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Auf einem Berg aus Zuckerkant...

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Auf einem Berg aus Zuckerkant


Auf einem Berg aus Zuckerkant, 
unter einem blühenden Machandelbaum*, 
blinkt mein Pfefferkuchenhäuschen.
Seine Fensterchen sind aus Goldpapier, 
aus seinem Schornstein raucht Watte.
Im grünen Himmel, über mir,
rauscht die Weihnachtstanne.

In meinem See aus Staniol 
spiegeln sich alle ihre Engel,
 alle ihre Lichter!
Die kleinen Kinder stehn rum 
und staunen mich an.
Ich bin der Zwerg Turlitipu.
Mein dicker Bauch ist aus Traganth*, 
meine Beinchen Streichhölzer, 
meine listigen Äugelchen 
Korinthen.



Arno Holz, 1863-1929




*Machandelbaum - altes Wort für Wacholderbaum
*Traganth - ist eine sehr alte Masse aus Mehl, Wasser und Gummi, mit der in früheren Zeiten Christbaumschmuck hergestellt wurde.


Photo credit: Isabella Kramer
Gemälde copyright: Isabella Kramer

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Weihnachtsgebäck

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Weihnachtsgebäck



Weinbeer, Mandeln, Sultaninen,
süße Feigen und Rosinen,
welsche Nüsse - fein geschnitten,
Zitronat auch - muß ich bitten! -

Birnenschnitze doch zumeist
und dazu den Kirschengeist;
wohl geknetet mit der Hand
alles tüchtig durcheinander
und darüber Teig gewoben -
wirklich, das muß ich mir loben!

Solch ein Brot kann's nur im Leben
jedesmal zur Weihnacht geben!
Eier, Zucker und viel Butter
schaumig rührt die liebe Mutter;
kommt am Schluß das Mehl daran,
fangen wir zu helfen an.

In den Teig so glatt und fein
stechen unsre Formen ein:
Herzen, Vögel, Kleeblatt, Kreise -
braune Plätzchen, gelbe, weiße
sieht man bald - welch ein Vergnügen -
auf dem Blech im Ofen liegen.
Knusprig kommen sie heraus,
duften durch das ganze Haus.

Solchen Duft kann's nur im Leben
jedesmal zur Weihnacht geben!





Isabella Braun, 1815-1886
 
 
 
 
Photo credit: Isabella Kramer



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Weihnachten

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Weihnachten

Und wieder nun läßt aus dem Dunkeln
Die Weihnacht ihre Sterne funkeln!
Die Engel im Himmel hört man sich küssen
Und die ganze Welt riecht nach Pfeffernüssen ...

So heimlich war es die letzten Wochen,
Die Häuser nach Mehl und Honig rochen,
Die Dächer lagen dick verschneit
Und fern, noch fern schien die schöne Zeit.
Man dachte an sie kaum dann und wann.
Mutter teigte die Kuchen an
Und Vater, dem mehr der Lehnstuhl taugte,
Saß daneben und las und rauchte.
Da plötzlich, eh man sich's versah,
Mit einem Mal war sie wieder da.

Mitten im Zimmer steht nun der Baum!

Man reibt sich die Augen und glaubt es kaum ...
Die Ketten schaukeln, die Lichter wehn,
Herrgott, was giebt's da nicht alles zu sehn!
Die kleinen Kügelchen und hier
Die niedlichen Krönchen aus Goldpapier!
Und an all den grünen, glitzernden Schnürchen
All die unzähligen, kleinen Figürchen:
Mohren, Schlittschuhläufer und Schwälbchen,
Elephanten und kleine Kälbchen,
Schornsteinfeger und trommelnde Hasen,
Dicke Kerle mit rothen Nasen,
Reiche Hunde und arme Schlucker
Und Alles, Alles aus purem Zucker!

Ein alter Herr mit weißen Bäffchen
Hängt grade unter einem Äffchen.
Und hier gar schält sich aus seinem Ei
Ein kleiner, geflügelter Nackedei.
Und oben, oben erst in der Krone!!
Da hängt eine wirkliche, gelbe Kanone
Und ein Husarenleutnant mit silbernen Tressen –
Ich glaube wahrhaftig, man kann ihn essen!

In den offenen Mäulerchen ihre Finger,
Stehn um den Tisch die kleinen Dinger,
Und um die Wette mit den Kerzen
Puppern vor Freuden ihre Herzen.
Ihre großen, blauen Augen leuchten,
Indess die unsern sich leise feuchten.
Wir sind ja leider schon längst »erwachsen«,
Uns dreht sich die Welt um andre Achsen

Und zwar zumeist um unser Bureau.
Ach, nicht wie früher mehr macht uns froh
Aus Zinkblech eine Eisenbahn,
Ein kleines Schweinchen aus Marzipan.
Eine Blechtrompete gefiel uns einst sehr,
Der Reichstag interessiert uns heut mehr;
Auch sind wir verliebt in die Regeldetri
Und spielen natürlich auch Lotterie.
Uns quälen tausend Siebensachen.
Mit einem Wort, um es kurz zu machen,
Wir sind große, verständige, vernünftige Leute!

