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Ich will!

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Ich will!


Ich will! Das Wort ist mächtig


Spricht´s einer ernst und still


Die Sterne reißt vom Himmel


Das eine Wort: Ich will!



Friedrich Halm, eigentlich Eligius Franz Joseph Freiherr von Münch-Bellinghausen, 1806 - 1871




Foto von Armand Khoury auf Unsplash

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Regenwetter

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Regenwetter

Was ist das für ein Wetter heut!
Es regnet ja wie toll!
Die Straße ist ein großer See,
Die Gosse übervoll.

Der Sperling duckt sich unters Dach,
So gut er eben kann,
Und Nero liegt im Hundehaus
Und knurrt das Wetter an.

Wir aber haben frohen Mut
Und sehn dem Regen zu,
Erzählen uns gar mancherlei
Daheim in guter Ruh.

Lass regnen, was es regnen will!
Lass allem seinen Lauf!
Und wenn's genug geregnet hat,
So hört's auch wieder auf.



Friedrich Halm, eigentlich Eligius Franz Joseph Freiherr von Münch-Bellinghausen, 1806 - 1871



Gemälde copyright: Isabella Kramer 

Bitte beachten Sie das Urheberrecht: Copyright Texte, Fotos und Graphiken = Isabella Kramer, veredit - wenn nicht anders erwähnt. Auch für private Homepages dürfen diese Texte, Fotos und Graphiken nicht ohne ausdrückliche schriftliche Erlaubnis verwendet werden! Wenn Sie meine Gedichte oder Bilder verwenden wollen, fragen sie mich bitte. 

Kontakt über email: vere_dit@yahoo.de



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Don Quixote

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Don Quixote

Noch ein Abenteuer,
Welches Ruhm verspricht;
Siehst du auf dem Hügel
Dort die Riesen nicht?
Turmhoch, mißgeschaffen,
Drohend in den Wind,
Welche anzuschauen
Fast wie Mühlen sind?
Mit Vergunst, Herr Ritter,
Kann ich da nur sehn
Mühlen, die im Winde
Ihre Flügel drehn.

Seien, feiger Knappe,
Deinem stumpfen Sinn
Diese Ungeheuer
Mühlen immerhin;
Hülle sich mit Trugschein
Zauberhaft der Graus,
Findet doch der Ritter
Sich die Riesen aus.
Mit Vergunst, Herr Ritter,
Glaubt's mir, auf mein Wort,
Das sind echte Mühlen,
Auf dem Hügel dort.

Dürft ihr's euch erfrechen,
Haltet mir nur Stand,
Strauß mit euresgleichen
Ist mir Kindertand.
Einer gegen alle,
Falsche Höllenbrut,
Und die Erde trinkt bald
Eures Herzens Blut.
Mit Vergunst, Herr Ritter,
Hört mich doch nur an,
Mühlen sind's, nur Mühlen,
Wie ich schwören kann.

Süße Dulcinea,
Blick auf mich herab!
So der wackre Ritter,
Spornt den Gaul in Trab;
Treibet auf den ersten,
Der da seiner harrt –
Und geschleudert stürzt er
Auf die Erde hart.
Lebt Ihr, guter Ritter,
Oder seid Ihr tot?
Aber tat's mit Mühlen
Euch zu raufen Not?

Sollte wer mich fragen,
Wie man vieles fragt,
Ob es Riesen waren,
Wie der Herr es sagt,
Oder bloße Mühlen,
Wie es meint der Knecht;
Geb ich unbedenklich
Unserm Ritter Recht.
Mit den Herrn es halten,
Bleibt das Klügste noch;
Was von solchen Dingen
Wissen Knechte doch!


