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Häslein

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Häslein


Lasst uns schauen, was liegt im Nest
so rund und glatt und fest:
Eier, blau und grün und scheckig,
Eier, rot und gelb und fleckig!
Häslein in dem grünen Wald,
ich hab dich lieb und dank dir halt,
Häslein mit dem langen Ohr,
dank dir tausendmal davor!

Häslein mit dem schnellen Bein,
sollst recht schön bedanket sein!
Nächste Ostern bringt die Mutter
wieder dir ein gutes Futter,
dass du möchtest unseretwegen
wieder so viel Eier legen.


Friedrich Güll, 1812 - 1879

 




Gemälde copyright: 
Isabella Kramer 


Bitte beachten Sie das Urheberrecht: Copyright Texte, Fotos und Graphiken = Isabella Kramer, veredit - wenn nicht anders erwähnt. Auch für private Homepages dürfen diese Texte, Fotos und Graphiken nicht ohne ausdrückliche schriftliche Erlaubnis verwendet werden! Wenn Sie meine Gedichte oder Bilder verwenden wollen, fragen sie mich bitte. 
Kontakt über email: vere_dit@yahoo.de


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Ostervorfreude

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Ostervorfreude 

Wenn Prinzen wieder
Schneckenkronen tragen
und zartes Grün von Blatt und
Baum ans Licht sich wagen

dann gibt es auch für uns
kein Halten mehr
denn der Frühling kommt
in unseren Garten und ebenso

wie tausend kleine Blütenköpfe
wollen auch wir nicht länger warten
und die Nasen wohlig gen Sonne
strecken und schon mal erste Nester

bauen für den Osterhasen damit 
er reichlich Zeit hat unsere Ostereier
zu verstecken 
und unter blühenden Bäumen
liegend  Wolkenbilder raten
umschwirrt von Bienen Hummeln
ersten Schmetterlingen aller Arten

Drum achte auf die Zeichen
damit du sicher seien kannst 
du kannst es wagen

Es ist wenn Prinzen 
Schneckenkronen tragen 



veredit©isabella.kramer24


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Photo copyright: Isabella Kramer


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Kinder, lasst uns Eier schmücken

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Kinder, lasst uns Eier schmücken...

Kinder, lasst uns Eier schmücken,
rot oder gelb, grün oder blau
einerlei, es wird entzücken
ein jeder komm' er her und schau.

Linien ziehn wir zart und fein,
da sitzt der Osterhase auf der Wiese,
und das sollen seine Kinder sein,
keine Eier sind so bunt wie diese!

Und eh der Tag noch wird sich neigen
haben wir sie hübsch gereiht,
und schon hängen sie an den Zweigen,
was ihr doch für Künstler seid!


unbekannter Verfasser




Photo copyright: Isabella Kramer

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Ostern

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Ostern

Ostern ist morgen; nun Grete mach schnell!
Bring uns die Eier nur hurtig zur Stell,
dass wir bemalt sie im Garten verstecken,
farbige Früchte in Büschen und Hecken!
Will uns der Frühling zum Schmaus nichts besorgen,
müssen wir selber ihm Früchte schon borgen.


Robert Reinick





Gemälde copyright: Isabella Kramer 

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Die Glocken läuten Ostern ein!

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Die Glocken läuten Ostern ein

Die Glocken läuten das Ostern ein
In allen Enden und Landen,
Und fromme Herzen jubeln darein:
Der Lenz ist wieder entstanden!

Es atmet der Wald, die Erde treibt
Und kleidet sich lachend im Moose,
Und aus den schönen Augen reibt
Den Schlaf sich erwachend die Rose.

Das schaffende Licht, es stammt und kreist
Und sprengt die fesselnde Hülle;
Und über den Wassern schwebt der Geist
Unendlicher Liebesfülle!



Adolf Böttger, 1815 - 1870



Gemälde copyright: Isabella Kramer 

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Ostergedicht

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Ostergedicht

Wenn die Schokolade keimt,
wenn nach langem Druck bei Dichterlingen
›Glockenklingen‹ sich auf ›Lenzesschwingen‹
endlich reimt,
und der Osterhase hinten auch schon presst,
dann kommt bald das Osterfest.

