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Wenn's schneit! - Kindervers

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Wenn's schneit, wenn's schneit,

ist Weihnacht nicht mehr weit.

Dann geht der alte Nikolaus

mit seinem Sack von Haus zu Haus.


Wenn's schneit, wenn's schneit,

ist Weihnacht nicht mehr weit.

Dann kann man durch die Straßen gehn

und all die schönen Sachen sehn.


Wenn's schneit, wenn's schneit,

ist Weihnacht nicht mehr weit.

Dann riecht es, ach, so wundersam,

nach Äpfeln und nach Marzipan.


[Kindervers]





Gemälde copyright: 
Isabella Kramer 


Bitte beachten Sie das Urheberrecht: Copyright Texte, Fotos und Graphiken = Isabella Kramer, veredit - wenn nicht anders erwähnt. Auch für private Homepages dürfen diese Texte, Fotos und Graphiken nicht ohne ausdrückliche schriftliche Erlaubnis verwendet werden! Wenn Sie meine Gedichte oder Bilder verwenden wollen, fragen sie mich bitte. 
Kontakt über email: vere_dit@yahoo.de


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Lieben

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Lieben

Ob du's noch denkst, daß ich dir Äpfel brachte
und dir das Goldhaar glatt strich leis und lind?
Weißt du, das war, als ich noch gerne lachte,
und du warst damals noch ein Kind.

Dann ward ich ernst. In meinem Herzen brannte
ein junges Hoffen und ein alter Gram ...
Zur Zeit, als einmal dir die Gouvernante
den ›Werther‹ aus den Händen nahm.

Der Frühling rief. Ich küßte dir die Wangen,
dein Auge sah mich groß und selig an.
Das war ein Sonntag. Ferne Glocken klangen,
und Lichter gingen durch den Tann ...


Rainer Maria Rilke, 1875 - 1926






Photo copyright: 
Isabella Kramer


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Der Bratapfel

 

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Der Bratapfel


Kinder kommt und ratet,

was im Ofen bratet.

Hört wie’s knallt und zischt,

bald wird er aufgetischt,

der Zipfl, der Zapfl,

der Kipfl, der Kapfl,

der gelbrote Apfel.

Kinder lauft schneller,

holt einen Teller,

holt eine Gabel,

sperrt auf den Schnabel,

für den Zipfl, den Zapfl,

den Kipfl, den Kapfl,

den goldbraunen Apfel.




Volksgut


Gemälde copyright: Isabella Kramer 



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Frühling

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Frühling

Nun ist er endlich kommen doch
In grünem Knospenschuh;
»Er kam, er kam ja immer noch«,
Die Bäume nicken sich's zu.

Sie konnten ihn all erwarten kaum,
Nun treiben sie Schuß auf Schuß;
Im Garten der alte Apfelbaum,
Er sträubt sich, aber er muß.

Wohl zögert auch das alte Herz
Und atmet noch nicht frei,
Es bangt und sorgt: »Es ist erst März,
Und März ist noch nicht Mai.«

O schüttle ab den schweren Traum
Und die lange Winterruh:
Es wagt es der alte Apfelbaum,
Herze, wag's auch du.




Theodor Fontane, 1819 - 1898




Photo copyright: Isabella Kramer
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Inserat im August

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Inserat im August

Die verehrlichen Jungen, welche heuer
Meine Äpfel und Birnen zu stehlen gedenken,
Ersuche ich höflichst, bei diesem Vergnügen
Womöglichst insoweit sich zu beschränken,
Daß sie daneben auf den Beeten
Mir die Wurzeln und Erbsen nicht zertreten.






Theodor Storm, 1817 - 1888









Photo Copyright: Isabella Kramer

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Einkehr

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Einkehr

Bei einem Wirte wundermild
Da war ich jüngst zu Gaste.
Ein goldner Apfel war sein Schild
An einem langen Aste.

Es war der gute Apfelbaum
Bei dem ich eingekehret
Mit süßer Kost und frischem Schaum
Hat er mich wohl genähret.

Es kamen in sein grünes Haus
Viel leichtbeschwingte Gäste
Sie sprangen frei und hielten Schmaus
Und sangen auf das Beste.

