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Märchenschätze

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Märchenschätze


Gruselwuselgeister hauchen,
Hexenmeisterpfeifen schmauchen,
Drachenmäuler zahnvoll fauchen,
Zwergenhäuserschlote rauchen.

Schlangenzungen lispeln, zischen,
Krötenbeute will entwischen
und tief unten bei den Fischen
ruht das Nixengold in Nischen.

Wassermänner horten Schätze,
Elfen kennen stille Plätze,
Zauberlehrlingshosenmätze
lernen brav Beschwörungssätze.

Wald und Moor und Moos und Heide
und die alte Trauerweide
bergen Märchenschatzgeschmeide
voller Fantasie und Freude!



Text mit freundlicher Genehmigung: die amelie ´ 08




Bild: Einband eines Märchenbuchs mit Illustrationen von Carl Offterdinger und Heinrich Leutemann. Ende des 19 Jh.



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Unter der Kastanie

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Unter der Kastanie


Einst in einem Märchenwald
stand ganz knorrig, groß und mächtig
ein Kastanienbaum gar alt,
seine Krone weit und prächtig.

Vieles schon hat er gesehen
und so manches auch erlebt.
Musst schon hundert Jahr dort stehen.
Hat kein einz'ges Mal gebebt.

Unter seiner breiten Krone
schützend grünem Blätterdach
schirmt vor Regen er und Sonne.
Nah tönt rauschend kühl ein Bach.

Dieses war der liebste Ort
der Prinzessin Ann-Kathrein.
Oft lief aus dem Schloss sie fort
um ein Weilchen hier zu sein.

Und obwohl sie einst verlor
hier ein Kästchen voller Schätze,
steigt noch immer sie empor
zu dem schönsten aller Plätze.

Denn wenn lang genug sie schwieg
und dem Bächleinglucksen lauschte,
kam es vor, dass Nebel stieg,
welcher sacht und weich sich bauschte.

Heute hält sie plötzlich still,
denn auf einmal kann sie sehen,
wie gehüllt in Nebeltüll
sich hervorwagen die Feen.

Langsam erst und noch verzagt,
doch als klar, dass nichts gefährlich,
bald von Übermut geplagt
tanzen, singen sie gar herrlich.

Wunderhübsch, so sieht das aus,
wie in ihren Glitzerkleidern
sie sich drehn in Saus und Braus.
„Wer mag solche Roben schneidern?“

frägt sich Ann-Kathrein und schweigt,
hält ganz still um nicht zu stören.
Ihren Kopf sacht schief geneigt
um die Melodie zu hören,

die zum Plätschergluckerklang
fein in Bächleins Lied verwoben
nun ertönt wie Vogelsang.
Da! Ein „Knack!“ - schon sind zerstoben

alle tief ins Unterholz,
die doch eben noch getanzt
und gesungen voller Stolz.
Leer liegt nun die Lichtung ganz.

Ann-Kathrein reibt sich die Augen.
Viel zu rasch ist das geschehn.
Ist nicht sicher, ob sie glauben
kann, was sie grad noch gesehn.

Sehnt zurück so sehr den Reigen
all der zarten Elfenwesen.
Tränchen in die Augen steigen,
weil es gar so schön gewesen.

Doch da tritt in dem Moment
aus dem Unterholz ein Fuchs.
Humpelt, wie sie gleich erkennt,
hat wohl Schmerzen vorn am Fuß.

Direkt kommt er auf sie zu,
Ann-Kathrein wagt kaum zu atmen,
mustert sie in aller Ruh,
scheint auf Reaktion zu warten.

„Du warst das im Unterholz,
der die Feen hat verscheucht!“
spricht sie voller Mut und Stolz
„und hast Schmerzen, wie mich deucht.“

Langsam, um ihn nicht zu schrecken,
hebt den Finger sie und zeigt
auf die Pfote, in der stecken
Dornen, wohl vom Rosenzweig.

„Ach, du armer, lass mich helfen!“
bittet sie ganz leis und sacht.
Längst vergessen sind die Elfen.
Kurz darauf ist es vollbracht:

dicke Stacheln, gleich drei Stück!,
hat behutsam sie gezogen
zu des Fuchses großem Glück,
welcher ihr nun sehr gewogen.

