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Frühlingsbotschaft

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Frühlingsbotschaft

Kuckuck, Kuckuck ruft aus dem Wald:
Lasset uns singen,
Tanzen und springen!
Frühling, Frühling wird es nun bald.

Kuckuck, Kuckuck lässt nicht sein Schrei'n:
Kommt in die Felder,
Wiesen und Wälder!
Frühling, Frühling, stelle dich ein!

Kuckuck, Kuckuck, trefflicher Held!
Was du gesungen,
Ist dir gelungen:
Winter, Winter räumet das Feld.





Hoffmann von Fallersleben, 1798 - 1874



Photo copyright: Isabella Kramer


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Mairegen

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Mairegen 

es rauscht vor den trüben fenstern
und trommelt wie wild auf das dach
gleich sintfluten brausen die massen
die erde lechzt nach dem nass

schau, wie sie streckt ihre glieder
sich dehnt vollgesogen und satt
aus trockenen nischen und fugen
gebiert tausend blüten und blatt

voll sehnsucht dein blick in das treiben
ich weiß da gibt es kein halten
mit blanken füßen im regen
wer mag da schon drinnen bleiben

es rauscht vor den trüben fenstern
ich lausche dem kommen des mai
deinem lachendem spiel im regen
tief innen fühl ich mich frei



veredit©isabella.kramer20





auch enthalten im neuen Gedichteband "Kinder-Gedichte-Welt" erhältlich über mich oder via blurb.de 


Bitte beachten Sie das Urheberrecht: Copyright Texte, Fotos und Grafiken = Isabella Kramer, veredit - wenn nicht anders erwähnt. Auch für private Homepages dürfen diese Texte, Fotos und Grafiken nicht ohne ausdrückliche schriftliche Erlaubnis verwendet werden! Wenn Sie meine Gedichte oder Bilder verwenden möchten, fragen Sie mich bitte. 
Kontakt über E-Mail: vere_dit@yahoo.de


Photo copyright: 
Isabella Kramer







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Frühling - Das kannst du nicht...

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Frühling

Das kannst du nicht…

Das kannst du nicht zwingen:
daß die Knospen springen,
eh' die Sonne ihnen ihren Mai gebracht!
Aber da, was hinter dir liegt,
dich nicht schreckt mehr und unterkriegt:
was Winter in dir abzustreifen
in aller Stille … und Knospen zu reifen
und dich zum Frühling durchzuringen…
Das kannst du zwingen!


Cäsar Flaischlen, 1864 - 1920



Photo copyright: 
Isabella Kramer

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Mai-Wunsch

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Mai-Wunsch

Wie lieblich hat sichs eingemait!
Die Erde schwimmt in Blüten.
Das ist die höchst willkommne Zeit,
Die alles will begüten.
Nun werden die härtesten Herzen gelinder,
Wir laufen ins Grüne wie lachende Kinder,
Nun werden wir töricht und werden gescheit.

So geht es jedes liebe Jahr:
Wird man im Winter trübe,
So ists im Maimond wunderbar,
Als ob sich alles hübe.
Es fliehen die Wolken der Seele in Ballen,
Es will uns das Leben nun wieder gefallen,
Wir fühlen, wie töricht das Trübesein war.

Drum singen wir dem ersten Mai
Nach altem Brauch Willkommen.
Er mache alle Herzen frei
Und möge allen frommen.
Insonderheit soll er verliebten Leuten
Auch heuer die seligsten Stunden bedeuten.
Das ist unser Mai-Wunsch. Amen! Es sei!


Otto Julius Bierbaum, 1865 - 1910


Photo copyright: Isabella Kramer
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Mai

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Mai

Nun aber hebt zu singen an
Der Mai mit seinen Winden.
Wohl dem, der suchen gehen kann
Und bunte Blumen finden!

Die Schönheit steigt millionenfach
Empor aus schwarzer Erden;
Manch eingekümmert Weh und Ach
Mag nun vergessen werden.

Denn dazu ist der Mai gemacht,
Daß er uns lachen lehre.
Die Herzen hoch! Und fortgelacht
Des Grames Miserere!



Otto Julius Bierbaum, 1865 - 1910



Photo credit: Isabella Kramer


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Nennt ihr das Seele

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Nennt ihr das Seele, was so zage zirpt
In euch? Was, wie der Klang der Narrenschellen,
Um Beifall bettelt und um Würde wirbt
Und endlich arm ein armes Sterben stirbt
Im Weihrauchabend gotischer Kapellen, –
Nennt ihr das Seele?

Schau' ich die blaue Nacht, vom Mai verschneit,
In der die Welten weite Wege reisen,
Mir ist: Ich trage ein Stück Ewigkeit
In meiner Brust. Das rüttelt und das schreit
Und will hinauf und will mit ihnen kreisen ...
Und das ist Seele.





Rainer Maria Rilke, 1875 - 1926




Foto copyright: Isabella Kramer



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Der Kukuck

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Der Kuckuck

Der Wald ist still, der Wald ist stumm,
Es bebt kein Blatt, es nickt kein Zweig,
Ein Vogelruf von ferne schallt,
So voll und rund, so warm und weich.

Das ist der Kuckuck, der da ruft,
So laut, so laut im tiefen Wald,
An meine Schulter drängst du dich,
Und deine Hand sucht bei mir Halt.

Du bist so still, du bist so stumm,
Ich höre deines Herzens Schlag,
Du hältst den Atem an und zählst,
Wie oft der Kuckuck rufen mag.

Ich lächle deine Kinderangst,
Du meine süße Wonne du,
Es blüht uns noch so mancher Mai,
Der Kuckuck ruft ja immerzu.