Adelbert von Chamisso, 1781 - 1838



Photo copyright: Isabella Kramer

Mal mir eine Note ... bittet der Kl. Prinz



Mal mir eine Note ... bittet der Kl. Prinz

Mal mir eine Note
eine richtig schöne Note
eine ausgefüllte dicke fette
eine mit 1 Fähnchen,
nein, lieber mit 2 Fähnchen dran

eine, die sich festhalten kann,
die nicht umfällt,
weil sie ja so rund ist
die Halt und Geborgenheit hat,
eine, deren Klang die Herzen
aller Menschen anrührt

mal ihr einen Zaun,
worauf sie Platz nehmen kann –
und lass sie unausgefüllt,
wenn sie sich ausruhen möchte

mal ihr auch so ein Ding
auf das Schild vor dem Anfang des Zaunes
damit sie weiß, wie sie klingen soll

dann mal ihr noch Freunde,
die auch an verschiedenen Stellen
auf dem Zaun hocken
damit sie miteinander
zu einem Lied werden können

Mal mir eine Note
Eine richtig schöne Note
Eine ausgefüllte dicke fette
Eine mit 1 Fähnchen,
nein lieber mit 2 Fähnchen dran ...

Mit freundlicher Genehmigung von (c) Ingrid Hassmann



"...analog zu „Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint – Exupéry (vor vielen Jahren zu einem Musikprojekt entstanden)."



Photo by Dayne Topkin on Unsplash



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Ein Lob dem Februar

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Ein Lob dem Februar

Der Februar, so man sagen,
besteht aus endlos kalten Tagen, 
aus grauen, lichtlos trüben Stunden,
die, sind sie endlich überwunden, 
in klirrend kalten Nächten enden.

Aus Grippewelle, klammen Händen,
tropfenden Nasen und glatten Wegen,
da ist der Karneval ein Segen. Bringt er
statt Schnupfen, doch das Lachen,
Helau, Alaaf und solche Sachen,

die, wenn sie richtig angewendet,
uns zeigen, dass es stets ein Ende
von derlei Kümmernissen gibt. Und wer 
den Fasching gar nicht liebt,
bemerkt, die Tage werden länger,

man hört die ersten Frühlingssänger.
Im Garten gibt es kleinste Zeichen,
dass Winter wird dem Frühling weichen,
Krokuss und Zaubernuss erblühen.

Man braucht sich gar nicht viel zu mühen,
um frohen Mutes durchzuhalten
und mancher dichtet dann sogar 
sein eigenes Lob dem Februar! 


veredit©Isabella.Kramer



Gemälde Copyright: Isabella Kramer 


auch enthalten im neuen Gedichteband "Kinder-Gedichte-Welt" erhältlich über mich oder via blurb.de 


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Lügen und Tatsachen

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Lügen und Tatsachen 

Ich bin klein … 
das stimmt so nicht
nur wenn ich es selber glaube
fällt es richtig ins Gewicht

Ich bin dumm …
wär auch nicht schlimm
weil ich es ja gar nicht bin

Ich bin hässlich ...
Ansichtssache 
und mein Spiegel meint okay
ich will ihm nicht widersprechen
und drum mag ich, was ich seh

Größe, Klugheit, was auch immer
letztlich zählt, was in dir steckt
und egal wie dumm und klein
hässlich, grün, mit, ohne Bein
Güte, Liebe ist's die gilt
unbeirrbar festzuhalten
sie ist das, was wirklich zählt



isabella.kramer©veredit 2016 




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Höre, liebe Kleine

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Höre, liebe Kleine


Märchen will ich dir erzählen
Sagen spinnen in dein Haar
von entführten schönen Prinzen
die zu retten aus Gefahr
nur die mutigsten der Frauen
auserkoren worden sind


von verrückten Abenteuern
die man barfuß nur erlebt
und von fernen Leuchtturmfeuern
die dir weisen deinen Weg
wenn du längst dich wähnst zu alt
um an Märchen noch zu glauben


ganz am Ende der Geschichten
sollte stets ein Schimmer leuchten
voller  Zuversicht und Glück
liebes Kind denn deine Träume
bringen mir zur großen Freude
meine eigenen zurück




isabella.kramer©veredit16



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Kettenlied für den Fasching

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Kettenlied für Fasching


Laßt uns den Fasching loben,
Und ihn lobpreisen heut';
Wir haben viele Proben
Von seiner Freundlichkeit:
Er schloß heut' allem Leide
Hienieden unser Herz,
Und öffnet es der Freude
Allein nur und dem Schmerz.

