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Berufswunsch - ein Piratengedicht










Berufswunsch - ein Piratengedicht


 Was ich mal werde, wenn ich groß bin?
Piratenbraut – das ist doch klar!
Berühmt auf allen sieben Meeren,
mein Leben ständig in Gefahr.

Dann gilt es, Schätze zu erbeuten!
Gefeuert wird aus Schiffskanonen.
Dreist rauben wir von reichen Leuten
Juwelen, Schmuck und Golddublonen.

Die Beute horten wir auf Inseln
in der Karibik, gut versteckt!
Dort feiern wir Piratenfeste.
Das wird dann ganz mein Lebenszweck.

Wir trinken Rum aus vollen Fässern
und singen nächtens wilde Lieder.
Wir essen Grillfisch nur mit Messern -
Zu Hause sieht mich niemand wieder!



veredit©isabella kramer 14.05.08




Safe Creative #1010057503880


Gemälde Copyright: Isabella Kramer 


auch enthalten im neuen Gedichteband "Kinder-Gedichte-Welt" erhältlich über mich oder via blurb.de 



Bitte beachten Sie das Urheberrecht: Copyright Texte, Fotos und Grafiken = Isabella Kramer, veredit - wenn nicht anders erwähnt. Auch für private Homepages dürfen diese Texte, Fotos und Grafiken nicht ohne ausdrückliche schriftliche Erlaubnis verwendet werden! Wenn Sie meine Gedichte oder Bilder verwenden möchten, fragen Sie mich bitte. 
Kontakt über E-Mail: vere_dit@yahoo.de






Kind und Pfau

 


Kind und Pfau


Im Mäntelchen mit viel Besatz
und seidener Kapotte*,
im Spitzenkragen und Seidenlatz,
so steht hier die Charlotte.
Da kommt daher ein stolzer Pfau,
mit Federn, vielen hundert,
der sieht die kleine Menschenfrau, -
und beide steh'n verwundert.
Die Lotte beugt sich staunend vor,
der Pfau beugt sich zurücke
und spreizt den blauen Federflor; -
so kreuzen sich die Blicke.
"Was ist das für ein schönes Tier!"
so denken alle beide.
Er deucht ihr ganz von Golde schier,
sie deucht ihm ganz von Seide.
- Sie seh'n sich fast die Augen blind
am Kleid und an den Daunen -
und wenn sie nicht gegangen sind,
steh'n sie wohl noch und staunen.




Erich Mühsam (1878-1934)




*Eine Kapotte ist ein unter dem Kinn gebundene hutähnliche Haube, auch Schute genannt unter der der damals übliche Haarknoten verborgen wurde. Getragen bis Mitte des 19. Jahrhunderts. 


Photo copyright: Isabella Kramer

Die Weidenkätzchen





Kätzchen ihr der Weide,
wie aus grauer Seide,
wie aus grauem Samt!
O ihr Silberkätzchen,
sagt mir doch, ihr Schätzchen,
sagt, woher ihr stammt.

Wollen's gern dir sagen:
Wir sind ausgeschlagen
aus dem Weidenbaum,
haben winterüber
drin geschlafen, Lieber,
in tieftiefem Traum.

In dem dürren Baume
in tieftiefem Traume
habt geschlafen ihr?
In dem Holz, dem harten
war, ihr weichen, zarten,
euer Nachtquartier?

Mußt dich recht besinnen:
Was da träumte drinnen,
waren wir noch nicht,
wie wir jetzt im Kleide
blühn von Samt und Seide
hell im Sonnenlicht.

Nur als wie Gedanken
lagen wir im schlanken
grauen Baumgeäst;
unsichtbare Geister,
die der Weltbaumeister
dort verweilen läßt.

Kätzchen ihr der Weide,
wie aus grauer Seide,
wie aus grauem Samt!
O ihr Silberkätzchen,
ja, nun weiß, ihr Schätzchen,
ich, woher ihr stammt.




Christian Morgenstern

Das Krokodil









Im heil’gen Teich zu Singapur,
Da liegt ein altes Krokodil
Von äußerst grämlicher Natur
Und kaut an einem Lotosstiel.
Es ist ganz alt und völlig blind,
Und wenn es einmal friert des Nachts,
So weint es wie ein kleines Kind,
Doch wenn ein schöner Tag ist, lacht’s.





Hermann von Lingg








Bild: Commons.wikimedia.org Pink and White Lotus, 14th century China, Yuan dynasty (1279–1368), Hanging scroll; mineral pigments on silk, Kimbell Art Museum
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Wenn es Winter wird

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Wenn es Winter wird

Der See hat eine Haut bekommen,
so daß man fast drauf gehen kann,
und kommt ein großer Fisch geschwommen,
so stößt er mit der Nase an.

Und nimmst du einen Kieselstein
und wirfst ihn drauf, so macht es "KLIRR"
und titscher - titscher - titscher - DIRR.....
Heißa, du lustiger Kieselstein!

Er zwitschert wie ein Vöglein
und tut grad wie ein Schwälblein fliegen.
Doch endlich bleibt mein Kieselstein
ganz weit, ganz weit auf dem See draußen liegen.

Da kommen die Fische haufenweis
und schaun durch das klare Fenster von Eis
und denken, der Stein wär etwas zum Essen.
Doch so sehr sie die Nase ans Eis auch pressen,
das Eis ist zu dick, das Eis ist zu kalt,
sie machen sich nur die Nasen kalt.

Aber bald, aber bald
werden wir selbst auf eignen Sohlen
hinausgehen können und den Stein wieder holen.


Christian Morgenstern






Gemälde copyright: Isabella Kramer 


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Der erste Schnee





Der weiße Schnee beflügelt mein Gehirn.
Die Tannen auch erscheinen schön besternt.
So seien nun die Sonnen und die dürrn
Oktoberzweige aus dem Blick entfernt.

Wenn dieses Glück uns auch nicht wärmer macht,
Und wenn vielleicht der Nebel trunken trieft,
Wir haben - selig! - eine weiße Nacht.
O denkt, wie lang ihr nicht im Hellen schlieft ...




Alfred Henschke, 1890-1928




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