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Ein H-Gedicht

 



Ein H-Gedicht


Hiltrud hascht nach Hagebutten.
Harzer Hallimasch schmeckt lecker!

Heckenigel häufig husten.
Hanni hofft auf gutes Wetter,

Herbstwinde die heftig pusten
hunderttausend Herbstwäldblätter.

Hedwig häkelt gerne Hüte, 
Horst fänd' eigentlich Handschuh netter. 

Helga haucht auf Scheiben Herzen.
Hektor sucht verzweifelt Kerzen.

Heringshappen sind recht sauer,
Hasenkinder sind viel schlauer,

als man unlängst noch vermutet.
Hosenträger sind was Gutes. 

Heidrun strickt 'ne Haube sich, 
warum eigentlich nicht für mich?

Heißer Heinrich macht betrunken.
Holger hätschelt kranke Unken.

Heidelinde heult of heftig,
Hefeknödel schmecken deftig.

Haltet ein!, ruft Hans der Wicht,
und so schließt das H-Gedicht.



veredit©isabella.kramer23 





 ABC Reihe für Kinder 



Photo Copyright: Isabella Kramer




auch enthalten im neuen Gedichteband "Kinder-Gedichte-Welt" erhältlich über mich oder via blurb.de 


Bitte beachten Sie das Urheberrecht: Copyright Texte, Fotos und Grafiken = Isabella Kramer, veredit - wenn nicht anders erwähnt. Auch für private Homepages dürfen diese Texte, Fotos und Grafiken nicht ohne ausdrückliche schriftliche Erlaubnis verwendet werden! Wenn Sie meine Gedichte oder Bilder verwenden möchten, fragen Sie mich bitte. 
Kontakt über E-Mail: vere_dit@yahoo.de




Alte Worte

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Alte Worte


Greise sinnen.
Eine große graue Spinne.
Netze schleiern,
Fäden rinnen.

Die Jahrhundert grauen Wälder
Tragen ernst den alten Himmel,
Und verdorrte, alte Lippen
Nippen an dem kalten Horte
Längst verglühter alter Worte.




Max Dauthendey, 1867 - 1918






Gemälde copyright: 
Isabella Kramer 


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Weg

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Weg

Mit dem Monde will ich wandeln:
Schlangenwege über Berge
Führen Träume, bringen Schritte
Durch den Wald dem Monde zu.

Durch Zypressen staunt er plötzlich,
Daß ich ihm entgegengeh.
Aus dem Ölbaum blaut er lächelnd,
Wenn michs friedlich talwärts zieht.

Schlangenwege durch die Wälder
Bringen mich zum Silbersee:
Nur ein Nachen auf dem Wasser,
Heilig oben unser Mond.

Schlangenwege durch die Wälder
Führen mich zu einem Berg.
Oben steht der Mond und wartet,
Und ich steige leicht empor.




Theodor Däubler, 1876 - 1934





Photo copyright: Isabella Kramer


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Liebe

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Liebe

Liebe berauscht, sagt man.
Liebe ernüchtert, sagt man.
Liebe läßt klar sehen, sagt man.
Liebe macht blind.
Liebe verdirbt.
Liebe veredelt.
Liebe stärkt.
Liebe schwächt.
Liebe bringt Pein,
und Liebe bringt Glück.
Wo, wer ist jener Sagtman?
Liebe macht gar nichts, erwidere ich ihm.
Wir machen die Liebe zu dem, was sie uns wird.


Gottfried Keller, 1819 - 1890









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Das Schilf

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Das Schilf

Stille, er schläft, stille! stille!
Libelle, reg die Schwingen sacht,
Daß nicht das Goldgewebe schrille,
Und, Ufergrün, halt gute Wacht,
Kein Kieselchen laß niederfallen.
Er schläft auf seinem Wolkenflaum,
Und über ihn läßt säuselnd wallen
Das Laubgewölb' der alte Baum;
Hoch oben, wo die Sonne glüht,
Wieget der Vogel seine Flügel,
Und wie ein schlüpfend Fischlein zieht
Sein Schatten durch des Teiches Spiegel.
Stille, stille! er hat sich geregt,
Ein fallend Reis hat ihn bewegt,
Das grad zum Nest der Hänfling trug;
Su, Su! breit, Ast, dein grünes Tuch –
Su, Su! nun schläft er fest genug.



Annette von Droste-Hülshoff, 1797 - 1848



Photo copyright: Isabella Kramer

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Drinnen im Strauß

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Drinnen im Strauß

Der Abendhimmel leuchtet wie ein Blumenstrauß;
Wie rosige Wicken und rosa Klee sehen die Wolken aus.
Den Strauß umschließen die grünen Bäume und Wiesen,
Und leicht schwebt über der goldenen Helle
Des Mondes Sichel wie eine silberne Libelle.
Die Menschen aber gehen versunken tief drinnen im Strauß,
wie die Käfer trunken, und finden nicht mehr heraus.



Max Dauthendey, 1867 - 1918




Photo copyright: 
Isabella Kramer