Die Weisheit hüllt nicht immer
In Falten ihr Gesicht,
Der Freude Rosenschimmer
Entstellt ihr Antlitz nicht:
Drum trat an ihre Stelle
Heut' Scherz und froher Mut;
Denn auch die Narrenschelle
Ist oft zum Lachen gut.

Es leb' in unserm Kreise
Die Weisheit, welche lacht,
Und die des Lebens Reise
Uns angenehmer macht!
Es leben alle Brüder,
Die Hand an Hand in Reih'n
Auch dieses Jahr sich wieder
Wie wir, des Faschings freu'n!


Johann Aloys Blumauer, 1755 - 1798






Foto von Quino Al auf Unsplash



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Am Rand der Welt

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Am Rand der Welt

Unter nächtlich grünem Himmel
reitet mutig und pfeilschnell
hoch zu Ross auf ihrem Schimmel
die Prinzessin Mirabell.

Edelsteinbesetzt die Krone,
dünn ihr Kleid und haucheszart.
Wunderhübsch, ganz zweifelsohne,
hier sich Mut mit Anmut paart.

Wild weh´n Haar und Pferdemähne,
stumm im Sturm auf weiter Flur,
Schaum bedeckt des Schimmels Zähne,
doch sie treibt ihn streng und stur.

Grün bestrahlt von Sterngefunkel
eilt sie hin zum Rand der Welt
- von dem Platz, so wird gemunkelt,
man als Held hinunterfällt.

All die düstren, alten Lieder
künden, dass dort herrscht Gefahr,
und es kehrte keiner wieder,
der zuvor am Ort schon war.

Mirabell kann das nicht schrecken!
Viel zu groß die Wissbegier,
fürchtet sie nicht weite Strecken,
weder Feind, noch Ungetier!

Nichts und niemand wird sie hindern
dort am Rand sich vorzubeugen,
ihrer Neugier Drang zu lindern,
um sich selbst zu überzeugen,

ob es wahr, was man erzählt:
dass hinter dem Horizont
nur die Sonne tiefer fällt
und mit Bruder Mond dort wohnt.



.prinzessinnengedicht/mutgedicht von: die amelie ´ 08
.bild: Riddaren rider, John Bauer 1914

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Unter der Eiche (ein Hexe-Rosalind-Gedicht)

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Unter der Eiche 


Tief unter der hohlen Eiche
wohnt die Hexe Rosalind
tagunter im Wurzelreiche,
wo die Hexenhöhlen sind.

Oft schon gingst du dran vorbei,
hast den Eingang dort gesehen.
Fragtest stets dich, wie 's wohl sei
einfach mal hinein zu gehen...

Trittst ein in den morschen Stamm,
steigst die Wendeltreppe runter -
feuchtkalt, modrig, steil und klamm!
Gänsehaut kriecht's Bein hinunter.

Fern kannst du schon Klappern hören,
Blubbern, Knistern, Feuerknacken,
leises Murmelzauberschwören,
„Zack!“ vom Krötenbein-Abhacken.

Feuerschein tanzt über Wände,
Gläser drängeln in Regalen.
Flammenspiel vermag behände
Schattenreigens Bild zu malen.

Zögernd lugst du um die Ecken
bang vor dem, was dort könnt' lauern.
Wo mag nur die Hexe stecken?
Neugier kämpft gegen Erschauern.

„Tee und Kuchen?“ - ach, du Schreck!
rutscht das Herz dir in die Hose.
Keck lugt Rosalind ums Eck,
in der Hand die Zuckerdose.gr

„Gern..äh...danke...guten Tag“
stotterst du noch ganz erschrocken.
Dass 'ne Hexe Süßes mag,
haut dich nun doch aus den Socken.

