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Die Wohnung der Maus

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Ich frag die Maus:
Wo ist dein Haus?
Die Maus darauf erwidert mir:
sag's nicht der Katz', so sag ich's dir:
Treppauf,
Treppab,
Erst rechts,
Dann links,
Dann wieder rechts
Und dann grad' aus -
Das ist mein Haus,
Du wirst es schon erblicken!
Die Thür ist klein
Und trittst du ein,
Vergiß nicht, dich zu bücken!



Victor Blütghen


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Im Treibhaus

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Hochgewölbte Blätterkronen,
Baldachine von Smaragd,
Kinder ihr aus fernen Zonen,
saget mir, warum ihr klagt?

Schweigend neiget ihr die Zweige,
malet Zeichen in die Luft,
und der Leiden stummer Zeuge,
steiget aufwärts süßer Duft.

Weit in sehnendem Verlangen
breitet ihr die Arme aus,
und umschlinget wahnbefangen
öde Leere nicht'gen Graus.

Wohl, ich weiß es, arme Pflanze:
ein Geschicke teilen wir,
ob umstrahlt von Licht und Glanze,
unsre Heimat ist nicht hier!

Und wie froh die Sonne scheidet,
von des Tages leerem Schein,
hüllet der, der wahrhaft leidet,
sich in Schweigens Dunkel ein.





Mathilde Wesendonk, 1828 - 1902




 Fotografie von wikimedia commons: Botanischer Garten der Universität Zürich - Tropenhaus Autor: Roland zh
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Der Frühling hat sich eingestellt

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Der Frühling hat sich eingestellt


Der Frühling hat sich eingestellt,
wohlan, wer will ihn sehen?
Der muß mit mir ins freie Feld,
ins grüne Feld nun gehn.

Er hielt im Walde sich versteckt,
daß niemand ihn mehr sah;
ein Vöglein hat ihn aufgeweckt,
jetzt ist er wieder da.

Jetzt ist der Frühling wieder da:
Ihm folgt, wohin er zieht,
nur lauter Freude fern und nah
und lauter Spiel und Lied.

Und allen hat er, groß und klein,
was Schönes mitgebracht,
und sollt's auch nur ein Sträußchen sein,
er hat an uns gedacht.

Drum frisch hinaus ins freie Feld,
ins grüne Feld hinaus!
Der Frühling hat sich eingestellt,
wer bliebe da zu Haus?



Heinrich Hoffmann von Fallersleben 



Photo copyright: Isabella Kramer






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Schneeglöckchen

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Schneeglöckchen 

Schneeglöckchen, ei, bist du schon da?
Ist denn der Frühling schon so nah?
Wer lockte dich hervor ans Licht?
Trau doch dem Sonnenscheine nicht!


Wohl gut er's eben heute meint,
Wer weiß, ob er dir morgen scheint?
„Ich warte nicht, bis alles grün;
Wenn meine Zeit ist, muss ich blühn.“




Hugo von Hofmannsthal, 1874-1929




Photo copyright: Isabella Kramer
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wer je ...

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Wer je den Wind sah? Keiner, mein Kind.
Doch wenn die Bäume sich neigen,
weißt du, da geht der Wind.




Christina Georgina Rossetti, 1830 - 1894




Photo copyright: Isabella Kramer

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Frühlingsahnung

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Frühlingsahnung


Rosa Wölkchen überm Wald
Wissen noch vom Abendrot dahinter -
Überwunden ist der Winter,
Frühling kommt nun bald.

Unterm Monde silberweiß,
zwischen Wipfeln schwarz und kraus
flügelt eine Fledermaus
ihren ersten Kreis...

Rose Wölkchen überm Wald
Wissen noch vom Abendrot dahinter -
Überwunden ist der Winter,
Frühling kommt nun bald.




Christian Morgenstern






Photo copyright: Isabella Kramer



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