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HeimatLose

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HeimatLose

Ich bin fast
Gestorben vor Schreck:
In dem Haus, wo ich zu Gast
War, im Versteck,
Bewegte sich,
Regte sich
Plötzlich hinter einem Brett
In einem Kasten neben dem Klosett,
Ohne Beinchen,
Stumm, fremd und nett
Ein Meerschweinchen.
Sah mich bange an,
Sah mich lange an,
Sann wohl hin und sann her,
Wagte sich
Dann heran
Und fragte mich:
„Wo ist das Meer?“



Joachim Ringelnatz 



Foto: Wikimedia Commons 
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Nebelweben

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Nebelweben

Der Nebelweber webt im Wald
ein weißes Hemd für sein Gemahl.
Die steht wie eine Birke schmal
in einem grauen Felsenspalt.

Im Winde schauert leis und bebt
ihr dämmergrünes Lockenlaub.
Sie läßt ihr Zittern ihm als Raub.
Der Nebelweber webt und webt ...



Christian Morgenstern 


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Das Vornamen-ABC-Gedicht mit dem Yak

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Agathe liebt Salate,
Brigitte Sahneschnitten
und Cäsar sprach Latein.

Daniela macht nie Fehler,
Emilie riecht nach Lilie
und Franzens Frack ging ein.

Gisella wäscht brav Teller,
Horst morst vom grünen Forst
und Irmtraud haust allein.

Jürgen muss immer würgen,
Karola trinkt gern Cola
und Lotte lieber Wein. 

Marianne in der Wanne
hört Norbert, der laut fordert:
Ophelia, komm bald heim!

Pauline nascht Pralinen,
Quirin will lieber hierhin,
Ralf-Rüdiger glitscht auf Schleim.

Sarah in der Sahara
sucht dort Theo, den Beo
und Utz bringt beide heim.

Verena kennt Athener,
Walter verschiedene Falter
und Xaver fängt sie ein.

Das Yak sagt: „So ein Quark!
Ich zottel wie ein Trottel
als letzter hinterdrein!“



mit freundlicher Genehmigung von: die amelie ´ 09


Photo copyright: Isabella Kramer
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Herbstgang

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Herbstgang

Die Bäume stehn der Frucht entladen,
Und gelbes Laub verweht ins Tal;
Das Stoppelfeld in Schimmerfaden
Erglänzt am niedern Mittagsstrahl.
Es kreist der Vögel Schwarm und ziehet,
Das Vieh verlangt zum Stall und fliehet
Die magern Aun, vom Reife fahl.

O geh am sanften Scheidetage
Des Jahrs zu guter Letzt hinaus
Und nenn ihn Sommertag und trage
Den letzten, schwer gefundnen Strauß.
Bald steigt Gewölk und schwarz dahinter
Der Sturm und sein Genoß, der Winter,
Und hüllt in Flocken Feld und Haus.

Ein weiser Mann, ihr Lieben, haschet
Die Freuden im Vorüberfliehn,
Empfängt, was kommt, unüberraschet,
Und pflückt die Blumen, weil sie blühn;
Und sind die Blumen auch verschwunden,
So steht am Winterherd umwunden
Sein Festpokal mit Immergrün.

Noch trocken führt durch Tal und Hügel
Der längstvertraute Sommerpfad.
Nur rötlich hängt am Wasserspiegel
Der Baum, den grün ihr neulich saht.
Doch grünt der Kamp von Winterkorne;
Doch grünt beim Rot der Hagedorne
Und Spillbeern unsre Lagerstatt!

So still an warmer Sonne liegend,
Sehn wir das bunte Feld hinan
Und dort, auf schwarzer Brache pflügend,
Mit Luftgepfeif, den Ackermann;
Die Krähn in frischer Furche schwärmen
Dem Pfluge nach und schrein und lärmen,
Und dampfend zieht das Gaulgespann.

Natur, wie schön in jedem Kleide!
Auch noch im Sterbekleid wie schön!
Sie mischt in Wehmut sanfte Freude,
Und lächelt tränend noch im Gehen.
Du, welkes Laub, das niederschauert,
Du Blümchen, lispelst: Nicht getrauert!
Wir werden schöner auferstehn!



Johann Heinrich Voß, 1751 - 1826




Photo copyright: Isabella Kramer
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