Ich fand ein Bett in süßer Ruh
Auf weichen, grünen Matten
Der Wirt er deckte selbst mich zu
Mit seinem kühlen Schatten.

Nun fragt ich nach der Schuldigkeit.
Da schüttelt er den Wipfel
Gesegnet sei er allezeit
von der Wurzel bis zum Gipfel.


Ludwig Uhland, 1787 - 1862






Photo Copyright: Isabella Kramer 

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Apfel und Feigenblatt

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Apfel und Feigenblatt

Der Apfel und das Feigenblatt,
Das sind zwei Symbole,
Die uns ein Gott gegeben hat
Zum Weh und teils zum Wohle.

Durch Apfel und das Feigenblatt
Kam Adam zur Erkenntnis.
Wie schade, ein Eunuche hat
Dafür gar kein Verständnis.

Der Apfel und das Feigenblatt
Sind wicht'ge Utensilien
Und sehr beliebt in Land und Stadt
Von Grönland bis Brasilien.

Die beiden Dinge sind antik,
Doch unbedingt vonnöten,
So wichtig wie in der Musik
Die Pauken und Trompeten.

Der Apfel ist nebst Feigenblatt
Nicht nur für feine Leute,
Der größte Menschenfresser hat
Auch daran seine Freude.

Der Apfel und das Feigenblatt,
Sie stürzten Fürstenthrone
Und setzten Könige schachmatt
Mit Zepter samt der Krone.

Der Apfel und das Feigenblatt,
Sie stimmen uns vergnüglich,
Und machen sie uns auch nicht satt,
Sie munden ganz vorzüglich.

Dem Herrn sei Lob und Preis und Dank,
Der uns dies einst gegeben.
Ich möcht' mein ganzes Leben lang
Vom Sündenfallobst leben.



Fred Endrikat, 1890 - 1942



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An meine Mutter

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An meine Mutter

Ach, wär ich ein Vöglein,
ich wüßt, was ich tät:
Ich lernte mir Lieder
von morgens bis spät.
Dann setzt ich mich dort,
wo lieb Mütterlein wär,
und säng ihr die Lieder
der Reihe nach her.

Und wär ich ein Schäflein,
das hätt' ich im Sinn:
Ich gäb alle Wolle
dem Mütterlein hin.
Die spinnt dann die Wolle
und strickt sicherlich
zwei Dutzend Paar Strümpfe
für sich und für mich.

Und wär ich ein Fischlein,
ich wüßt, was da wär:
Ich tauchte zum Grunde
tief unten ins Meer,
holt Perlen und Muscheln.
Ihr glaubt, nur für mich?
Der Mutter die Perlen,
die Muscheln für mich.

Doch mancherlei möchte ich
denn doch wohl nicht sein:
Nicht Apfel, noch Kirschen,
nicht Wasser, noch Wein.
Denn äße man mich
oder tränke mich aus,
dann hätt meine Mutter
kein Kind mehr im Haus.

Robert Reinick, 1805 - 1852



Foto copyright: mit freundlicher Genehmigung des Urhebers 

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Der Winter ist gekommen

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Der Winter ist kommen

Der Winter ist kommen,
verstummt ist der Hain;
nun soll uns im Zimmer
ein Liedchen erfreun.

Das glitzert und flimmert
Und leuchtet so weiß
Es spiegelt die Sonne
Im blitzblanken Eis.

Wir gleiten darüber
Auf blinkendem Stahl
Und rodeln und jauchzen
Vom Hügel ins Tal.

Und senkt sich der Abend,
geht's jubelnd nach Haus
ins trauliche Stübchen
zum Bratapfelschmaus.


Volksgut




Foto von Alexander Gilbertson auf Unsplash
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Knecht Ruprecht

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Knecht Ruprecht

Ruprecht:

Habt guten Abend, alt und jung,
Bin allen wohl bekannt genug.