Neugierig seht ihr euch an,
stumm erforscht man sich im Blick,
voneinander angetan
gibt es nun auch kein Zurück.

„Rosalind Moosmauer heiß' ich“
bricht die Hexe nun das Schweigen.
„und ich bin schon hundertdreißig!
Soll ich dir ein Kunststück zeigen?“

Emsig huscht sie auch schon los,
lässt dich dort verdattert stehen.
's scheint, als fänd sie ganz famos,
dich als Gast bei ihr zu sehen.

Schwupp – da ist sie schon zurück!
Seligst breites Zahnlochgrinsen.
Präsentiert ihr Zauberstück,
doch das geht glatt in die Binsen!

„Mist! Da muss ich wohl noch üben!“
Rosalind muss selber lachen.
„Dreimal Dreck und rote Rüben!
Huch, ich wollt ja Tee noch machen...“

Es ist nicht zu übersehen,
dass sie schrecklich schusslig ist.
Ach, ihr werdet euch verstehen,
weil du selbst genauso bist.

Doch der sicherste Beweis,
dass ihr füreinand gemacht,
ist, dass ihr beide habt leis
euch mit Zahnloch angelacht!

So viel gibt es zu entdecken,
voneinander zu erfahren!
Freundschaft, süßer als Zimtschnecken,
wert, sie ewig zu bewahren!

So hat sich dein Mut gelohnt,
Neuland tapfer zu erforschen:
eine neue Freundin wohnt
in der Eiche, der ganz morschen.



von: ©die amelie ´ 08 ... zu ihrer Gedichte Website


Photo copyright: 
Isabella Kramer

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Auf der Eisenbahn

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Auf der Eisenbahn

Flieg' ich durch die weite Welt,
Oder fliegt vorüber
Mir die Welt jetzt sonnerhellt,
Und dann wieder trüber?

Berg und Thäler, Wald und Flur
Und die grünen Bäume,
Sie entfliehn, als weilt' ich nur
In dem Reich der Träume.

Als ob auf gemaltem Grund
Sie vorüberzögen,
Daß sie reich und farbenbunt
Nur das Leben lögen.

Also zeigt das Leben auch
Seine bunten Bilder,
Heut' getrübt von Sturmeshauch,
Morgen klar und milder.

Wandre drum getrosten Muth's
Deinen Weg durch's Leben,
Was bewegt heut', morgen ruht's
Alles wechselt eben.






Karl Stelter





photo copyright: Isabella Kramer


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Lob dem Apfel

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Lob dem Apfel
 
Eines mußt Du stehts Dir merken,
wenn Du schwach bist: Äpfel stärken!


Äpfel sind die beste Speise

für zuhause, für die Reise,

für die Alten, für die Kinder,

für den Sommer, für den Winter,

für den Morgen, für den Abend,

Äpfel essen ist stets labend.


Äpfel glätten Deine Stirn,

bringen Phosphor ins Gehirn,

Äpfel geben Kraft und Mut

und
erneuern Dir Dein Blut.

Darum Freund, so laß Dir raten:

Esse frisch, gekocht, gebraten

täglich ihrer fünf bis zehn.


Wirst nicht dick, doch jung und schön,

und kriegst Nerven wie ein Strick.

Mensch – im Apfel liegt Dein Glück !!



Georg Wilhelm Otto von Ries,  1763 - 1846 






Photo copyright: Isabella Kramer



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Frösche

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Frösche

»Hätten Zähne wir, so wollten
Wir mit Storch und Kranich kämpfen,
Hätten wir doch scharfe Zähne
Ihren Uebermuth zu dämpfen!«

»Hättet ihr auch scharfe Zähne,
Thätet ihr nach alter Sitte; —
Wenn der Storch, der Kranich kämen,
Sprängt ihr in des Sumpfes Mitte.«




Adolf Pichler, 1819 - 1900




Aus der Sammlung Arabesken.



Photo copyright: 
Isabella Kramer

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