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Die Weiden

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Die Weiden

Still ein See. Und rings in tiefen Träumen
Eine Wacht von jungen Weidenbäumen.

"Wachset," ruft der Wind, "ihr jungen Recken,
Wär' ich jung wie ihr, ich würd' mich strecken!"

Höhnt der Sturm: "Ich wach', ihr Kümmerlinge,
Daß kein Baum bis in den Himmel dringe.

Wachst nur, wachst! Laßt junge Zweige treiben!
Werdet immer - kleine Weiden bleiben!"

Und die Weiden wuchsen, still bescheiden,
Und sie wurden mählich alte Weiden .....

Aber eine war, die sich empörte,
Da sie rauh des Sturmes Höhnen hörte.

Und sie bebte in geheimem Sehnen,
Bis zum Himmel ihren Stamm zu dehnen.

Aber ach, was auch die Jahre gingen,
Glückt' ihr's nicht, sich in die Höh' zu bringen.

Traurig war sie, ihre Äste reckend
Und sie weit bis übers Wasser streckend.

Da geschah es, daß sie in dem blauen,
Dunklen See den Himmel konnt' erschauen.

Und sie rief: "Ich brauch' zu meinem Glücke
Nichts, als daß ich mich hernieder bücke!"

Und sie beugte sich und jauchzt: "Ihr Brüder,
Seht, ich wachse in den Himmel nieder!"

Hugo Salus, 1866 - 1929




Foto copyright: Isabella Kramer
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Vorbei ist die Zeit

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Vorbei ist die Zeit, wo der Mensch noch nicht 
Den Erdball unsicher machte, 
Wo der Urwald unter dem Vollgewicht 
Des Mammutfußtritts erkrachte. 

Vergeblich spähst du in unserm Revier 
Nach dem Löwen, dem Wüstensohne; 
Es ist zu bedenken: wir leben allhier 
In sehr gemäßigter Zone.

In Leben und Dichtung gehört das Feld 
Nicht dem Großen und Ungemeinen; 
Und immer schwächlicher wird die Welt, 
Noch kommen die Kleinsten der Kleinen.

Sind wir Katzen verstummt, so singt die Maus, 
Dann schnürt auch die ihren Bündel; 
Zuletzt jubiliert noch in Saus und Braus 
Das Infusorien-Gesindel. 
(einzellige Wimperntierchen)



Joseph Victor von Scheffel, 1826 - 1886




Gemälde copyright: Isabella Kramer

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Der Mond

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Der Mond

Und grämt Dich, Edler, noch ein Wort
Der kleinen Neidgesellen?
Der hohe Mond, er leuchtet dort
Und läßt die Hunde bellen
Und schweigt und wandelt ruhig fort,
Was Nacht ist, aufzuhellen.





Johann Gottfried von Herder, 1744 - 1803


Foto copyright: Isabella Kramer


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Der Bauer und der Fuchs



Der Bauer und der Fuchs

Es saß ein Fuchs im Walde tief.
Da schrieb ihm der Bauer einen Brief:

So und so, und er sollte nur kommen,
's wär' alles verzieh'n, was übelgenommen.
Der Hahn, die Hühner und Gänse ließen
Ihn alle zusammen auch vielmals grüßen.
Und wann ihn denn erwarten sollte
Sein guter, treuer Krischan Bolte.

Drauf schrieb der Fuchs mit Gänseblut:
Kann nicht gut.
Meine Alte mal wieder
Gekommen nieder!
Im übrigen von ganzer Seele:
Dein Fuchs in der Höhle.



Wilhelm Busch, 1832 - 1908



Gemälde copyright: Isabella Kramer

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Lauer Märzwind

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Lauer Märzwind ...


Lauer Märzwind
jagt verspätete Flocken.

Von unten
gegen die schwarze Erddecke
drücken lebendige Finger.

Unruhig laufen die Menschen,
die Tiere.

Fern,
immer näher rauscht
die Springflut
von Licht
und Glück.



Georg Stolzenberg, 1857-1941


Foto copyright: Isabella Kramer

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