Von drauß' vom Walde komm ich her;
Ich muß euch sagen, es weihnachtet sehr!
Allüberall auf den Tannenspitzen
Sah ich goldene Lichtlein sitzen;
Und droben aus dem Himmelstor
Sah mit großen Augen das Christkind hervor;
Und wie ich so strolcht' durch den finstern Tann,
Da rief's mich mit heller Stimme an:

"Knecht Ruprecht", rief es, "alter Gesell,
Hebe die Beine und spute dich schnell!
Die Kerzen fangen zu brennen an,
Das Himmelstor ist aufgetan,
Alt' und Junge sollen nun
Von der Jagd des Lebens einmal ruhn;
Und morgen flieg ich hinab zur Erden,
Denn es soll wieder Weihnachten werden!
So geh denn rasch von Haus zu Haus,
Such mir die guten Kinder aus,
Damit ich ihrer mag gedenken,
Mit schönen Sachen sie mag beschenken."

Ich sprach: "O lieber Herre Christ,
Meine Reise fast zu Ende ist;
Ich soll nur noch in diese Stadt,
Wo's eitel gute Kinder hat."
- "Hast denn das Säcklein auch bei dir?"
Ich sprach: "Das Säcklein, das ist hier:
Denn Äpfel, Nuß und Mandelkern
Fressen fromme Kinder gern."
- "Hast denn die Rute auch bei dir?"
Ich sprach: "Die Rute, die ist hier;
Doch für die Kinder nur, die schlechten,
Die trifft sie auf den Teil, den rechten."
Christkindlein sprach: "So ist es recht;
So geh mit Gott, mein treuer Knecht!"

Von drauß' vom Walde komm ich her;
Ich muß euch sagen, es weihnachtet sehr!
Nun sprecht, wie ich's hierinnen find!
Sind's gute Kind, sind's böse Kind?

Vater:

Die Kinder sind wohl alle gut,
Haben nur mitunter was trotzigen Mut.

Ruprecht:

Ei, ei, für trotz'gen Kindermut
Ist meine lange Rute gut!
Heißt es bei euch denn nicht mitunter:
Nieder den Kopf und die Hosen herunter?

Vater:

Wie einer sündigt, so wird er gestraft;
Die Kinder sind schon alle brav.

Ruprecht:

Stecken sie die Nas' auch tüchtig ins Buch,
Lesen und schreiben und rechnen genug?

Vater:

Sie lernen mit ihrer kleinen Kraft,
Wir hoffen zu Gott, daß es endlich schafft.

Ruprecht:

Beten sie denn nach altem Brauch
Im Bett ihr Abendsprüchlein auch?

Vater:

Neulich hört ich im Kämmerlein
Eine kleine Stimme sprechen allein;
Und als ich an die Tür getreten,
Für alle Lieben hört ich sie beten.

Ruprecht:

So nehmet denn Christkindleins Gruß,
Kuchen und Äpfel, Äpfel und Nuß;
Probiert einmal von seinen Gaben,
Morgen sollt ihr was Besseres haben.
Dann kommt mit seinem Kerzenschein
Christkindlein selber zu euch herein.
Heut hält es noch am Himmel Wacht;
Nun schlafet sanft, habt gute Nacht.


Theodor Storm, 1817 - 1888





Gemälde copyright: Isabella Kramer 


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Hab' Dank du lieber Wind!

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Hab Dank, du lieber Wind

Ich bin in den Garten gegangen
und mag nicht mehr hinaus.
Die goldigen Äpfel prangen
mit ihren roten Wangen
und laden ein zum Schmaus.

Wie ist es anzufangen?
Sie hängen mir zu hoch und zu fern.
Ich sehe sie hangen und prangen
und kann sie nicht erlangen
und hätte doch einen gern!

Da kommt der Wind aus dem Westen
und schüttelt den Baum geschwind
und weht herab von den Ästen
den allerschönsten und besten -
hab Dank, du lieber Wind!


August Heinrich Hoffmann von Fallersleben, 1798 - 1874






Photo Copyright: Isabella Kramer 





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Weltanschauung

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Weltanschauung

Der Sommer färbt die Äpfel rot,
die Trauben und die Beeren.
Der Mohn in Farbenflammen loht,
sein Leuchten zu entzünden droht
die strahlend gelben Ähren.

Nur Farbenpracht, wohin man schaut,
wohin man hört ein Klingen.
Der weite Sommerhimmel blaut,
in lichten Höhen jubelnd laut
die kleinen Lerchen singen.