„Holde Maid, ich danke dir!“
wispert rau und leis der Fuchs.
„Sei so lieb und warte hier“
spricht er und entschwindet flugs.

Ann-Kathrein kann's gar nicht fassen,
was ihr hier grad widerfährt.
Will sich überraschen lassen,
wartet nun, wie sich's gehört.

Bald schon ist der Fuchs zurück,
zerrt ein Säcklein hinterher.
Legt es nur ein kleines Stück
weg von ihr hin: „bitte sehr!“

Fragend sieht den Fuchs sie an,
dieser stupst sie sanft und nickt.
Als der erste Blick getan
lachen beide ganz entzückt.

Eine winzig kleine Kiste
voller Schätze und Geschmeide.
Jene, die sie so vermisste!
Reich beschenkt fühl'n sich nun beide.

Nicht nur, weil der Schmerz vorbei
und zurück, was einst verlor'n.
Sondern weil soeben zwei
Freundschaft haben sich geschwor'n.







mit freundlicher Genehmigung von: die amelie ´ 08
Gemälde John Bauer, 1882-1918

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Rosalinds Explosee - (ein Hexe Rosalind Gedicht)






Rosalinds Explosee

Es war einer jener Tage, wo man besser gar nichts tut.
Denn wenn man dann doch was anfängt, wird das meistens gar nicht gut.
Rosalind bei sich zuhause, tief unter dem Eichenstamm,
machte grad vom Putzen Pause (und die Pause war recht lang).

All das Kehren, Wischen, Bücken war beschwerlich und auch fad.
Gut, dass sie beim Töpferücken allerlei gefunden hat:
Hier! - ein Pulver, fein und grau! Nicht beschriftet ist das Glas.
Daher weiß man nicht genau: wofür eignet sich denn das?

Dort - ein Bündel alte Gräser! Trocken, knisternd und ganz fahl.
Reingestopft in leere Gläser, dann vergessen im Regal.
Weiters, an ganz andrer Stelle, halb verborgen hinter Ruß,
zeigt sich abgewischt die helle Schale einer braunen Nuss.

In einer verbeulten Dose, winzig klein und ganz verhutzelt,
ähnelt Dornen einer Rose, was zu lang am Herd gebrutzelt.
Und zu guter letzt, - herrjeh! - kehrt sie unterm Schrank hervor
von 'nem Frosch den großen Zeh und ein Fledermäuschenohr.

All die so gefundnen Schätze hat zur Seite sie gelegt.
Sauber sind nun jene Plätze, wo zuvor sich Lurch geregt.
Nun als Nächstes wäre dran: Bettwäsche und Schürzen Bügeln.
Rosalind macht sich daran, ihre Arbeitswut zu zügeln.

Viel viel lieber will sie forschen, ob mit den gefundnen Sachen
in der Eiche, der ganz morschen, sie ein Zauberwerk könnt machen.
Bügeln wird also verschoben, Rosalind zischt in die Küche.
Zauberhirngespinstverwoben spinnt sie neue Hexensprüche.

Das, was noch nicht klein genug, wird im Mörser fein zermahlen.
In der Luft hängt Zauberspuk, leises Murmeln vieler Zahlen.
Ach, hätt unsre Rosalind nur geahnt, was sie nicht konnte,
nämlich dass nicht Dornen sind, was so scheint als dörr-gesonnte!

Nein! Was sie hier ahnungslos mitsamt großem Zeh und Nuss
reibt mit jedem Mörserstoß: Krallen sind's vom Kröchzelfuß!
Dabei weiß doch jedes Kind, das schon einen Kröchzel traf,
wie gefährlich diese sind! Rosalind, du dummes Schaf!

Kröchzelkrallen, die erhitzt, knistern, knallen und verpuffen!
Rosalind hat das verschwitzt. Könnten wir ihr's bloß zurufen!
Doch wir wissen: keine Chance! Rosalind macht munter weiter.
Konzentriert, fast wie in Trance, steigt sie nun auf ihre Leiter,

um vom obersten Regal jenen Glaskolben zu holen
und auch jene schön spiral-förmig schlingenden Phiolen,
welche man auf ein Gestell über eine Flamme setzt.
Feuerstein geholt noch schnell! Rosalind will's wissen jetzt!