Und wenn wirklich dann mit Glockenklingen
Ostern naht auf Lenzesschwingen, – – –
dann mit jenen Dichterlingen
und mit deren jugendlichen Bräuten
draußen schwelgen mit berauschten Händen – – –
ach, das denk ich mir entsetzlich,
außerdem – unter Umständen –
ungesetzlich.

Aber morgens auf dem Frühstückstische
fünf, sechs, sieben flaumweich gelbe frische
Eier. Und dann ganz hineingekniet!
Ha! Da spürt man, wie die Frühlingwärme
durch geheime Gänge und Gedärme
in die Zukunft zieht,
und wie dankbar wir für solchen Segen
sein müssen.
Ach, ich könnte alle Hennen küssen,
die so langgezogene Kugeln legen.
– – –


Joachim Ringelnatz, 1883 - 1934





Photo Copyright: Isabella Kramer






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Osterglocken

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Osterglocken 


Die Osterglocken klingen!
Horch auf, du zagend Herz!
Es schwebt auf goldnen Schwingen
Die Hoffnung erdenwärts.


Was stumm im Winterleide
Gebeugt und trauernd stand,
Trägt nun am grünen Kleide
Ein blaues Veilchenband.


Die lenzlichen Standarten,
Lichtblau und Sonnensaum
Fliegen im Frühlingsgarten
Und um den Blütenbaum.


Die Scholle dampft, ihr Samen
Sproßt unter Lerchensang,
Die Drossel singt ihr Amen
Vom grünen Birkenhang.


Und du, du wolltest schweigen,
Du Herz in meiner Brust?
Wenn tausend Freuden geigen
Von Dank und Lenzes Lust?


Mach' hoch das Tor mit Singen,
Daß wir den Himmel sehn:
Die Osterglocken klingen!
Herz, du sollst auferstehn!




Johanna Lankau, 1866 - 1921


Gemälde copyright: Isabella Kramer 


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März

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März

Sprich noch nicht vom Frühling, es ist zu früh!
So lockend die Sonne vom Himmel blitzt,
so lockend alles gänzt und glitzt…

Sprich noch nicht vom Frühling, es ist zu früh!
Es werden Tage wieder kommen,
bevor erblüht, wovon du träumst,
da alles wie vorher trostlos weh
im Regen sich begräbt und Schnee,
Tage voll Traurigkeit, Tage voll Müh…
sprich noch nicht vom Frühling, es ist zu früh!

Und doch und dennoch: Mit jubelndem Liede
grüße dies frohe befreiende Blau
über all dem farblosen Grau,
freu dich der flimmernden Mittagsstunden,
sonne das Herz dir zu keimender Kraft,
daß es dem müde machenden Winter
und seiner Enttäuschung sich wieder entrafft!

Nur warte, nur wart noch! Es wird sich erfüllen,
es wird sich erfüllen, was du ersehnst:
Glutig auflodern wird es am Himmel,
über die Berge her wird es wehn
und wie donnernde Osterglocken
wird es durch die Lande gehn…

Nur warte, nur wart noch und hab Geduld!
So schön und so köstlich dies blitzende Blau
mit seinem süßen stillen Locken,
es kommen Tage noch und Wochen,
farblos grau,
da alles wie vorher trostlos weh
in Regen sich begräbt und Schnee,
Tage voll Traurigkeit, Tage voll Müh…
sprich noch nicht vom Frühling, es ist zu früh!


Cäsar Flaischlen, 1864 - 1920




Photo Copyright: Isabella Kramer





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Das Osterei

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Das Osterei

Hei, juchhei! Komm herbei!
Suchen wir das Osterei!
Immerfort, hier und dort
und an jedem Ort!

Ist es noch so gut versteckt,
endlich wird es doch entdeckt.
Hier ein Ei! Dort ein Ei!
Bald sind's zwei und drei.