Der Maulwurf in der Erde gräbt,
weiß nichts von diesen Dingen.
Er hat das Schöne nie erlebt.
Der Finsterling nach unten strebt
und wühlt nach Engerlingen.

Es findet jeder, wie er kann,
auf seine Art Erbauung.
Schaut man die Welt von oben an –
von unten – so hat jedermann
die beste Weltanschauung.


Fred Endrikat, 1890 - 1942





Photo copyright: Isabella Kramer
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Baum im Herbst

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Baum im Herbst


Was habt ihr plumpen Tölpel mich gerüttelt,
als ich in seliger Blindheit stand!
Nie hat ein Schreck grausamer mich geschüttelt,
– mein Traum, mein goldner Traum entschwand.

Nashörner ihr mit Elephanten-Rüsseln,
macht man nicht höflich erst: Klopf! Klopf!
Vor Schrecken warf ich euch die Schüsseln
goldreifer Früchte – an den Kopf.





Friedrich Wilhelm Nietzsche






Photo Copyright: Isabella Kramer 





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Bratäpfel

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bratäpfel

in meinem haus ist heut ein fest,
ein kleines feines freudenfest,
ich lade dich, mein kindlein, ein,
komm, lass uns hier zusammen sein.
du lächelst, das ist wie ein licht,
denn hell ist es im zimmer nicht.
da ist nur sanfter kerzenschein,
und tannenwedel duften fein.
doch, ja, da ist ein andrer duft,
der uns zur ofentüre ruft.
du lächelst, hei, du ahnst es, ja?
was riecht denn da so wunderbar?
im rohr da brutzelt’s, horch nur hin,
da sind wohl leckereien drin?
rosinen, mandeln, honig, zimt,
zitronensaft, da staunst du, kind!
als mützchen noch ein wenig butter,
zu guter letzt kandierter zucker.
die äpfelchen sind schön wie nie,
ein seidenglanz bezaubert sie,
mit kleinen sommersonnenfunken,
als hätten sonne sie getrunken.
drum ist so gut der duft im haus,
gedeckt der tisch!
ich hol sie raus...


 









Foto von David B Townsend auf Unsplash




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Lob dem Apfel

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Lob dem Apfel
 
Eines mußt Du stehts Dir merken,
wenn Du schwach bist: Äpfel stärken!


Äpfel sind die beste Speise

für zuhause, für die Reise,

für die Alten, für die Kinder,

für den Sommer, für den Winter,

für den Morgen, für den Abend,

Äpfel essen ist stets labend.


Äpfel glätten Deine Stirn,

bringen Phosphor ins Gehirn,

Äpfel geben Kraft und Mut

und
erneuern Dir Dein Blut.

Darum Freund, so laß Dir raten:

Esse frisch, gekocht, gebraten

täglich ihrer fünf bis zehn.


Wirst nicht dick, doch jung und schön,

und kriegst Nerven wie ein Strick.

Mensch – im Apfel liegt Dein Glück !!



Georg Wilhelm Otto von Ries,  1763 - 1846 






Photo copyright: Isabella Kramer



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vom schlafenden Apfel

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Im Baum, im grünen Bettchen,
Hoch oben sich ein Apfel wiegt,
Der hat so rote Bäckchen,
Man sieht, daß er im Schlafe liegt.

Ein Kind steht unterm Baume,
Das schaut und schaut und ruft hinauf:
"Ach, Apfel, komm herunter!
Hör endlich doch mit Schlafen auf!"

Es hat ihn so gebeten,-
Glaubt ihr, er wäre aufgewacht?
Er rührt sich nicht im Bette,
Sieht aus, als ob im Schlaf er lacht.

Da kommt die liebe Sonne
Am Himmel hoch daherspaziert.
"Ach Sonne, liebe Sonne,
Mach du, daß sich der Apfel rührt!"

Die Sonne spricht: "Warum nicht?"
Und wirft ihm Strahlen ins Gesicht,
Küßt ihn dazu so freundlich;
Der Apfel aber rührt sich nicht.

Nun schau! Da kommt ein Vogel
Und setzt sich auf den Baum hinauf.
"Ei, Vogel, du mußt singen,
Gewiß, gewiß, das weckt ihn auf!"

