf an harten Stein!
Elfe, gelt, du hast genug?
Gukuk! Gukuk!




Eduard Mörike, 1804 - 1875







Gemälde Copyright: Isabella Kramer 

Bitte beachten Sie das Urheberrecht: Copyright Texte, Fotos und Graphiken = Isabella Kramer, veredit - wenn nicht anders erwähnt. Auch für private Homepages dürfen diese Texte, Fotos und Graphiken nicht ohne ausdrückliche schriftliche Erlaubnis verwendet werden! Wenn Sie meine Gedichte oder Bilder verwenden wollen, fragen sie mich bitte. 
Kontakt über email: vere_dit@yahoo.de


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Bodensee

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Bodensee

Die Dörfer sind wie im Garten. 
In Türmen von seltsamen Arten
klingen die Glocken wie weh. 
Uferschlösser warten 
und schauen durch schwarze Scharten
mild auf den Mittagsee.

Und schwellende Wellchen spielen,
und goldene Dampfer kielen
leise den lichten Lauf;
und hinter den Uferzielen
tauchen die vielen, vielen
Silberberge auf. 



Rainer Maria Rilke, 1875 - 1926




Photo copyright: Isabella Kramer

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Ein weisses Kätzchen voller Schliche

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Ein weisses Kätzchen voller Schliche

Ein weisses Kätzchen voller Schliche, 
ging heimlich, weil es gerne schleckt,
des Abends in die Nachbarküche;
wo man es leider bald entdeckt.

Mit Besen und mit Feuerzangen
gejagt in alle Ecken ward's.
Es fuhr zuletzt voll Todesbangen
zum Schlot hinaus und wurde schwarz. 

Ja, siehst du wohl, mein liebes Herze?
Wer schlecken will, was ihm gefällt, 
der kommt nicht ohne Schmutz und Schwärze
hinaus aus dieser bösen Welt.



Wilhelm Busch, 1832 - 1908







Gemälde copyright: 
Isabella Kramer 


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Abendlied

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Abendlied

Eh' ich mich niederlege,
vom Tage mild gemacht,
schau ich noch einmal gerne
auf in die dunkle Nacht. 

Die Sterne ziehen stille
die ewigen Bahnen hin. 
Und nur der ewige Wille, 
der weiß um ihren Sinn.

Und rings das tiefe Scbweigen
gibt meinem Herzen Ruh.
Ich seh' den Mond auch steigen
und wink ihm freundlich zu. 

Und geh' in meine Kammer
und lösch die Kerze aus
und bin mit Mond und Sternen
im großen Vaterhaus.



Hermann Claudius, 1878 - 1980 Urenkel von Matthias Claudius




Foto von Chad Peltola auf Unsplash

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Stilles Haus


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Die Fenster glühten an dem stillen Haus,
der ganze Garten war voll Rosendüften.
Hoch spannte über weißen Wolkenklüften
der Abend in den unbewegten Lüften
die Schwingen aus.

Ein Glockenton ergoß sich auf die Au.
Lind wie ein Ruf aus himmlischen Bezirken,
Und heimlich über flüstervollen Birken
sah ich die Nacht die ersten Sterne wirken
ins blasse Blau.


Rainer Maria Rilke,1875 - 1926





Gemälde copyright: Isabella Kramer 


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