Nur eben heute nicht, heute, heute!

Über uns kommt es wie ein Traum,
Ist nicht die Welt heut ein einziger Baum,
An dem Millionen Kerzen schaukeln?
Alte Erinnerungen gaukeln
Aus fernen Zeiten an uns vorüber
Und jede klagt: Hinüber, hinüber!
Und ein altes Lied fällt uns wieder ein:
O selig, o selig, ein Kind noch zu sein!





Hermann Oscar Arno Alfred Holz, 1863 - 1929


 
 Photo credit: Isabella Kramer








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Vom Honigkuchenmann

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Vom Honigkuchenmann


Keine Puppe will ich haben -
Puppen gehn mich gar nichts an.
Was erfreu’n mich kann und laben
Ist ein Honigkuchenmann.
So ein Mann mit Leib und Kleid
durch und durch an Süßigkeit.

Stattlicher als eine Puppe
Sieht ein Honigkerl sich an,
Eine ganze Puppengruppe
Mich nicht so erfreuen kann.
Aber seh ich recht dich an,
Dauerst du mich, lieber Mann.

Denn du bist zum Tod erkoren -
Bin ich dir auch noch so gut,
Ob du hast ein Bein verloren.
Ob das andre weh dir tut:
Armer Honigkuchenmann,
Hilft dir nicht, du mußt doch ran.



August Heinrich Hoffmann von Fallersleben




Photo credit: Isabella Kramer




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Glitzer, Glimmer, Weihnachtsschimmer



Glitzer, Glimmer, Weihnachtsschimmer! 


Glitzer, Glimmer, Weihnachtsschimmer
Tannengrün, Bratapfelduft,
Kerzenglanz in jedem Zimmer,
Weihnachtszeit liegt in der Luft.


Draußen knirscht der Schnee ganz leise,
drinnen warm der Ofen prasselt.
Christkind geht auf seine Reise.
Wintersturm am Fenster rasselt.


Keksbackdüfte ziehn durchs Haus,
jedermann summt Weihnachtslieder.
Was gibt's wohl zum Festtagsschmaus?
Kindheitsszenen kehren wieder.


Weihnachtsmärchen alter Dichter,
Glockenklänge in der Nacht.
Glücklich lächelnde Gesichter,
Gabentische voller Pracht.


Weihnachtsträume werden wahr,
Frieden kehrt im Herzen ein,
Weihnachtszeit ist wunderbar.
Könnt' doch immer Weihnacht sein!




veredit©isabella.kramer 2007


Im Dezember 2021 ist ein Song nach diesem Gedicht entstanden. Komposition, Musik und Gesang Noah-Benedikt "Könnt' doch immer Weihnacht sein!"



Eine wunderbare englische Übersetzung von Greg Yancoskie


 Can always be Christmas

Glitter, mica, Christmas shimmer
fir green, frying field scent,
candlelight in every room,
Christmas time is in the air.

Outside, the snow crunches very quietly,
Inside, the oven crackles.
Christ Child goes on his journey.
Winter storm rattles at the window.

Biscuit-baking scents run through the house,
Everyone hums Christmas carols.
What's there for the holiday feast?
Childhood scenes return.

Christmas fairy tales of old poets,
Bell sounds at night.
Happy smiling faces,
Gift tables full of splendor.

Christmas dreams come true,
Peace returns to the heart,
Christmas time is wonderful.
Can always be Christmas!



Photo credit: Isabella Kramer



auch enthalten im neuen Gedichteband "Kinder-Gedichte-Welt" erhältlich über mich oder via blurb.de 


Bitte beachten Sie das Urheberrecht: Copyright Texte, Fotos und Grafiken = Isabella Kramer, veredit - wenn nicht anders erwähnt. Auch für private Homepages dürfen diese Texte, Fotos und Grafiken nicht ohne ausdrückliche schriftliche Erlaubnis verwendet werden! Wenn Sie meine Gedichte oder Bilder verwenden möchten, fragen Sie mich bitte. 
Kontakt über E-Mail: vere_dit@yahoo.de



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von Weihnachtsmäusen

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Von Weihnachtsmäusen


von Weihnachtsmäusen
schrieb James Krüss*,
entlarvte ihre Spuren.
Advent ist ihre Hochsaison
exakt, wie Schweizer Uhren.


Nie sah man sie von Angesicht,
einzig die Nagereste.
So zahlreich ihre Gattung ist,
so heimlich ihre Feste.


Sie gibt es nur zur Weihnachtszeit
in Stuben, Küchen, Kellern,
mit Keksen, Kringeln, Schokowerk.
 Man sieht‘s an leeren Tellern.


Der Dichter wusste wohl Bescheid,
bestimmt aus der Erfahrung.
Sah er die Maus? Er sagt es nicht.
denn Fantasie braucht Nahrung …







veredit©Isabella Kramer 2011






Safe Creative #1112040664063



 * "Die Weihnachtsmaus" ist ein Gedicht von James Krüss


Gemälde copyright: Isabella Kramer 


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Weihnachtszeit

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Weihnachtszeit 

Glitzer, Glimmer, Weihnachtsschimmer
Tannengrün, Bratapfelduft,
Kerzenglanz in jedem Zimmer,
Weihnachtszeit liegt in der Luft.