Wer nicht blind, der gewinnt
Einen schönen Fund geschwind.
Eier blau, rot und grau
Kommen bald zur Schau.

Und ich sag's, es bleibt dabei,
Gern such' ich ein Osterei:
Zu gering ist kein Ding,
Selbst kein Pfifferling.



August Heinrich Hoffmann von Fallersleben, 1798-1874





Photo copyright: Isabella Kramer
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Osterspaziergang




Osterspaziergang

Vom Eise befreit sind Strom und Bäche
Durch des Frühlings holden, belebenden Blick;
Im Tale grünet Hoffnungsglück;
Der alte Winter, in seiner Schwäche,
Zog sich in raue Berge zurück.

Von dorther sendet er, fliehend, nur
Ohnmächtige Schauer körnigen Eises
In Streifen über die grünende Flur;
Aber die Sonne duldet kein Weißes,
Überall regt sich Bildung und Streben,

Alles will sie mit Farben beleben;
Doch an Blumen fehlt's im Revier,
Sie nimmt geputzte Menschen dafür.
Kehre dich um, von diesen Höhen
Nach der Stadt zurückzusehen.

Aus dem hohlen, finstern Tor
Dringt ein buntes Gewimmel hervor.
Jeder sonnt sich heute so gern.
Sie feiern die Auferstehung des Herrn,
Denn sie sind selber auferstanden,

Aus niedriger Häuser dumpfen Gemächern,
Aus Handwerks- und Gewerbesbanden,
Aus dem Druck von Giebeln und Dächern,
Aus der Straßen quetschender Enge,
Aus der Kirchen ehrwürdiger Nacht
Sind sie alle ans Licht gebracht.

Sieh nur, sieh! wie behänd sich die Menge
Durch die Gärten und Felder zerschlägt,
Wie der Fluss in Breit' und Länge
So manchen lustigen Nachen bewegt,
Und bis zum Sinken überladen
Entfernt sich dieser letzte Kahn.

Selbst von des Berges fernen Pfaden
Blinken uns farbige Kleider an.
Ich höre schon des Dorfs Getümmel;
Hier ist des Volkes wahrer Himmel,
Zufrieden jauchzet groß und klein:
Hier bin ich Mensch, hier darf ich's sein!


Johann Wolfgang von Goethe, 1749 - 1832 - aus: Faust I, Vor dem Tor



Foto copyright: Isabella Kramer



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Hasensalat

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Hasensalat

Morgens in den Garten trat 
Liese, klein und niedlich,
Saß ein Häslein im Salat, 
Schmaust und tat sich gütlich.

Liese sprach: Du armes Tier, 
Wart einmal, indes ich
Lauf ins Haus und hole dir
Zum Salat den Essig.

Kommt zurück schon mit dem Krug, 
Niemals lief sie schneller ­
Essig gießt sie jetzt genug
Auf den Hasenteller.

Lieselchen, ich danke dir, 
Sprach der kleine Fresser, 
Eigentlich doch schmeckt es mir 
Ohne Essig besser.



Johannes Trojan, 1837 - 1915




Photo credit: Isabella Kramer




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Zur Osterzeit






Zur Osterzeit

Ist das ein Ostern! – Schnee und Eis
hielt noch die Erde fest umfangen;
frostschauernd sind am Weidenreis
die Palmenkätzchen aufgegangen.

Verstohlen durch den Wolkenflor
blitzt hie und da ein Sonnenfunken 
es war, als sei im Weihnachtstraum
die schlummermüde Welt versunken.

Es war, als sollten nimmermehr
ins blaue Meer die Segel gehen, 
im Park ertönen Finkenschlag,
und Veilchenduft das Tal durchwehen. 

Und dennoch, Seele, sei gewiß:
Wie eng sich auch die Fesseln schlingen,
es wird der Lenz, das Sonnenkind,
dem Schoß der Erde sich entringen.

Dann sinkt dahin wie Nebelflor
auch all dein Weh und deine Sorgen,
und veilchenäugig lacht dich an
ein goldner Auferstehungsmorgen! 