Hermann Löns, 1866 - 1914



Foto copyright: Isabella Kramer



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Der Mai ist gekommen

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Der Mai ist gekommen,
Die Bäume schlagen aus,
Da bleibe, wer Lust hat,
Mit Sorgen zu Haus!
Wie die Wolken wandern
Am himmlischen Zelt,
So steht auch mir der Sinn
In die weite, weite Welt.

Herr Vater, Frau Mutter,
Daß Gott euch behüt!
Wer weiß, wo in der Ferne
Mein Glück mir noch blüht;
Es gibt so manche Straße,
Da nimmer ich marschiert,
Es gibt so manchen Wein,
Den ich nimmer noch probiert.

Frisch auf drum, frisch auf drum
Im hellen Sonnenstrahl!
Wohl über die Berge,
Wohl durch das tiefe Tal!
Die Quellen erklingen,
Die Bäume rauschen all;
Mein Herz ist wie'n Lerche
Und stimmet ein mit Schall.

Und abends im Städtlein,
Da kehr ich durstig ein:
"Herr Wirt, Herr Wirt,
Eine Kanne blanken Wein!
Ergreife die Fiedel,
Du lustger Spielmann du,
Von meinem Schatz das Liedel,
Das sing ich dazu!"

Und find ich keine Herberg,
So lieg ich zur Nacht
Wohl unter blauem Himmel,
Die Sterne halten Wacht;
Im Winde die Linde,
Die rauscht mich ein gemach,
Es küsset in der Früh
Das Morgenrot mich wach.

O Wandern, o Wandern,
Du freie Burschenlust!
Da wehet Gottes Odem
So frisch in die Brust;
Da singet und jauchzet
Das Herz zum Himmelszelt:
Wie bist du doch so schön,
O du weite, weite Welt!


Emanuel Geibel, 1815 - 1884

Foto copyright: Isabella Kramer

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Alles neu macht der Mai

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Alles neu macht der Mai

macht die Seele frisch und frei,
kommt heraus, lasst das Haus, 
windet einen Strauß!
Rings erglänze Sonnenschein,
duftend prangen Flur und Hain,
Vogelsang, Hörnerklang
tönt den Wald entlang. 

Wir durchziehen Saatengrün,
Haine, die ergötzend blüh'n!
Waldespracht, neu gemacht
nach des Winters Nacht.
Dort im Schatten an dem Quell
rieselnd munter silberhell,
Klein und Groß ruht im Moos,
wie im weichen Schoß.

Hier und dort, fort und fort,
wo wir ziehen, Ort für Ort,
weit und breit, alles freut
sich der schönen Zeit.
Stimmet Jubellieder an!
Singe jeder wie er kann: 
Alles neu, frisch und frei
macht der holde Mai.



Hermann Adam von Kamp, 1796 - 1867




Foto copyright: Isabella Kramer
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Ringel-Reigen

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Ringel-Reigen

Maienjunger Sonnenschein,
an den jungen Zweigen –
drehn wir uns in Ringel-Reih'n,
Ringel-Ringel-Reigen.

Drehn wir uns im Reigen rund
lustig Paar zu Paaren,
bunte Blumen, Blumen bunt,
Blumen in den Haaren.

Geht wohl über Wald und Feld
eine liebe Weise,
und die ganze weite Welt
dreht sich mit im Kreise

Maienjunger Sonnenschein,
an den jungen Zweigen –
drehn wir uns in Ringel-Reih'n,
Ringel-Ringel-Reigen.



Manfred Kyber





Foto copyright: Isabella Kramer







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Mai

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Mai

Nun aber hebt zu singen an
Der Mai mit seinen Winden.
Wohl dem, der suchen gehen kann
Und bunte Blumen finden!

Die Schönheit steigt millionenfach
Empor aus schwarzer Erden;
Manch eingekümmert Weh und Ach
Mag nun vergessen werden.

Denn dazu ist der Mai gemacht,
Daß er uns lachen lehre.
Die Herzen hoch! Und fortgelacht
Des Grames Miserere!


von Otto Julius Bierbaum





Foto copyright: Isabella Kramer
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An den Mai

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Komm, lieber Mai, und mache die Bäume wieder grün
und lass mir an dem Bache die kleinen Veilchen blühn!
Wie möchte ich doch so gerne ein Veilchen wieder Sehn,
ach, lieber Mai, wie gerne einmal spazieren gehn!

Zwar Wintertage haben wohl auch der Freuden viel:
man kann im Schnee eins traben und treibt manch Abendspiel,
baut Häuserchen von Karten, spielt Blindekuh und Pfand,
auch gibt's wohl Schlittenfahrten aufs liebe freie Land

Doch wenn die Vögel singen und wir dann froh und flink
auf grünem Rasen springen, das ist ein ander Ding!
Jetzt muss mein Steckenpferdchen dort in dem Winkel stehen,
denn draußen in dem Gärtchen kann man vor Schmutz nicht gehn.

Am meisten aber dauert mich Lottchens Herzeleid,
das arme Mädchen lauert recht auf die Blumenzeit.
Umsonst hol ich ihr Spielchen zum Zeitvertreib herbei,
sie sitzt in ihrem Stühlchen wie's Hühnchen aus dem Ei.

Ach, wenn's doch erst gelinder und grüner draußen wär!
Komm, lieber Mai, wir Kinder, wir bitten gar zu sehr!
O komm und bring vor allem uns viele Veilchen mit,
bring auch viele Nachtigallen und schöne Kuckucks mit.






Christian Adolf Overbeck, 1755-1821



Foto copyright: Isabella Kramer
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