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Drunten an der Gartenmauern...

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Drunten an der Gartenmauern
hab ich sehn das Häslein lauern.
Eins, zwei, drei -
legt's ein Ei,
lang wird's nimmer dauern.
Kinder, lasst uns niederducken!
Seht ihr's ängstlich um sich gucken? -
Ei, da hüpft's -
und dort schlüpft's
durch die Mauerlucken,
und nun sucht in alien Ecken,
wo die schönen Eier stecken:
Rot und blau
grün und grau,
und mit Marmelflecken*.




Friedrich Wilhelm Güll, 1812-1879


Marmel* ist ein altes Wort für Marmor, aber auch in der heutigen Zeit spricht man von marmorierten Eiern und meint damit gefleckte Eier z.B. Kiebitzeier
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Das Veilchen und der Schmetterling

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Ein Veilchen auf der Wiese stand
an Baches Rand und sandte ungesehen,
bei sanftem Frühlingswehen
süßen Duft durch die Luft.

Da kommt auf schwankendem Flügel
ein Schmetterling über den Hügel
und senket zur kurzen Rast
zum Veilchen sich nieder als Gast.

Schmetterling:
Ei! Veilchen! Wie du töricht bist,
zu blühen, wo niemand dein genießt!

Veilchen
Nicht ungenossen blüh ich hier,
ein Schäfer kommt gar oft zu mir
und atmet meinen Duft und spricht:
"Ein solches Blümchen fand ich nicht,
wei Veilchen du! Auf Wiesen, Auen
ist keines mehr wie du zu schauen!

Schmetterling
`s ist schöner doch, glaub meinem Wort,
zu blühn auf freier Wiese dort,
in jener bunten Blumenwelt,
als hier im dunklen Schattenzelt!

Veilchen
Hier bin ich meines Schäfers Wonne,
dort aber bleichet mich die Sonne,
und ohne Farbe, ohne Duft,
find ich zu früh dort meine Gruft,
drum blüh ich in der Einsamkeit,
wenn auch nur Einer mein sich freut.

Nikolaus Lenau

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Die Wohnung der Maus

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Ich frag die Maus:
Wo ist dein Haus?
Die Maus darauf erwidert mir:
sag's nicht der Katz', so sag ich's dir:
Treppauf,
Treppab,
Erst rechts,
Dann links,
Dann wieder rechts
Und dann grad' aus -
Das ist mein Haus,
Du wirst es schon erblicken!
Die Thür ist klein
Und trittst du ein,
Vergiß nicht, dich zu bücken!



Victor Blütghen


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Im Treibhaus

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Hochgewölbte Blätterkronen,
Baldachine von Smaragd,
Kinder ihr aus fernen Zonen,
saget mir, warum ihr klagt?

Schweigend neiget ihr die Zweige,
malet Zeichen in die Luft,
und der Leiden stummer Zeuge,
steiget aufwärts süßer Duft.

Weit in sehnendem Verlangen
breitet ihr die Arme aus,
und umschlinget wahnbefangen
öde Leere nicht'gen Graus.

Wohl, ich weiß es, arme Pflanze:
ein Geschicke teilen wir,
ob umstrahlt von Licht und Glanze,
unsre Heimat ist nicht hier!

Und wie froh die Sonne scheidet,
von des Tages leerem Schein,
hüllet der, der wahrhaft leidet,
sich in Schweigens Dunkel ein.





Mathilde Wesendonk, 1828 - 1902




 Fotografie von wikimedia commons: Botanischer Garten der Universität Zürich - Tropenhaus Autor: Roland zh
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Der Frühling hat sich eingestellt

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Der Frühling hat sich eingestellt,
wohlan, wer will ihn sehen?
Der muß mit mir ins freie Feld,
ins grüne Feld nun gehn.

Er hielt im Walde sich versteckt,
daß niemand ihn mehr sah;
ein Vöglein hat ihn aufgeweckt,
jetzt ist er wieder da.

Jetzt ist der Frühling wieder da:
Ihm folgt, wohin er zieht,
nur lauter Freude fern und nah
und lauter Spiel und Lied.

Und allen hat er, groß und klein,
was Schönes mitgebracht,
und sollt's auch nur ein Sträußchen sein,
er hat an uns gedacht.

Drum frisch hinaus ins freie Feld,
ins grüne Feld hinaus!
Der Frühling hat sich eingestellt,
wer bliebe da zu Haus?



Heinrich Hoffmann von Fallersleben 
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Schneeglöckchen

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Schneeglöckchen, ei, bist du schon da?
Ist denn der Frühling schon so nah?
Wer lockte dich hervor ans Licht?
Trau doch dem Sonnenscheine nicht!


Wohl gut er's eben heute meint,
Wer weiß, ob er dir morgen scheint?
„Ich warte nicht, bis alles grün;
Wenn meine Zeit ist, muss ich blühn.“






Hugo von Hofmannsthal, 1874-1929


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