Du und ich, wir sind gescheiter, halten Ohrn und Augen zu.
Eifrig macht die Hexe weiter, fügt der Mischung Wasser zu.
Dann wird, ritsch-ratsch!, Stein gewetzt, Funken fliegen in das Reisig.
Wartend, was geschehn mag jetzt, zählt sie langsam „zwanzig, dreißig...“

RUMMS! KRACH! KLIRR! erfülln die Küche. Irgendwo macht etwas ZISCH!
Schlimmste Rauchrußbrandgerüche steigen auf vom Arbeitstisch.
Alles pofelt, wölkt und pfaucht! Autsch! Da ist der Kopf gestoßen!
Bis das Feuer ausgeraucht, sieht man mit dem Aug, dem bloßen

keinen Millimeter weit. Viel zu dick sind Qualm und Ruß.
Während qualvoll banger Zeit stößt sie sich auch noch den Fuß.
Erst als sich der Staub gelegt und die letzten Schwaden fort,
ist, wo eben noch gefegt, sauber auch kein einz'ger Ort!

Schwarz sind Wände, Tisch und Decke, und auch Rosalinds Gesicht.
Das ansonsten fröhlich kecke Lächeln sieht man darin nicht.
Ach, am liebsten würd sie heulen, gar nichts ist hier nicht beschmutzt!
Hämisch huuhen ferne Eulen. Alles gehört neu geputzt!

Erste, dicke Tränen fallen. Rosalind schnieft leis „ach nee!“
Muss gar teuer jetzt bezahlen für ihr Forschungs-ExpLosee.






von: ©die amelie ´ 09... zu ihrer Gedichte Website







Photo copyright: Isabella Kramer


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Zwei Träume

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Zwei Träume

Mir träumte, du warst ein Bettelkind
Und saßest frierend am Wege,
Ich jagte, ein freudiger Reitersmann,
Das Reh im wald'gen Gehege.
Ich sah dir ins Auge, es zog mich herab,
Herab von dem knirschenden Rosse,
Und ehe der Schnee auf dem Berge noch schmolz,
Da warst du die Herrin im Schlosse.

Mir träumte, du warst ein Fürstenkind
Umworben von stolzen Vasallen,
Sie häuften zu Füßen dir Perlen und Gold,
Ich war der ärmste von allen.
Du blicktest auf mich, du gabst mir die Hand
Und führtest mich lächelnd zum Throne,
Den purpur'nen Mantel hingst du mir um
Und reichtest die funkelnde Krone!







Edmund Sternau, 1839 - ca. 1913





Photo copyright: Isabella Kramer



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An die Schönheit

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So sind wir deinen Wundern nachgegangen
wie Kinder die vom Sonnenleuchten trunken
ein Lächeln um den Mund voll süßem Bangen

und ganz im Strudel goldnen Lichts versunken
aus dämmergrauen Abendtoren liefen.
Fern ist im Rauch die große Stadt ertrunken

kühl schauernd steigt die Nacht aus braunen Tiefen.
Nun legen zitternd sie die heißen Wangen
an feuchte Blätter die von Dunkel triefen

und ihre Hände tasten voll Verlangen
auf zu dem letzten Sommertagsgefunkel
das hinter roten Wäldern hingegangen – –

ihr leises Weinen schwimmt und stirbt im Dunkel. 




Prof. Dr. Ernst Maria Richard Stadler
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Die sonnige Kinderstraße

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Die sonnige Kinderstraße 


Meine frühe Kindheit hat
Auf sonniger Straße getollt;
Hat nur ein Steinchen, ein Blatt
Zum Glücklichsein gewollt.


Jahre verschwelgten. Ich suche matt
Jene sonnige Straße heut,
Wieder zu lernen, wie man am Blatt,
Wie man am Steinchen sich freut.





Joachim Ringelnatz, 1883-1934





Foto copyright: Isabella Kramer


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Feenmärchen

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Sommerlüfte, Blüthendüfte
Wiegen an der Quelle ein;
Mir zu Füßen hört' ich's grüßen
Mußte wol die Welle sein.

Heimlich Flüstern unterm düstern,
Dunkelgrünen Zweigendach —
Ist der Feen Schleierwehen,
Die zum luft'gen Reigen wach.