Der Vogel wetzt den Schnabel
Und singt ein Lied so wundernett.
Und singt aus voller Kehle;
Der Apfel rührt sich nicht im Bett.

Und wer kam nun gegangen?
Es war der Wind, den kenn ich schon,
Der küßt nicht und der singt nicht,
Der pfeift aus einem andern Ton.

Er stemmt in beide Seiten
Die Arme, bläst die Backen auf
Und bläst und bläst; und richtig,
Der Apfel wacht erschrocken auf.

Und springt vom Baum herunter
Grad in die Schürze von dem Kind;
Das hebt ihn auf und freut sich
Und ruft: "Ich danke schön, Herr Wind!"





Robert Reinick 





Photo Copyright: Isabella Kramer 
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Vorweihnacht

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Vorweihnacht
 
 

Bald ist Weihnacht, wie freu' ich mich drauf, 

da putzt uns die Mutter ein Bäumlein schön auf; 

es glänzen die Äpfel, es funkeln die Stern', 

wie hab'n wir doch alle das Weihnachtsfest gern. 


Volksgut 

 


Photo credit: Isabella Kramer



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Kinderfest im Herbst

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Doch ehe der Herbst uns ganz verlässt,
So bringt er uns noch ein Kinderfest:
Sobald es Abend, zieh'n wir aus
Und wandern singend von Haus zu Haus,

Und bitten dem heiligen Martin zu Ehren
Uns kleinen Kindern was zu bescheren.
Da reicht man uns Äpfel und Nüsse dar,
Zuweilen auch Honigkuchen sogar.

Wir sprechen unsern Dank dafür aus
Und wandern dann in ein anderes Haus.
Nun lasst uns heute singen auch
Wie's ist am Martinstag der Brauch!





Gedicht von: August Heinrich Hoffmann von Fallersleben, 1798-1874

Bild von: Ferdinand du Puigaudeau (1864-1930) von wikimedia commons


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Zu Weihnachten











Das ist der liebe Weihnachtsbaum.
Ja solch ein Baum!
Der grünt bei Schnee, der glänzt bei Nacht
wie die himmlische Pracht,
trägt alle Jahre seine Last,
Äpfel und Nüsse am selben Ast,
Zuckerwerk obendrein -
so müssten alle Bäume sein!
Nun hat ihn gebracht der Weihnachtsmann,
drei Kinder steh'n und seh'n ihn an.

Das erste spricht:
"Der ist doch Weihnacht das Schönste, nicht?"
Das andre: "Woher an Äpfeln und Nüssen
Gold und Silber wohl kommen müssen?
Ich denk mir, das Christkind fasste sie an,
gleich war Gold oder Silber dran."
Das dritte: "Christkind müßte einmal
den ganzen Wald so putzen im Tal;
dann würde gleich aller Schnee zergeh'n,
und dann - das gäb ein Spazierengeh'n!"




Victot Blüthgen, 1844-1920

 

 

 Photo credit: Isabella Kramer


 

 

 

 

Der alte Weihnachtsmann






Der alte Weihnachtsmann


Ich bin der alte Weihnachtsmann,
ich hab einen bunten Wunderpelz an
mein Haar ist weiß von Reif und Eis.

Ich komm weit hinter Hamburg her,
mit langen Stiefeln durchs kalte Meer,
meinen Mummelsack huckepack.

Da sind viel gute Sachen drin,
Nüss und Äpfel und große Rosinn
ich bin ein lieber Mann, seht an.

Ich kann aber auch böse sein,
dann fahr ich mit der Rute drein
und schüttel den Bart: na wart!

Nein, seid nicht bang seid lieb und gut,
seid wie das Blümlein Wohlgemut!
Das nimmt beglückt
alles, was der Himmel schickt.



Paula Dehmel 1862-1918




Gemälde copyright: Isabella Kramer 


Bitte beachten Sie das Urheberrecht: Copyright Texte, Fotos und Graphiken = Isabella Kramer, veredit - wenn nicht anders erwähnt. Auch für private Homepages dürfen diese Texte, Fotos und Graphiken nicht ohne ausdrückliche schriftliche Erlaubnis verwendet werden! Wenn Sie meine Gedichte oder Bilder verwenden wollen, fragen sie mich bitte. 
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