Draußen knirscht der Schnee ganz leise,
drinnen warm der Ofen prasselt,
Christkind geht auf seine Reise,
Wintersturm am Fenster rasselt.

Keksbackdüfte ziehn durchs Haus,
jedermann summt Weihnachtslieder.
Was gibt's wohl zum Festtagsschmaus?
Kindheitsszenen kehren wieder.

Weihnachtsmärchen alter Dichter,
Glockenklänge in der Nacht.
glücklich lächelnde Gesichter,
Gabentische voller Pracht.

Weihnachtsträume werden wahr,
Frieden kehrt im Herzen ein,
Weihnachtszeit ist wunderbar,
könnt doch immer Weihnacht sein!




Isabella Kramer©veredit07



Safe Creative #1012088030519


 
 
Photo credit: Isabella Kramer

P



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Wenn es nach Zimt duftet

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Wenn es nach Zimt duftet


Ein Zimbold ist ein kleiner Wicht,
aktiv zur Weihnachtszeit.
wo er sich rumtreibt, riecht es gut,
und Zimtlust macht sich breit.

Ist er verstört und aufgeregt,
verstärkt sich noch der Duft.
Wenn er auch noch sein Mützchen sucht,
rülpst er gar Glitzerluft.

Rostrot gestrubbelt' Wichtelhaar
ziert seinen kleinen Kopf
und eine dicke Mandel,
nutzt er als Jackenknopf.

An sich ist er ganz hilfreich,
tut Gutes, wo er kann.
Doch mag er auch ein Schelm sein,
stibitzt gern – dann und wann.

So fehlt mal hier ein Plätzchen,
und dort ein Schokokringel.
Er kann es halt nicht lassen,
der Zimbold ist ein Schlingel.

Von Herzen ganz ein Sanfter,
summt er gern Weihnachtslieder
und bist du mal recht traurig,
erheitert er dich wieder.

Nachts flüstert er dir Märchen,
beim Schlaf ganz leis‘ ins Ohr
und zaubert so schneeweißes
Traumlandgefühl hervor.

Nur eins mag er nicht haben,
dann wird er wirklich wild,
die Anti-Weihnachtsmenschen,
da ist er gar nicht mild‘.

Die zwickt und zwackt er tüchtig,
schafft Nüsse in die Schuh.
Er kann da recht bestimmt sein
und gibt nicht eher Ruh,

bis alle Augen strahlen
und jeder weit und breit,
es fühlt mit ganzem Herzen:
das Glück der Weihnachtszeit!






veredit©09 isabella kramer



Safe Creative #1011307973378






When it smells like cinnamon


A Zimbold is a little wretch
busy at Christmas time.
where he loiters it smells so good,
of cinnamon scents divine

When he’s upset or excited
the scent goes without compare.
And if he’s looking for his hat,
he belches glitter air.

red-colored tousled hair
decorates his tiny brow
and a big almond,
is his jacket button with a glow.

In itself, he’s very helpful
and does good things where he can.
But he may also be a rogue
and pilfer – now and then.

So a cookie is missing here
and there a chocolate ring.
He just can't help it go, 
the Zimbold does his rascal thing.

A gentle soul at heart,
he likes to hum a Christmas hymn
and if you are really sad
he cheers you up again.

At night he whispers fairy tales,
very quietly while you sleep,
conjures a dreamland feeling
with snow so white and deep.

There's only one thing he doesn't like,
then he gets really wild,
the Anti-Christmas people,
he is not with them mild!

He pinches and tweaks vigorously,
fills nuts in their shoes.
He can be very firm
it’s work that he must do,

until all eyes shine, far and wide
and everybody feels it in their heart:
the happiness of Christmas 
and the joys that it imparts!


English translation by Isabella Kramer and John Knapton 2022






Foto Copyright: Isabella Kramer



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Wir backen Plätzchen

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Wir backen Plätzchen

Zuckrigsüß verschmierte Lippen.
Nasen weißbestäubt mit Mehl.
Finger kneten, pappen, rollen.
Manches geht dabei auch fehl.

Doch die werden gleich vertilgt.
Schade drum, doch wirklich lecker.
Eifrig werkeln und verzieren,
ehrt die Weihnachtskeksebäcker.

Eischnee bildet weiße Berge
und es duftet fein nach Zimt.
Schokokuss und Mandelherzen,
diese Menge reicht bestimmt!

Orangeat und Zuckerguss,
Liebesperlen richtig dick.
Jedes Teil ein kleines Kunstwerk.
Ja, so sind sie richtig chic.

Ab damit in schmucke Dosen.
Huch! - die ganze Küche klebt.
Es ist jedes Jahr das Gleiche.
Mama lacht: Weihnachten lebt!



https://www.safecreative.org/work/1011217902581-wir-backen-platzchen
Isabella Kramer - veredit©08.12.09





Gemälde Copyright
: Isabella Kramer 



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