Unterm Baume, wo im Traume
Schlummernd ich versunken bin:
Lieblich flimmernd, prächtig schimmernd,
Hüpft ein goldner Funken hin.

Von dem Throne aus der Krone
Mußt' ein Stein der Funken sein,
Der Rubinen gleich erschienen —
Nenn' ihn wonnetrunken mein!

Und das Flüstern, das noch lüstern
Eben unterm Blätterdach:
Wollt' mir scheinen ward zum Weinen —
O, dem folgt ein Wetter nach!

Sturmesbrausen hör' ich sausen,
Wie sich's auf den Bäumen regt! —
Ach die Feen sie verstehen
Welche Frucht ihr Säumen trägt.

Wo sie weilen, alle eilen
Suchend nach dem prächt'gen Stein,
Ängstlich fragen ihre Klagen
Überall den nächt'gen Rain.

Fast im Herzen wollt' mich schmerzen
Dieser Klagen Trauerton,
Und ich fühlte: leise wühlte
Meiner Reue Schauer schon.

Graut der Morgen bleibt geborgen
Das Juwel für immer mir. —
Doch der Feen Trauer sehen,
Trübt des Glückes Schimmer mir.

Mag im Dunkeln leuchtend funkeln
Seines Zauberglanzes Macht,
Daß sie finden und ihn winden
Wieder in des Kranzes Pracht!

Mir zu Füßen hört' ich grüßen,
Meint' es müßt' die Welle sein —
Doch die Krone, wie zum Lohne,
Nahm der Welle Stelle ein.

Das entrückte Kleinod drückte
Ich der Krone wieder ein —
Wie beglückte und entzückte
Da mich erst sein Widerschein!

Seine Strahlen hemmten Qualen,
Niederstieg der Feen Schaar; —
Mich umringten die Beschwingten,
Sahen was geschehen war.

Nicht mehr lüstern leise flüstern
Jetzt sie noch im Eichenwald —
Liederschwingen hör' ich klingen —
Wie's in allen Reichen schallt!

Ihrer Habe reichste Gabe:
Liedersterne reichten sie
Für die Krone mir zum Lohne —
Solche Sterne bleichten nie!




Karl Stelter, 1823 – 1912 aus der Sammlung Romanzen und Balladen


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das kind

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das kind

komm, große welt, sei amme mir
mit deinem tag und deiner nacht
und nähre mich an deinem leib,
gib wort-frucht mir von deiner pracht,
still meinen durst an deinen bilder-quellen.
lass aus dem urgrund deines seins mich trinken,
ins weiche fleisch der musen lass mich sinken,
und wiegen mich im wellen-bad der phantasie.
ich schenkte kleine texte dir zum bunten zeitvertreib.
dies kind zu sein, das ende nie...







von Gabriele Brunsch ... zu ihrer Website



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Herbst

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Zu Golde ward die Welt;
zu lange traf
der Sonne süßer Strahl
das Blatt, den Zweig.
Nun neig
dich, Welt, hinab
Bald sinkt's von droben dir
in flockigen Geweben
verschleiernd zu -
und bringt dir Ruh,
o Welt,
o dir, zu Gold geliebtes Leben,
Ruh.





von Christian Morgenstern,  1871-1914

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Seemuscheln


 
Ich komme her vom Meeresstrand, 
Da fand ich Blümlein allerhand: 
Die ohne Pfleg‘ und Sonnenschein
Im weißen Sande gut gedeih‘n, 




Die nicht im Reif und Schnee vergehn, 
Vor Regenguß und Sturm bestehn, 
Ja, die da blüh‘n das ganze Jahr 
Am Strande schön und wunderbar. 




„Hast du dabei an mich gedacht
Und mir ein Blümlein mitgebracht?” 
Ich habe wohl an dich gedacht 
Und dir manch Blümlein mitgebracht. 
Nimm diese Muscheln gelb und grau 
Und rosenrot und himmelblau. 



von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben,1798-1874 

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Nixen Kummer

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Nixen Kummer


Nixen sind oft melancholisch,
warten schon seit tausend Jahren
auf den Prinz, der sie erlöset,
doch die gibt’s nicht mehr in Scharen.

