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Winter – Christian Morgenstern

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Winter

Der Fjord mit seinen Inseln liegt
wie eine Kreidezeichnung da;
die Wälder träumen schnee-umschmiegt,
und alles scheint so traulich nah.

So heimlich ward die ganze Welt...
als dämpfte selbst das herbste Weh
aus stillem, tiefem Wolkenzelt
geliebter, weicher, leiser Schnee.




Christian Morgenstern





Photo by Daniele Franchi on Unsplash
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Verse zum Advent

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Verse zum Advent 

Noch ist Herbst nicht ganz entflohn,
Aber als Knecht Ruprecht schon
Kommt der Winter hergeschritten,
Und alsbald aus Schnees Mitten
Klingt des Schlittenglöckleins Ton.

Und was jüngst noch, fern und nah,
Bunt auf uns herniedersah,
Weiß sind Türme, Dächer, Zweige,
Und das Jahr geht auf die Neige,
Und das schönste Fest ist da.

Tag du der Geburt des Herrn,
Heute bist du uns noch fern,
Aber Tannen, Engel, Fahnen
Lassen uns den Tag schon ahnen,
Und wir sehen schon den Stern.


Theodor Fontane




Photo credit: Isabella Kramer



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Zeit der Weihnacht

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Zeit der Weihnacht

Zeit der Weihnacht, immer wieder
rührst du an mein altes Herz,
führst es fromm zurück
in sein früh’stes Glück,
kinderheimatwärts.

Sterne leuchten über Städte,
über Dörfer rings im Land.
Heilig still und weiß
liegt die Welt im Kreis
unter Gottes Hand.

Kinder singen vor den Türen:
"Stille Nacht, heilige Nacht!"
Durch die Scheiben bricht
hell ein Strom von Licht,
aller Glanz erwacht.

Und von Turm zu Turm ein Grüßen,
und von Herz zu Herz ein Sinn,
und die Liebe hält
aller Welt
ihre beiden Hände hin.


Gustav Falke, 1853 - 1916





Photo credit: Isabella Kramer

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Advent

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Advent


Es treibt der Wind im Winterwalde

die Flockenherde wie ein Hirt

und manche Tanne ahnt, wie balde

sie fromm und lichterheilig wird,

und lauscht hinaus. Den weißen Wegen

streckt sie die Zweige hin – bereit,

und wehrt dem Wind und wächst entgegen

der einen Nacht der Herrlichkeit.

  

Rainer Maria Rilke, 1875 - 1926


 

Photo credit: Isabella Kramer 



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Der Rabe Ralf

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Der Rabe Ralf
will will hu hu
dem niemand half
still still du du
half sich allein
am Rabenstein
will will still still
hu hu

Die Nebelfrau
will will hu hu
nimmt's nicht genau
still still du du
sie sagt nimm nimm
's ist nicht so schlimm
will will still still
hu hu

Doch als ein Jahr
will will hu hu
vergangen war
still still du du
da lag im Rot
der Rabe tot ,
will will still still
du du




Christian Morgenstern




Photo by Casey Horner on Unsplash

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Es ist November

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Es ist November! 

morgendliches Nebelwallen
Licht kann kaum die Gräue teilen
allenorten Blätterfallen und vom
Nordwind angetrieben regentiefe
Wolken eilen grad als ob sie was
vergessen hätten zu bedenken 
dessen Sinn uns bleibt verborgen


doch die frühe Dämmerung 
hat auch ihre guten Seiten 
Kerzenlicht vertreibt die Sorgen 
aus den finster drohend' Ecken 
und Kakao und Fruchttee schmecken 
so beleuchtet wunderbar 
Grau mit Nebel als Kulisse 
lassen es am warmen Herd
erst recht sehr gemütlich werden


manch einer entdeckt den Wert
gar von alten Märchenbüchern
die gemeinsam durchgelesen 
wahre Abenteuer sind
draußen dunkle Wolken treiben 
Jammervolles singt der Wind 

drinnen sein ist im November 
so wie kuscheln in ein Nest
und die Krönung ist die Aussicht
auf das nahe Weihnachtsfest


veredit©Isabella.Kramer2020 


Photo Copyright: Isabella Kramer


auch enthalten im neuen Gedichteband "Kinder-Gedichte-Welt" erhältlich über mich oder via blurb.de 


Bitte beachten Sie das Urheberrecht: Copyright Texte, Fotos und Grafiken = Isabella Kramer, veredit - wenn nicht anders erwähnt. Auch für private Homepages dürfen diese Texte, Fotos und Grafiken nicht ohne ausdrückliche schriftliche Erlaubnis verwendet werden! Wenn Sie meine Gedichte oder Bilder verwenden möchten, fragen Sie mich bitte. 
Kontakt über E-Mail: vere_dit@yahoo.de
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