Clara Müller-Jahnke, 1860 - 1905




Photo copyright: Isabella Kramer


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Ostertag

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Ostertag

Fünf Hasen, die saßen beisammen dicht,
Es macht ein jeder ein traurig Gesicht.
Sie jammern und weinen:
Die Sonn' will nicht scheinen!
Bei so vielem Regen
Wie kann man da legen
Den Kindern das Ei?
O weih, o weih!
Da sagte der König:
So schweigt doch ein wenig!
Lasst weinen und Sorgen
Wir legen sie morgen!



August Heinrich Hoffmann von Fallersleben




Photo Copyright: Isabella Kramer




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Ausflug mit der Eisenbahn

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gemalt von meinem (damals) 6jährigen !!! Neffen Leon

Puff-puff Eisenbahn -
jetzt fahren wir nach Wiesenplan!

Wiesenplan, das ist die Stadt,
die den Kohlweißling zum Bürger hat.

Der Kohlweißling bewohnt ein Haus,
das sieht wie eine Glocke aus -

wie eine Glockenblume blau!
Da wohnt der Kohlweißling mit seiner Frau.

Und weht der Wind, macht die Glocke kling, kling,
und da freuen sich Herr und Frau Schmetterling.

Puff-puff Eisenbahn!
Jetzt fahren wir wieder aus Wiesenplan

hinaus, hinaus, dem Walde zu . . .
wohin? wohin? . . . Nach - Quellwaldruh!

Der Bahnwärter von Quellwaldruh,
das ist ein Frosch und quakt dazu.

"Quak, quak, aussteigen! quak!
in Quellwaldruh ist heut Ostertag!

In Quellwaldruh ist heut Osterfeier,
da versteckt der Osterhas bunte Eier!

Rote und gelbe und allerlei,
und das Suchen steht allen Fahrgästen frei!

Quak, quak, quak! Guten Tag!"
Guten Tag! Schönen Dank! Herr Bahnwärter Quak!

Und jetzt wollen wir unter den Eichen und Buchen
und Tannen und Birken die Ostereier suchen!

Und im Moos und unter den großen Wurzeln,
darüber die kleinen Kinder purzeln.

Nicht wahr? Und haben wir alle gefunden
und in unsre Sacktücher eingebunden,

dann fahren wir am Abend wieder nach Haus
und packen das Wunder vor Großmutter aus! -






Christian Morgenstern

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Osterfreude

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Osterfreude

Die Osterfreude hat gesiegt,
der Frühling hat gewonnen.
Von oben lacht das Himmelblau
und kleine Primelsonnen
entfalten sich Garten.
Was zählt die Kälte, noch der Schnee,
es blühn die bunten Zarten.
Die Vögel zwitschern hoffnungsvoll,
es grünt an allen Ecken.

Die Osterfreude gesiegt,
ich lass mich gern anstecken.





veredit©isabella.kramer 2013



auch enthalten im neuen Gedichteband "Kinder-Gedichte-Welt" erhältlich über mich oder via blurb.de 


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Kontakt über E-Mail: vere_dit@yahoo.de


Photo Copyright: Isabella Kramer






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Der Hase







Der Hase

Ein Hase sitzt auf einer Wiese,
des Glaubens, niemand sähe diese.

Doch, im Besitze eines Zeißes,
betrachtet voll gehaltnen Fleißes

vom vis-a-vis gelegnen Berg
ein Mensch den kleinen Löffelzwerg.

Ihn aber blickt hinwiederum
ein Gott von fern an, mild und stumm.



Christian Morgenstern






Foto von Bob Brewer auf Unsplash



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Lütt Matten der Has

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Wer springt da durchs Gras? - Lütt Matten, der Has'!
Er schnuppert am Flieder, summt lustige Lieder
und tanzt ganz allein auf nur einem Bein,
und tanzt ganz allein auf nur einem Bein. 

Ganz plötzlich da huscht
der Fuchs aus dem Busch:
Da tanzt ja mein Essen,
jetzt gibt's was zu fressen!
Denn der Has`tanzt allein
auf nur einem Bein.