Sehnsuchtsvoll ihr Lied verkündet
all den Glanz vergessner Zeit,
als sie lebten völlig sichtbar,
gegen Kummer wohlgefeit.

Burgen gab es, goldene Schlösser,
Zwergenglück und Glitzerschätze,
edle Ritter, Feenwaldzauber
und für's Einhorn Weideplätze.

Doch die Zeiten sind versunken
in den tiefen grünen Seen.
Burgen meist nur noch Ruinen,
Ritter seltener noch als Feen.

Und so klagen ihre Lieder,
wehen mit dem Wind der Weiden
hinauf bis zu fernen Sternen.
Traurig ist’s wenn Nixen leiden.






veredit©isabella.kramer 2011


Safe Creative #1101248329652


Gemälde copyright: Isabella Kramer 



auch enthalten im neuen Gedichteband "Kinder-Gedichte-Welt" erhältlich über mich oder via blurb.de 


Bitte beachten Sie das Urheberrecht: Copyright Texte, Fotos und Grafiken = Isabella Kramer, veredit - wenn nicht anders erwähnt. Auch für private Homepages dürfen diese Texte, Fotos und Grafiken nicht ohne ausdrückliche schriftliche Erlaubnis verwendet werden! Wenn Sie meine Gedichte oder Bilder verwenden möchten, fragen Sie mich bitte. 

Kontakt über E-Mail: vere_dit@yahoo.de








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Ranunkel-Gefunkel






















Ranunkel-Gefunkel

Ein Blümchen mit Namen Ranunkel
das spreizt sich ganz reizend im Licht,
denn feinstes Goldsonnengefunkel,
lässt leuchten sein kleines Gesicht.

Drum kichert und dreht es sich immer
und reckt seine Blättchen zur Sonne,
die küsst‘ drauf den zartesten Schimmer.
Ranunkelchen lächelt voll Wonne.

Du denkst dir, wie soll das denn gehen?
Dann schau dir Ranunkeln gut an.
Bei Sonnenschein richtig besehen,
sie funkeln und lächeln dich an.




veredit©isabella.kramer 09.02.10




Safe Creative #1003305876614




Photo Copyright: 
Isabella Kramer


auch enthalten im neuen Gedichteband "Kinder-Gedichte-Welt" erhältlich über mich oder via blurb.de 


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Der kleine Nimmersatt


 

Ich wünsche mir ein Schaukelpferd,
´ne Festung und Soldaten
und eine Rüstung und ein Schwert,
Wie sie die Ritter hatten.

Drei Märchenbücher wünsch' ich mir
Und Farbe auch zum Malen
und Bilderbogen und Papier
Und Gold- und Silberschalen.

Ein Domino, ein Lottospiel,
Ein Kasperletheater,
Auch einen neuen Pinselstiel
Vergiss nicht, lieber Vater!

Ein Zelt und sechs Kanonen dann
Und einen neuen Wagen
Und ein Geschirr mit Schellen dran,
Beim Pferdespiel zu tragen.

Ein Perspektiv, ein Zootrop,
´ne magische Laterne,
Ein Brennglas, ein Kaleidoskop -
Dies alles hätt' ich gerne.

Mir fehlt - ihr wisst es sicherlich -
Gar sehr ein neuer Schlitten,
Und auch um Schlittschuh' möchte ich
Noch ganz besonders bitten.

Um weiße Tiere auch von Holz
Und farbige von Pappe,
Um einen Helm mit Federn stolz
Und eine Flechtemappe.

Auch einen großen Tannenbaum,
Dran hundert Lichter glänzen,
Mit Marzipan und Zuckerschaum
Und Schokoladenkränzen.

Doch dünkt dies alles euch zu viel,
Und wollt ihr daraus wählen,
So könnte wohl der Pinselstiel
Und auch die Mappe fehlen.

Als Hänschen so gesprochen hat,
Sieht man die Eltern lachen:
"Was willst du, kleiner Nimmersatt,
Mit all den vielen Sachen?

Wer so viel wünscht" - der Vater spricht's -
"Bekommt auch nicht ein Achtel -
Der kriegt ein ganz klein wenig Nichts
In einer Dreierschachtel."





Heinrich Seidel, 1842-1906


Gemälde copyright: Isabella Kramer 


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