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Frau und Katze

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Frau und Katze

Sie spielte mit ihrem Kätzchen.
Ganz wunderbar zu schauen,
schimmernd im Abendgrauen,
waren die Händchen und Tätzchen.

Tückisch verbarg mein Schätzchen
die Nägel, schneidende Klauen,
unter dem wollenen blauen
Fäustling und trieb seine Mätzchen.

auch die Katze gab nun die Devote
und zog in die samtene Pfote
die spitzigen Krallen ein.

Sie lacht . . . Ich seh' im Dunkeln
vier Phosphorpunkte funkeln.
Sind's Augen, sind' Teufelein?


Paul Verlaine, 1844 - 1896





Gemälde copyright: Isabella Kramer 

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Lilofee

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Lilofee

  
Es freit ein wilder Wassermann
In der Burg wohl über dem See.
Des Königs Tochter mußt er han,
Die schöne junge Lilofee.

Sie hörte drunten Glocken gehn
Im tiefen, tiefen See.
Wollt' Vater und Mutter wiedersehn,
Die schöne junge Lilofee.

Und als sie vor dem Tore stand,
Vor der Burg wohl über dem See,
Da neigt sich Laub und grünes Gras
Vor der schönen jungen Lilofee.

Und als sie aus der Kirche kam
Von der Burg wohl über dem See,
Da stand der wilde Wassermann
Vor der schönen jungen Lilofee.

"Sprich, willst du hinuntergehn mit mir
Von der Burg wohl über dem See?
Deine Kindlein unten weinen nach dir,
Du schöne junge Lilofee.

"Und eh ich die Kindlein weinen laß
Im tiefen, tiefen See,
Scheid ich von Laub und grünem Gras,
Ich arme junge Lilofee."
  


Volkslied - aus der Gegend von Joachimsthal 1813



Photo copyright: Isabella Kramer

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Zauberer Geständnis

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Zauberer Geständnis

Schreibzaubern wäre wunderbar
und wahrlich mehr als nützlich.
Man nähm' nen Stift und siehe da,
was aufgeschrieben wäre wahr
und würd' sofort erscheinen.

Mit einem Strich und Kringel gar,
könnte man sich ganz Li, ganz La
die Laune selbst aufhellen
und bräuchte man ein großes Eis
oder 'nen neuen Freundeskreis,
schrieb man es hin und welches Glück,
das so Gewünschte man erblickt.

Auch Schulprobleme kein Problem,
denn schreibgezaubert und bequem,
man ohne Lernen viel erreicht.
Vielleicht das Hirn ganz leicht aufweicht,
doch andere haben schon bewiesen,
das hindert nicht im La, im Liesen,
im Leben kommt man trotzdem weiter.

Drum munter auf!
Schreibzaubert weiter!
Ihr glaubt das könnte nicht gelingen?
Mag sein, ich schreib ja nur von Dingen,
von denen ich nicht viel verstehe.
Es ist gezaubert, ich gestehe.

 

 

 

veredit©isabella.kramer22

 

Gemälde copyright: Isabella Kramer 


auch enthalten im neuen Gedichteband "Kinder-Gedichte-Welt" erhältlich über mich oder via blurb.de 


Bitte beachten Sie das Urheberrecht: Copyright Texte, Fotos und Grafiken = Isabella Kramer, veredit - wenn nicht anders erwähnt. Auch für private Homepages dürfen diese Texte, Fotos und Grafiken nicht ohne ausdrückliche schriftliche Erlaubnis verwendet werden! Wenn Sie meine Gedichte oder Bilder verwenden möchten, fragen Sie mich bitte. 
Kontakt über E-Mail: vere_dit@yahoo.de

  

  

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Vetraut

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Vertraut 

Bist du manchmal auch verstimmt,
Drück dich zärtlich an mein Herze,
Daß mir's fast den Atem nimmt,
Streich und kneif in süßem Scherze,
Wie ein rechter Liebestor
Lehn ich sanft an dich die Wange
Und du singst mir fein ins Ohr.
Wohl im Hofe bei dem Klange
Katze miaut, Hund heult und bellt,
Nachbar schimpft mit wilder Miene –
Doch was kümmert uns die Welt,
Süße, traute Violine!


Joseph von Eichendorff, 1788 - 1857




Photo by MChe Lee on Unsplash


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Die Kartoffel

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Die Kartoffel

Es ist für uns Materielle
Nur eine Kartoffel die Welt,
Von der der Weise die Pelle
Fürsorglich herunter schält.

Denn eine von unsern Devisen
Ist die: Kartoffel und Welt,
Sind beide nicht zu genießen,
Wenn man sie nicht richtig quellt.

Der idealistische Stoffel,
Der alles für herrlich hält,
Verzehrt die ganze Kartoffel
Natürlich unabgepellt.

Doch liegt sie ihm dann im Magen,
So jammert er und erzählt,
Wie schwer für ihn zu ertragen
Oft diese so "rohe" Welt!

Wir aber genießen behaglich
Die Süße, die sie enthält –
Die beste Kartoffel, unfraglich,
Ist – richtig genossen – die Welt.





A. de Nora (1864 - 1936), Pseudonym für Anton Alfred Noder, deutscher Arzt und Dichter



Photo by Fernanda Martinez on Unsplash

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Eine schwarze Katze

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Eine schwarze Katze


Eine schwarze Katze kauert vor meiner Tür,
Eine kleine, schwarze, kurzgeschorene Katze;
Ich komme nach Hause, und mit einem Satze,
Wie ich aufschließe, springt sie herein zu mir.

Was will die kleine, schwarze Katze bei mir?
Wär es ein Hündchen, ich wüßte es zu verstehen;
Ein Frauenhündchen, ich weiß damit umzugehen.
Die Katze ist mir ein völlig fremdes Tier

Sie ist die Seele von meinem Spiritus
Familiaris. Er hat sich umgebrungen.
Die schwarze Katze kommt zu mir hereingesprungen,
Weil sie doch irgendwo übernachten muß.




Frank Wedekind (1864 - 1918), deutscher Journalist und Dramatiker








Katzenaquarell ©veredit_isabella.kramer www.veredit-art.blogspot.de


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