Und dann knickst er galant,
gibt dem Hasen die Hand:
Komm, ich bin deine Dame,
nimm mich in deine Arme.
Laß uns tanzen zu zwein
auf nur einem Bein.

Lütt Matten der Has
`denkt: Aus ist der Spaß!
Doch er reicht seine Pfoten
und der Fuchs pfeift die Noten.
Und sie tanzen zu zwein
auf nur einem Bein.

Und der Fuchs tanzt und lacht:
Wie hungrig das macht!
Reißt auf seinen Rachen
und weg ist sein Lachen...
Da beißt Matten der Has
ìhm ganz fest in die Nas`.







 Klaus Groth, 1819-1899




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Fröhliche Ostern

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Fröhliche Ostern

Da seht aufs neue dieses alte Wunder:
Der Osterhase kakelt wie ein Huhn
und fabriziert dort unter dem Holunder
ein Ei und noch ein Ei und hat zu tun.

Und auch der Mensch reckt frohbewegt die Glieder -
er zählt die Kinderchens: eins, zwei oder drei ...
Ja, was errötet denn die Gattin wieder?

Ei, ei, ei
ei, ei
ei!

Der fleissige Kaufherr aber packt die Ware
ins pappne Ei zum besseren Konsum:
Ein seid'nes Schnupftuch, Nadeln für die Haare,
die Glitzerbrosche und das Riechparfum.

Das junge Volk, so Mädchen wie die Knaben,
sucht die voll Sinn versteckte Leckerei.
Man ruft beglückt, wenn sies gefunden haben:

Ei, ei, ei
ei, ei
ei!

Und Hans und Lene stecken's in die Jacke,
das liebe Osterei - wen freut es nicht?
Glatt, wohlfeil, etwas süsslich im Geschmacke,
und ohne jedes innre Gleichgewicht.

Die deutsche Politik... Was wollt ich sagen?
Bei uns zu Lande ist das einerlei -
und kurz und gut: Verderbt euch nicht den Magen!
Vergnügtes Fest! Vergnügtes Osterei!




Kurt Tucholsky, 1890-1935 






Foto copyright: Isabella Kramer


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Auf ein Ei geschrieben

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Auf ein Ei geschriebe! 

Ostern ist zwar schon vorbei,
Also dies kein Osterei;
Doch wer sagt, es sei kein Segen,
Wenn im Mai die Hasen legen?
Aus der Pfanne, aus dem Schmalz
Schmeckt ein Eilein jedenfalls,
Und kurzum, mich tät’s gaudieren,
Dir dies Ei zu präsentieren,
Und zugleich tät es mich kitzeln,
Dir ein Rätsel drauf zu kritzeln.

Die Sophisten und die Pfaffen
Stritten sich mit viel Geschrei:
Was hat Gott zuerst erschaffen,
Wohl die Henne? wohl das Ei?

Wäre das so schwer zu lösen?
Erstlich ward ein Ei erdacht:
Doch weil noch kein Huhn gewesen,
Schatz, so hat’s der Has gebracht.



Eduard Mörike




Photo Copyright: Isabella Kramer


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Drunten an der Gartenmauern...

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Drunten an den Gartenmauern

Drunten an der Gartenmauern
hab ich sehn das Häslein lauern.
Eins, zwei, drei -
legt's ein Ei,
lang wird's nimmer dauern.
Kinder, lasst uns niederducken!
Seht ihr's ängstlich um sich gucken? -
Ei, da hüpft's -
und dort schlüpft's
durch die Mauerlucken,
und nun sucht in alien Ecken,
wo die schönen Eier stecken:
Rot und blau
grün und grau,
und mit Marmelflecken*.




Friedrich Wilhelm Güll, 1812-1879



Marmel* ist ein altes Wort für Marmor, aber auch in der heutigen Zeit spricht man von marmorierten Eiern und meint damit gefleckte Eier z.B. Kiebitzeier


Photo Copyright: Isabella Kramer

 
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