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Selbstgefällig

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Selbstgefällig


Mein Büdelein

Is noch so tlein,

Is noch so dumm

Ein ames Wum,

Muß tille liegen

In seine Wiegen

Und hat noch keine Hos'.

Ätsch, ätsch!

Und ich bin schon so goß.



Wilhelm Busch, 1832 - 1908






Gemälde copyright: 
Isabella Kramer 


Bitte beachten Sie das Urheberrecht: Copyright Texte, Fotos und Graphiken = Isabella Kramer, veredit - wenn nicht anders erwähnt. Auch für private Homepages dürfen diese Texte, Fotos und Graphiken nicht ohne ausdrückliche schriftliche Erlaubnis verwendet werden! Wenn Sie meine Gedichte oder Bilder verwenden wollen, fragen sie mich bitte. 
Kontakt über email: vere_dit@yahoo.de

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Stille Fahrt

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Stille Fahrt

Bild, schön ohnegleichen,
Lieb mir und verwandt:
Ebene, du weiße,
Vollmond überm Land,

Licht der hohen Himmel,
Schnee – ein Funkeln, zart,
Und der fernen Schlitten
Einsam stille Fahrt.




Afanassi Afanassjewitsch Fet, 1820 - 1892
 




  Photo by Thomas Lipke on Unsplash
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Weltende

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Weltende


Dem Bürger fliegt vom spitzen Kopf der Hut,

In allen Lüften hallt es wie Geschrei,

Dachdecker stürzen ab und gehn entzwei

Und an den Küsten – liest man – steigt die Flut.


Der Sturm ist da, die wilden Meere hupfen

An Land, um dicke Dämme zu zerdrücken.

Die meisten Menschen haben einen Schnupfen.

Die Eisenbahnen fallen von den Brücken.




Jakob van Hoddis, 1887 - 1942




Photo copyright: Isabella Kramer


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Der junge Jäger

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Der junge Jäger 

Hänschen wollte jagen gehen,
Hatte kein Gewehr,
Sah er einen Besen stehen:
Herz, was willst du mehr?

Hänschen ging voll Jagdbegier
Mit dem Besen aus;
"Mutter, einen Braten dir
Bring' ich bald nach Haus!"

Nun mit Jägerleidenschaft
Lief er in das Feld,
Und er schoß mit voller Kraft
Auf die ganze Welt!

Saß ein Häschen auf dem Flur,
Hänschen machte: "Bumm!"
Häschen machte Männchen nur,
Aber fiel nicht um.

Saß ein Rabe auf dem Baum,
Hänschen machte: "Puh!"
Doch der Rabe, wie im Traum,
Saß in guter Ruh'.

Hüpft ein Sperling auf dem Weg,
Hänschen machte: "Paff!"
Doch der Sperling piepte frech:
"Hänschen, bist ein Aff!"

Hänschen nun verlor den Mut,
Zog ein schief Gesicht:
"Schießen tut die Flinte gut,
Doch sie trifft ja nicht!"




Heinrich Seidel, 1842 - 1906





Photo by Gary Bendig on Unsplash
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Schnee




Schnee

Fällt um dunkle Bäume weich der Schnee,
Lange sacht, dann aufgewirbelt, jäh.

Hüllt den Tag in dämmerndes Gewühl,
Breitet auf die Erde Pfühl um Pfühl.

Wandert einer, und er sieht den Flaum;
Denkt er: weiches Bette, weiter Raum!

Wandert einer und er weiß kein Dach,
Denkt: hier fände ich ein Wohngemach!

Ist wie zugehangen rings die Welt,
Schiebt sich eng zusammen wie ein Zelt.

Busch und Bäume stehen unbewegt
Und von Einsamkeit wie eingehegt.



Hedwig Lachmann, 1865 - 1918



Photo copyright: Isabella Kramer



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Das Dorf im Schnee

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Das Dorf im Schnee

Still, wie unterm warmen Dach,
Liegt das Dorf im weißen Schnee;
In den Erlen schläft der Bach,
Unterm Eis der blanke Schnee.

Weiden steh'n im weißen Haar,
Spiegeln sich in starrer Flut;
Alles ruhig, kalt und klar
Wie der Tod der ewig ruht.

Weit, so weit das Auge sieht,
keinen Ton vernimmt das Ohr;
Blau zum blauen Himmel zieht
Sacht der Rauch vom Schnee empor.

Möchte schlafen wie der Baum,
Ohne Lust und ohne Schmerz;
Doch der Rauch zieht wie im Traum
Still nach Haus mein Herz.




Klaus Groth, 1819 - 1899






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Isabella Kramer 


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